Bürgerpark oder Wohnbebauung?

  • David Heßler
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Rosbach (hed). Ein Bürgerpark mit Mehrgenerationenhaus? Ein Seniorenheim? Oder doch reine Wohnbebauung? Über die Zukunft des Geländes der früheren Kita Brüder Grimm in Ober-Rosbach samt des angeschlossenen Spielplatzes wird derzeit diskutiert. Heute Abend, 20 Uhr, tagt der Ortsbeirat im Alten Rathaus, um für die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag einen Vorschlag zu erarbeiten.

Im Auftrag des Magistrats waren zuletzt drei Varianten für die Verwendung des 5700 Quadratmeter großen Kita-Geländes erörtert worden: die Schaffung eines Bürgerparks - in Variante 1 mit bezahlbarem Wohnraum, in Variante 2 mit einem Mehrgenerationenhaus - oder die komplette Vermarktung für Bauzwecke, womöglich samt neuer Seniorenwohnanlage.

Bürgermeister Steffen Maar hat sich bereits für einen Bürgerpark ausgesprochen, und auch die CDU plädiert für den Erhalt von innerörtlichen Spiel- und Grünflächen. Es gibt aber auch Stimmen, die das Gelände lieber ganz vermarkten würden, um andere Projekte gegenzufinanzieren. Die Firma Werner Wohnbau, die in Rosbach (Preulgasse) und Rodheim (Ober-Erlenbacher Weg) über 40 Häuser errichtet, hat bereits zwei Vorschläge für die Fläche gemacht: den Bau einer Seniorenwohnanlage mit 86 Pflegeappartements und Tagespflege oder eine Wohnbebauung mit 21 Doppel- und Reihenhäusern. Sie würde bis zu 3,7 Millionen Euro zahlen. Auf Rückfrage, ob ein Spielplatz bleiben könne, wenn Werner nur den nördlichen Teil bebaut, antwortete die Firma, dass das Projekt dann unrentabel wäre. Man könne sich aber vorstellen, auf eine Tagesstätte zugunsten eines Mehrgenerationentreffs zu verzichten.

Überzeugt von einer großflächigen Bebbauung des Areals ist der Magistrat aber nicht. Weil die Kita auf einer alten Müllkippe steht, könnte eine Bodensanierung teuer werden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dort »Behälter mit grundwassergefährdeten Stoffen vor sich hin rotten«.

Auch der Bau eines Mehrfamilienhauses für bezahlbaren Wohnraum könne zu weiteren Konflikten führen, heißt es in der Vorlage. Der Bauverein »Eigner Herd ist Goldes Wert«, der aktuell in der Sang erschwingliche Mietwohnungen erstellt, könne sich vorstellen, in etwa fünf Jahren hier zu bauen.

Bedarf sieht der Magistrat für ein Mehrgenerationenhaus für z. B. Seniorencafé, Mütter-Kind-Treffen, kleinere Kulturveranstaltungen und Seminare. Das Jugendhauses könnte von der Adolf-Reichwein-Halle umziehen.

Der öffentliche Spielplatz neben der ehemaligen Kita sei sehr beliebt und werde stark frequentiert. »Er ist weitläufig und stark begrünt. Das Gelände hat eine hohe Aufenthaltsqualität und übt eine Klimafunktion für diesen Teil des Stadtgebietes aus«, wirbt die Vorlage für den Erhalt des »Kleinods« und die Nutzung als Bürgerpark.

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