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Nein, die vier Kommunen wollen keine Windräder auf dem im Teilplan vorgesehenen Vorranggebiet auf dem Winterstein ? so sieht das Ergebnis unterm Strich aus, nachdem in den drei Parlamenten darüber diskutiert und abgestimmt worden ist. Deswegen wird nun eine gemeinsam verfasste Stellungnahme gegen die Vorrangfläche eingereicht. (Archivfoto)

Windkraft

Einspruch gegen Vorrangfläche

Die vier Winterstein-Anrainerkommunen, Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim, haben eine gemeinsame Stellungnahme gegen das Vorranggebiet auf dem Winterstein verfasst.

Vier Kommunen, ein Gebiet: Wenn es um Windräder auf dem Winterstein geht, sind Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim betroffen. Und da die zwei Städte und zwei Gemeinden Flächen in dem Gebiet haben, haben sie nun eine gemeinsame Stellungnahme zur Aufstellung des Entwurfs des sachlichen Teilplans erneuerbare Energien verfasst, mit der sie sich "grundsätzlich für eine Freihaltung des Taunus" aussprechen und die im Teilplan erneuerbare Energien vorgesehenen Vorranggebiete ablehnen. In den Stadtverordneten- und Gemeindevertretersitzungen dieser Woche – am Dienstag in Rosbach, am Mittwoch in Ober-Mörlen und am Donnerstag in Friedberg – ist jeweils über diese Stellungnahme abgestimmt worden. Herausgekommen ist in den drei Kommunen das gleiche Ergebnis: Für die Einreichung der gemeinsamen Stellungnahme stimmten in allen Parlamenten die Mehrheit der Mitglieder. Lediglich die Grünen sprachen sich sowohl in Friedberg und Rosbach als auch in Ober-Mörlen dagegen aus – sie wollen Windräder auf dem Winterstein.

Der Teilplan regelt, wo Windräder gebaut werden dürfen. Doch bevor er in Kraft tritt (wohl 2018), hat der Plan einige Hürden zu nehmen, u. a. die Öffentlichkeitsbeteiligung: Noch bis zum 14. Juli haben Bürger, aber auch Institutionen die Möglichkeit, eine Stellungnahme gegen die im Plan vorgesehenen Flächen beim Regierungspräsidium Darmstadt oder beim Regionalverband einzureichen. All diese Einwendungen werden von der Behörde geprüft.

Grüne für Windräder

Darunter eben auch die der vier Kommunen, die sich gegen die Vorrangfläche auf dem Winterstein richtet. Rund 414 Hektar umfasst das Gebiet, größtenteils auf Friedberger Gemarkung liegend.

In Ober-Mörlen gab es dazu einige Diskussionen: Die drei Grünen-Parlamentarier scherten aus der allgemeinen Übereinstimmung aus. Sie stünden zur Verantwortung, die Energiewende vor Ort umzusetzen, unterstrich Grünen-Fraktionsvorsitzender Raimund Frank. Deshalb könnten sie nicht für die kommunale Stellungnahme stimmen, die auf eine Freihaltung des Taunuskamms von Windkraftanlagen abzielt.

Obschon man angesichts des absehbaren Eingriffs in die Natur Bauchschmerzen habe, sei man für Windkraftanlagen auf dem Winterstein, führte Frank aus. "Ein bisschen schwanger geht nicht", fand Frank die vorgesehene kommunale Stellungnahme absurd und forderte: "Entweder zustimmen oder ablehnen."

Ähnliches Szenario in Rosbach: Auch hier wurde am Dienstag mehrheitlich für die Stellungnahme gegen die Vorrangflächen gestimmt. Allerdings nicht fraktionsübergreifend. Drei SPD- und ein FWG-Parlamentarier sowie die zweiköpfige Grünenfraktion stimmten gegen die Stellungnahme. Peter Scholz (Grünen) sagte: "Wir halten den Standort Winterstein nach wie vor für sinnvoll." Laut Rosbacher Beschlussvorlage gebe es zahlreiche Gründe für die Freihaltung des Taunus: u.a. die durch Windräder entstehende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Zudem lebten dort Wildkatzen und Luchse, auch kämen auf dem Winterstein Rotmilane, Uhus und Fledermausarten vor.

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