Auf der Fläche zwischen der Bahnstrecke und der Rodheimer Straße in Nieder-Rosbach sollen einmal Menschen wohnen - über das Wann wird derzeit angeregt diskutiert. ARCHIVFOTO: ERNST STADLER
+
Auf der Fläche zwischen der Bahnstrecke und der Rodheimer Straße in Nieder-Rosbach sollen einmal Menschen wohnen - über das Wann wird derzeit angeregt diskutiert. ARCHIVFOTO: ERNST STADLER

CDU drückt auf Expansions-Bremse

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
    schließen

Rosbach(hed/pm). Wenn es in der Ausschusssitzung am Donnerstag, 29. Oktober, über die Kinderbetreuung und einen möglichen Kita-Standort im Baugebiet "Obergärten II" geht, dann schwingt dabei auch eine andere Debatte mit. Eine um das Tempo der Weiterentwicklung Rosbachs.

Die "Stimme" hatte zuletzt vorgeschlagen, einen geeigneten Standort für eine neue Kita im in naher Zukunft (?) zu erschließenden Baugebiet Nieder-Rosbach festzulegen und hierfür Baurecht zu schaffen. Die CDU, die zuletzt einen gemeinsamen Antrag mit der "Stimme" in Sachen Beibehaltung der Straßenbeiträge eingebracht hatte, widersprich: Die frühe Wahl des Standorts "Obergärten II" löse kein Problem, sondern schaffe unnötige Vorfestlegungen für die Stadt, meint der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Jörg Egerter. So würde eine womöglich unnötig frühe Realisierung des Baugebiets forciert. "Darüber hinaus würde dies keine Lösung für den erwarteten zeitlichen Engpass bei den Betreuungsplätzen bis 2024 darstellen", sagt Egerter.

Die Union favorisiert eher die Sanierung der Kita Brüder Grimm am jetzigen Standort. Die Zeiten des "schnellen Wachstums um jeden Preis" in Rosbach sollten der Vergangenheit angehören. Das sehe auch Bürgermeister Steffen Maar so.

Geht es nach der CDU, stehe zunächst die Integration der neuen Bewohner der Sang an; auch müsse der Einfluss des gewachsenen Gewerbegebietes auf die Infrastruktur abgewartet werden. Des Weiteren seien die Auswirkungen der Corona-Krise abzuwarten. Womöglich nehme der bis dato zu beobachtende Zuzugsdruck in das Rhein-Main-Gebiet ab. Egerter: "Stand heute präferiert die CDU in einem ersten Schritt die Planung eines kleineren Neubaugebietes in Rodheim und in Abhängigkeit der übergeordneten Situation erst danach die vollständige Realisation eines Baugebietes in Nieder-Rosbach."

In Sachen Kita hat die CDU für die Ausschusssitzung einen umfangreichen Fragenkatalog eingereicht. Gefragt werde die Verwaltung etwa nach einer kritischen Analyse des gesamten Verfahrens zum Baugebiet Sang und ob sich daraus Rückschlüsse auf neue Baugebiete ziehen lassen. Stichwort Verkehr: "Die Autobahnzufahrt ist schon jetzt in den Stoßzeiten oftmals überlastet." Auch will die CDU wissen, wie sich durch die zügige Realisierung von Baugebieten auf die Wasserversorgung der Stadt auswirken könnte. Der nächste trockene Sommer komme bestimmt.

Bei den Grünen rennt die Union offene Türen ein. "Ganz klar positioniert sich der Ortsverband gegen eine Bindung der Kinderbetreuung an die Entwicklung neuer Baugebiete", schreibt Grünen-Vorstandssprecherin Michaela Colletti in einer Pressemitteilung. Die Diskussion um die Kinderbetreuung sollte davon nicht überlagert werden. Auch sie verweist darauf, dass die Integration der Neubürger in der Sang ist noch nicht abgeschlossen sei und dass auf den Straßen um Rosbach "tagtäglich Stau" herrsche.

Die Entwicklung neuer Baugebiete in Nieder-Rosbach und Rodheim sei 2014 beschlossen worden, doch die Pandemie habe die Lebensgewohnheiten der Menschen verändert. "Digitalisierung und Homeoffice bieten hier Chancen für ländliche Räume. Es könnte somit eine Entlastung der Ballungsräume zugunsten der strukturschwachen Gebiete in der östlichen Wetterau möglich sein. Dies sind gänzlich neue Perspektiven, die es vor der Entwicklung eines neuen Baugebietes und der Versiegelung weiterer Flächen zu analysieren gilt."

Grüne gegen Fokus auf Baugebiet

Besonderes Augenmerk haben die Grünen auf die U 3-Betreuung. Derzeit gebe es in Rodheim nur wenige und in Nieder-Rosbach überhaupt keine Plätze für Krabbelkinder. "Dies hat zur Folge, dass berufstätige Rodheimer und Nieder-Rosbacher Eltern morgens die Runde von Rodheim und Nieder-Rosbach nach Ober-Rosbach drehen, bevor sie sich dann in den morgendlichen Stau zur Arbeit stellen", sagt Schatzmeisterin Beate Roth. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel innerhalb der Stadt sei bei dem aktuellen Angebot kaum möglich.

Mit diesen Themen wollen sich die Grünen auch bei ihrem nächsten Offenen Stammtisch am Mittwoch, 28. Oktober, um 20 Uhr in der Gaststätte "Stadt Rosbach" beschäftigen. Interessierte Bürger melden sich an unter Telefon 0 60 03/-62 77 oder E-Mail an verbum2004@web.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare