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Nur dank Ballons strahlt der Himmel

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Gelb wird der Himmel, als die Ballons emporsteigen.
Gelb wird der Himmel, als die Ballons emporsteigen. © Udo Dickenberger

Rosbach (udo). Am Blütenfest-Samstag hatte das Wetter noch mitgespielt. Nur während des Blütentanzes in der Adolf-Reichwein-Halle ging ein Wolkenbruch nieder, doch der störte nicht weiter. Der Sonntag dagegen litt unter dem Nieselregen.

Kurz nach 12 Uhr hatte sich auf dem neuen Marktplatz, der reich mit Pflanzen geschmückt war, erst ein einziger Gast zum Frühschoppen eingefunden.

Als Blütenkönigin Larissa I. an der Adolf-Reichwein-Halle mit den Blütenkindern Stella, Marie und Levana in der Kutsche eintraf, fanden sich mehr Gäste ein. Dank der zum Wettbewerb aufsteigenden Luftballons strahlte der Himmel über Rosbach zumindest etwas gelb. Das Gewicht der angehängten Ansichtskarten bewirkte, dass immer zwei Ballons notwendig waren.

Ortsvorsteher Christian Lamping begrüßte am Marktbrunnen das Publikum und die Formation »Drumband und Musikcorps Wölfersheim«, die mit zum Blütenfest und zum Ballonwettbewerb passender Musik aufwartete. Ihre heißen Rhythmen kamen angesichts des unerfreulichen Wetters gerade recht. Organisator Süleyman Karaduman teilte mit, die Vorbereitung des Blütenfests nehme ein gutes halbes Jahr in Anspruch.

Bläser erschrecken Pferde

Gleich darauf überschlugen sich die Ereignisse. Die langerwartete Larissa entsprang ihrer Kutsche, doch die Pferde waren auf den Einsatz der Wölfersheimer Drummer und Bläser nicht gefasst, scheuten und drohten einen bangen Moment lang durchzugehen. Sie beruhigten sich wieder.

Lamping sprach mit der neuen Regentin über ihre Bewerbung und das Publikum erfuhr beruhigt, dass zwischen Blüten-, Apfelwein-, Kürbis- und Honigköniginnen grundsätzlich keine Konkurrenz bestehe. Auch Bürgermeister Thomas Alber war da und berichtete vom Krönungswalzer am Tag zuvor.

Am Festzug zum neuen Marktplatz nahmen die Bläser teil. Zu ihrem Stück »The lion sleeps tonight« wurden die Ballons in den Himmel entlassen. Die Drummer ließen sich zu Zugaben bereden, bevor »Bob Crook and the Criminals Rockabilly« mit Hits aus den 60- und 70ern loslegten. Die kulinarischen Angebote und das Unterhaltungsprogramm wurden fortan eifrig genutzt.

Jungs der Waldorfschule Bad Nauheim zeigten eine Diavolo-Show, das Publikum erfuhr, dass nur fleißiges Training vorwärts bringe. Ihr Interesse sei im Schul-Varieté geweckt worden, berichteten die Schüler. Die Jugendbetreuung lud zum Slackline-Balancieren, zum Schminken und zum Bobbycar-fahren ein. Auch auf die Torwand der Jugendfußballschule des FCO wurde geballert. Beim abschließenden Promi-Kicken setzte Bürgermeister Alber sich souverän mit zwei Treffern durch.

Larissa, ihre Blütenkinder und zahlreiche junge Rosbacher verfolgten in der fast vollen Halle gespannt das Theaterstück »Prinz Pico und die Zaubermasken« der »Rosbacher Rambelichtchen«. Gesangseinlagen und Dialoge wechselten anrührend miteinander ab. Bei den schrecklichen Zaubersprüchen der langnasigen Hexe Knöttelfax grauste es auch den dickfelligsten Erwachsenen. Die Besucher waren von der Gestik und Mimik der Akteure bezaubert, aber auch von dem Fleiß, mit dem sie die langen Texte auswendig gelernt hatten. Das Fauchen des Drachen schlug alle in seinen Bann.

Danach sang Nina Vetter von der Musikschule »musikPlatz« über Träume und Hoffnungen, ehe sich alle 18 Kinder, die auf ihre im Vorjahr per Ballon in die Welt geschickten Karten eine Antwort erhalten hatten, ein Präsent aussuchen durften. Viele Karten waren in 50 Kilometern Entfernung in Laubach, Nidda und Hungen gefunden worden. Der Ballon der elfjährigen Fabienne Kopp war beachtliche 240 Kilometer weit gesegelt. Auch wer keinen Ballon ins Rennen geschickt hatte, bekam von Blütenkönigin Larissa eine Brezel überreicht.

Alber und Lamping zeigten sich am Rande des Blütenfests von der Resonanz auf den Blütentanz erfreut und hoffen fürs kommende Jahr auf Mundpropaganda. Das Konzept, mit »Rosbach blüht auf« auf den neuen Marktplatz an der Adolf-Reichwein-Halle zu gehen, habe sich bewährt. Der Festplatz sei gut angenommen worden. (Fotos: udo)

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