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Prädikantin Christine Seim predigt über den Psalm »Gott, der treue Menschenhüter«.

Einkehr an der Schwelle des Abends

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Rosbach (pm). Das Abendlob hat inzwischen einen festen Platz innerhalb der Gottesdienste der evangelischen Kirche Rodheim. Wie auch im Taizégebet sind es vor allem die spirituellen Elemente, die die Gottesdienstbesucher berühren. In einer Zeit, in der die Tage kürzer werden, und an der Schwelle des Abends erhoffen und verlangen die Menschen Einkehr, Ruhe und Trost.

Dabei spielen Kirchenmusik und Chorgesang eine besondere Rolle. Vor allem die Abendlieder mit ihren einfachen und doch eindringlichen Melodien und Texten können beruhigen und die Gegenwart des lebendigen Gottes und Beschützers vermitteln, wie es in einer Pressemitteilung der Gemeinde heißt.

Dank an Chorleiterin

Unter den gegebenen Bedingungen war Chorleiterin Hannelore Hartenstein gezwungen, sich auf fünf ausgewählte Chormitglieder als Sänger und Sängerinnen zu beschränken. Von der Empore und unter der Orgelbegleitung von Michael Fischer trugen sie mit viel Einfühlungsvermögen die Lieder vor. Liedblätter ermöglichten auch den Gottesdienstbesuchern - mit Mund-Nasen-Schutz - in die vertrauten Melodien einzustimmen.

Die Titel der Abendlieder wie »Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen«, »Senkt sich die Stille auf das Land«, »Bleib bei mir, Herr« und »Bleib bei uns« verweisen auf die Botschaft des Abendlobs: Blicke auf den Tag zurück, halte jetzt ein in Stille, und du wirst fühlen: Gott ist dir nahe, er ist allgegenwärtig, und er wird dich auch in der Dunkelheit in deinen Sorgen und Ängsten nicht allein lassen.

Harmonisch umrahmten und ergänzten Orgelmusik und Gesang die Predigttexte, die die Prädikantin Christine Seim passend zum Thema ausgewählt hatte. Ausgehend von einer Meditation zu Psalm 121 »Gott, der treue Menschenhüter« trug sie Gedanken vor vom helfenden, behütenden und allgegenwärtigen Gott, der den Lebensweg des Menschen begleitet, bewacht und ihn vor allem Übel bewahrt.

Auch der Bibeltext (Lukas 24, 13-31) vertiefte den Gedankengang. Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus zweifeln an der Auferstehung Jesu. In ihrer Verzweiflung erkennen sie nicht, dass Jesus inzwischen wieder unter ihnen weilt und sie auf ihrem Weg begleitet. Sie bitten den Fremden: »Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget«. Erst nachdem er in der Herberge das Brot bricht, erkennen sie in ihm Christus, ihren Herrn.

In diesem Sinne formulierte Seim auch den abschließenden Segen: »Wir gehen in diese Nacht und in alle kommenden Nächte im Vertrauen darauf, dass wir auf allen Wegen, die wir zu gehen haben, nicht allein gelassen, sondern begleitet sind von Gottes Segen.«

Ein Dank ging an Chorleiterin Hartenstein, die es während der Corona-Durststrecke nie aufgegeben hat, ihren Chor - unter Berücksichtigung der Auflagen - zu versammeln und so das Zusammengehörigkeitsgefühl zu pflegen. Für viele, gerade die älteren Chormitglieder, ist die Gemeinschaft ein wichtiger Ort der Vertrautheit und Geborgenheit.

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