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FFH-Moderator Johannes Scherer gibt mit seinem Best-of-Programm »Das Beste aus 20 Jahren« seine Premiere in der Rosbacher Open-Air-Kulturbühne.

Johannes Scherer in Rosbach

Comedy-Start als »Sanostol-Kind« und Klassenclown

  • VonChristine Fauerbach
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Abwechslungsreiche Mischung aus Stand-up-Comedy, Kabarett und Parodie. FFH-Moderator Johannes Scherer begeistert bei seiner Premiere in Rosbach mit seinem Best-of-Programm das Publikum.

Ich kannte bisher nur euer Wasser«, begrüßte FFH-Moderator Johannes Scherer das Publikum an der Wasserburg. »Ich freue mich hier zu sein. Es ist schön nach Radio und Live Streaming im Lockdown »das waren harte Zeiten für Comedians« wieder vor Leuten aufzutreten.« Die Stippvisite des Profis im Rahmen seines Best-of-Programms »Johannes Scherer - Das Beste aus 20 Jahren« war amüsant und kurzweilig.

Seinen Zuhörern präsentierte der Preisträger des Fränkischen Kabarettpreises 2012 eine abwechslungsreiche Mischung aus Stand-up-Comedy, Kabarett und Parodie. Seit 24 Jahren steht er auf den Bühnen der Republik, um seine Fans mehr als zwei Stunden lang bestens zu unterhalten.

Sportdefizit mit Späßen ausgeglichn

»Angefangen hat alles in Schöllkrippen, dem Ort in dem ich aufgewachsen bin«, sagt der in Alzenau-Wasserlos geborene Scherer. Munter plaudernd nimmt der 48-Jährige sein aufmerksames Publikum mit auf eine Zeitreise in die unterfränkische Marktgemeinde Schöllkrippen und durch seine Shows.

Seine Karriere als Comedian begann als Klassenclown, denn der kleine Johannes war aufgrund asthmatischer Beschwerden »ein Sanostol-Kind«. Er durfte bis zur sechsten Klasse nicht am Sport teilnehmen, aber »das war nicht schlimm, denn ich hatte wie die Protestanten dadurch zwei Stunden mehr Freizeit«. Sein Sportdefizit glich er bei seinen Mitschülern mit Späßen aus.

1994 zog es ihn hinaus in die große weite Welt nach Hessen: »Die Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern verläuft dramatisch. Über Hessen wussten wir nichts, obwohl Gelnhausen nur acht Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Wir wussten nur, dass die Hessen fleißige Leute sind, weil sie freiwillig an Allerheiligen und Drei Könige arbeiteten.«

Schunkellieder und Nuscheler

Den einzigen Kontakt zu den hessischen Nachbarn hatte er durchs Fernsehen. Scherers Vorstellung von den Hessen war geprägt durch den Blauen Bock mit Heinz Schenk, Anneliese Rothenberger, Rudolf Schock und das Medium Terzett.

Später stellte er fest, dass auf der Schiersteiner Brücke ein Geiselaustausch zwischen der Frankfurterin Margit Sponheimer und dem Mainzer Heinz Schenk stattgefunden haben musste.

»Die Schunkellieder und Nuscheler vom Blauen Bock gibt es nur zwischen Wiesbaden und Aschaffenburg. In Hessen hat jeder Ort einen anderen Dialekt und es gibt ein Stimmungsgefälle.I ich war schon in Nordhessen.«

Vogelsberg ist Brasilien Hessens

Sein »Waterloo« erlebte er in Homberg an der Efze als 1500 Zuschauer den ganzen Auftritt über mit stoischem Gesicht vor der Bühne standen. »Dann willst du nur noch in die Garderobe und dann heim.« Nach dem Auftritt lobte ihn ein Besucher überschwänglich mit den Worten »Super, 100 Prozent.« »Die zeigen nicht, was sie denken und empfinden. Aber es sind liebe Menschen«, bilanzierte Scherer.

Das kann Blütenkönigin Marisa I. mit bürgerlichem Namen Marisa Henning, die aus dem nordhessischen Sontra-Wölfterode kommt, bestätigen. Gegen Nordhessen sei der Vogelsberg zwar das Brasilien Hessens, »aber da verstehst du die Leute nicht«. »Kamasutra ist nicht in Indien erfunden worden, sondern in einer Bäckerei in Ulrichstein.«

Gekonnte Promi-Parodien

Den Rosbachern berichtete der Franke, dass es schon in seiner Kindheit bei ihm im Ort einen Newsletter in Gestalt der Pistners Marie gab. »Die hat morgens um acht Uhr ihr Fenster aufgemacht, das Plumeau hingelegt und dann Nachrichten verbreitet.« Nachrichtenumschlagplatz Nummer Eins war das Wirtshaus.

Mit Warnungen an hessische Autofahrer vor der Polizei in Alzenau - »die Beamten haben einen Wink-Reflex« - und gekonnten Parodien von Inge Meisel »der Top-Influenzerin« der 1950er Jahre«, Lothar Matthäus, Franz Beckenbauer Dieter Bohlen und Arnold Schwarzenegger punktete er beim Publikum. Das bedankte sich mit anhaltendem Applaus, Zugaberufen und war sich einig: Der Scherer von FFH ist einfach näher dran.

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