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Diese Eltern und noch mehr machen sich für mehr Spielfläche für ihre Kinder stark.

An Brüder-Grimm-Kita

Eltern kämpfen um ihren Spielplatz

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Ungewolltes verhindern, bevor es zu spät ist, lautet die Devise von inzwischen 425 Unterzeichnern einer Petition. Ihr Ziel ist es, den Spielplatz in der Brüder-Grimm-Straße zu erhalten

Wenn möglich sollte das Areal einschließlich der vor Kurzen vorgenommenen (und teilweise wieder zurückgenommenen) Erweiterung um das Außenareal der ehemaligen Kita erhalten blieben, fordern sie.

Die Zahl der Befürworter pro Spielplatz wächst - jedoch auch die Befürchtung, dass das Gelände ganz oder teilweise als Bauland veräußert und der Spielplatz aufgegeben oder zumindest verkleinert würde. Laut Bürgermeister Steffen Maar werden sich die politischen Gremien im Laufe des Jahres mit der weiteren Verwendung des gesamten Geländes beschäftigen.

»Wir wollen an einen Strang ziehen, um Kindern im Ortszentrum einen Spielplatz zu bieten, was es heutzutage zu selten gibt«, sagt Marco Zanfino. Er hat die Petition verfasst und hofft nun auf weitere Mitstreiter. »Wenn man sich als Bürger nicht präsent zeigt, könnte schnell mal was Falsches passieren.« Mit »falsch« meint er die Umwandlung der Spielfläche in Bauland, nachdem Nachbarn kürzlich darauf hingewiesen hatten, dass ein Teil der Erweiterung als solches ausgewiesen ist und nicht als Spielplatz genutzt werden darf. Zudem störten sich die Anwohner am »Kinderlärm« (die WZ berichtete).

Die Befürworter der nun verfassten Petition führen an, dass der Spielplatz - würde er doch noch durch das zwischenzeitlich wieder weggenommene Stück rund um die große Rutsche erweitert - ein einmaliger und wertvoller Ort sei, an dem Kinder Zeit zum Spielen verbringen könnten. Dass sei gerade während des Lockdowns wichtig. Nirgendwo in Rosbach gebe es einen Platz, an dem Kinder so viel Platz zum Spielen hätten wie hier, und das wolle man auf jeden Fall erhalten.

Bürgermeister Steffen Maar zeigt sich offen gegenüber solchen Argumenten und hat auch schon einige Ideen im Kopf. Er erinnert an die fast 50-jährige Tradition des Spielplatzes, der 1972 durch den Bau der benachbarten Kita zum zentralen Ort wurde, an dem Kinder sich entfalten können. Maar will sich dafür einsetzen, »dass der Spielplatz langfristig zu einem Bürgerpark für alle Generationen aufgewertet wird«. Für viele Ober-Rosbacher sei dieses Gelände etwas Besonderes. Deshalb glaube er, »dass wir hier für alle Bürgerinnen und Bürger einen attraktiven Treffpunkt an der frischen Luft schaffen können«. Eine weitere Idee sei eine kleine Pumptrack-Bahn - also eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke, die jedoch auch von Skatern genutzt werden kann.

Das momentan leer stehende Haus würde er gerne zu einem Mehrgenerationenhaus entwickeln. Von der Mutter-Kinder-Runde, über Kinder- und Jugendangebote, Erwachsenenbildung oder Angebote für Senioren - das Haus biete viele Gelegenheiten, um Menschen zusammenzubringen. Hierzu sollen nun erste Planentwürfe erstellt werden, die dann in den städtischen Gremien diskutiert werden. »Auch das Jugendzentrum könnte hier einen neuen Platz finden«, sagte Maar kürzlich. Wenn das Jugendzentrum aus der Adolf-Reichwein Halle umziehen würde, könnte am Dr.-Walter-Lübcke-Platz zum Beispiel ein Café aufmachen.

Mit diesen Ideen rennt Maar bei den Eltern offene Türen ein. »Gerade im Lockdown möchten wir den Kindern durch ihre Eltern eine Meinung geben«, sagen sie. Für die Anwohnerbeschwerden, die sie nicht nachvollziehen könnten, wolle man baldmöglichst eine Lösung finden - »Hauptsache, der Spielplatz kann bleiben«. Doch gerade hier regen sich seit den Beschwerden Zweifel. »Wir wollen rechtzeitig agieren, bevor anderweitige Beschlüsse gefasst worden sind«, sagt Zanfino, der als Erzieher im Kinderhaus Bergstraße arbeitet. Auf dem Spielplatz erprobten Kinder ihre motorische, kognitive sowie soziale-emotionale Entwicklung, meint er. Das sei auch ein Teil der frühkindlichen Bildung, und genau diese positiven Entwicklungen der Kinder machten sehr viel Freude. »Unterschreibt diese Petition für die Kinder, für ihr Lachen und ihre Freude«, fordert er die Bürger auf. »Kinderlachen ist kein Lärm, sondern der Gesang unserer Zukunft.«

Die Petition von Marco Zanfino ist auf change.org unter dem Titel »Der Brüder-Grimm-Spielplatz und Außengelände der Kita für die Kinder zugänglich machen!« eingestellt.

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