Burgkirche hat nach 19 Monaten wieder eine Pfarrerin

Rosbach v. d. H. (sky). Dass die Amtseinführung von Rebecca Müller, der neuen Pfarrerin an der Nieder-Rosbacher Burgkirche, in die Abendserenade des "Collegium Musicum" eingebettet war, dürfte die zierliche 35-Jährige gefreut haben. "Ich bin mit Musik groß geworden, sie gehört für mich zum christlichen Glauben", sagt sie.

Am Sonntag wurde Müller von Dekan Jörg-Michael Schlösser der Gemeinde vorgestellt und – was könnte besser zur Rose im Stadtwappen passen – mit einem Rosenstock als Begrüßungsgeschenk willkommen geheißen.

Nach 19-monatiger Vakanz ist die evangelische Pfarrstelle nun wieder besetzt. Sehr zur Freude der Gemeindemitglieder und des Kirchenvorstands, der in den vergangenen Jahren häufig einspringen musste, weil das Pfarrhaus immer wieder ohne Bewohner war. Das allerdings könnte in den nächsten Jahren auch so bleiben: Müllers Ehemann ist als Pfarrer in Ober-Erlenbach tätig, wo die vierköpfige Familie derzeit wohnt und auch bleiben will. Doch immerhin ist wenigstens der Schreibtisch im Gemeindebüro von Nieder-Rosbach wieder besetzt – wenn auch nur mit einer halben Dienststelle.

Geboren in Frankfurt und aufgewachsen in Butzbach, kehrt die 35-Jährige nun "zurück zu den Wetterauer Wurzeln". In Marburg, Berlin und Glasgow hat sie studiert, auf Städtereisen (vor allem durch Europa) andere Länder und Menschen kennengelernt und Eindrücke gesammelt. Nach der Geburt der beiden Kinder (drei und eineinhalb Jahre) hat sie die Liebe zum Wandern wiederentdeckt.

"Da kann man die Natur genießen und einmal so richtig abschalten." Daheim sucht sie den Ausgleich zum Berufsleben eher bei einem handfesten Krimi. "Ich lese einfach gern, warum sollte es nicht mal ein Krimi sein?" In ihrem Beruf zählt das Feiern eines Gottesdienstes zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. "Ein Gottesdienst bildet die Mitte der Gemeinde und ist der Kern unseres Tuns", sagt sie. "Ich habe Spaß an den verschiedensten Gottesdienstformen und bin immer neugierig auf Neues."

Rebecca Müller ist davon überzeugt, dass vor allem die christlichen Kirchen den Menschen viel zu geben haben. "Wir begleiten sie, wenn sie es wollen, von der Geburt bis zum Sterbebett. Das ist ein riesengroßer Schatz, auf den wir bauen können." Diesen Schatz will sie künftig auch mit allen teilen, die sich darauf einlassen wollen. Mit ihrer natürlichen Offenheit hat sie bereits beim ersten Zusammentreffen mit der Gemeinde viele Herzen öffnen können. "Jetzt hoffen wir, dass wir endlich jemanden gefunden haben, der nicht nach wenigen Jahren wieder geht", so ein Kirchenvorstandsmitglied.

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