CDU legt einen Sitz zu

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach (sky). Mit einem deutlichen Vorsprung von vier Sitzen Mehrheit (11 Prozent) gegenüber den Nächstplatzierten Grüne, »Stimme« und Freie Wähler (je fünf Sitze) darf sich die CDU in Rosbach als Wahlsieger sehen - und das nicht nur wegen der höchsten Anzahl an Sitzen im Stadtparlament, sondern auch wegen dem Hinzugewinn eines weiteren, neunten Sitzes (um den es zunächst noch eine Wackelpartie gegeben hatte).

Einem weiteren schnellen Wachstum der Stadt habe der Wähler eine Absage erteilt. Fraktionschef Jörg Egerter, der einen Stimmenanteil von 6,93 Prozent der CDU-Stimmen auf sich vereinigen konnte, darf sich somit in seinem Kurs nah an der Seite von Bürgermeister Steffen Maar bestätigt fühlen. In einem intensiv geführten Wahlkampf (sofern die äußeren Bedingungen es zu- ließen) hatte die CDU zuletzt verstärkt auf Themen wie Kinderbetreuung, Sanierung Schwimmbad, Neubaugebiet Rodheim sowie behutsame und nachhaltige Weiterentwicklung der Stadt gesetzt und die eigenen Erfolge mit denen der Landespolitik verknüpft.

Die SPD, die von sechs auf vier Sitze abstürzte, musste vom Wähler eine Quittung dafür einstecken, dass sie seit der Errichtung des Sportzentrums Rodheim nur noch wenige bedeutende Themen besetzte. Von den nun noch verbliebenen Plätzen im Rathaus sind drei mit bekannten Gesichtern besetzt (Dr. Hans-Peter Rathjens, Wolfgang Lingenau und Heinz Sill), neu im Parlament ist hingegen Peter Kopp. »Es ist bedauerlich, dass er sich den Bürgern von Rosbach wegen der Corona-Krise nicht näher hat vorstellen können«, kommentierte Sill, selbst seit Jahren Erster Stadtrat und auf Rosbachs politischer Bühne ein »alter Hase«. Ähnlich wie der bisherige Fraktionsvorsitzende Dr. Rathjens sieht er in neuen Gesichtern auch neue Chancen für die Zukunft.

SALZ nicht mehr im Parlament vertreten

Die Freien Wähler konnten ihre fünf Sitze knapp verteidigen. Fraktionschef Christian Lamping führt zwar den (geringer als erwarteten) Stimmenverlust der FWG darauf zurück, dass man wieder deutlich vom Kumulieren und Panaschieren profitieren konnte, ein bloßes Durchregieren mit bekannten Konstellationen sei aber nicht ausreichend.

Ähnlich wie Volker Weidmann von der Wählerinitiative »Sozialer Aufbruch Lebenswerte Zukunft« (SALZ), der sein Wahlziel verfehlte und nicht mehr im Parlament vertreten sein wird, sieht er sowohl in Personen als auch in den Themen die Ursachen für das Abschneiden bei der Wahl. Wegen der Corona-Lage habe sich diesmal ein Präsenzwahlkampf verboten, und da sei es schwer gewesen, die Wähler zu erreichen.

Etwas mehr Glück war der FDP beschieden, die zwar von vier auf drei Stimmen zurückfiel, nun aber nicht (wie zunächst von ihr befürchtet) auf Dr. Volker Hoffmann verzichten muss. So hielt sich hier die Enttäuschung in Grenzen.

Die beiden Wahlsieger »Stimme« und Grüne bekamen ihre Linie vom Wähler bestätigt und dürfen nun mit mehr als doppelt so vielen Abgeordneten ihre politischen Ziele verfolgen (Grüne). Bei der »Stimme« dürfte die Ursache dafür sicherlich im starken Profil des Maar-Herausforderers bei den Bürgermeisterwahlen, Christoph Käding, zu finden sein. »Sachlich Politik, also gute Ideen kompetent vorgetragen, gepaart mit Bodenhaftung und großem Engagement kommen offenbar an und zahlen sich auch aus«, kommentierte der bisherige Fraktionsvorsitzende Dieter Kurth das Ergebnis. Eine grundsätzliche Änderung in der Rosbacher Politik erwarte er nicht, da es Blockbildung im Parlament schon lange nicht mehr gebe. »Die Zusammenarbeit mit dem partei- losen Bürgermeister ist schon jetzt von Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt geprägt.«

Auf Dialog und gegensei- tigen Respekt setzen auch die Grünen. »Wir haben in der Vergangenheit stets den Dialog zur Bürgerschaft gesucht. Dies werden wir auch in Zukunft so halten«, sagt Pressesprecherin Michaela Colletti. Bei der Besetzung der Mandate werde man auf Vielfalt und Parität achten. Der Ausländerbeirat, der alleine dank des Engagements der Grünen zustande gekommen war, werde die Arbeit abrunden und ergänzen. »Wir sehen die Mehrsprachigkeit der Mitglieder als Bereicherung und Chance zum Brückenbauen zwischen Kulturen und Ländern.«

Die Tabelle mit den einzelnen Ergebnissen folgt.

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