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»Brüder Grimm« schließt morgen

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Rosbach (hed/pm). »Schön, dass du da warst! Schade, dass du gehen musst!« Mit lauten Rufen haben die Kinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern Abschied von der Kita Brüder Grimm gefeiert. Morgen öffnet die Einrichtung zum (vorerst?) letzten Mal. Noch ist unklar, ob die Kita saniert oder abgerissen wird.

Die Abschiedsfeier fand anders als geplant nur im kleinen Rahmen statt, denn die Corona-Regularien ließen keine große Feier zu. Auch die Sonne wollte an diesem für viele Kinder und Erwachsene traurigen Tag nicht vom Himmel lachen. Nichtsdestotrotz ließen sich alle Beteiligten nicht die Laune verderben. Für viel Freude sorgte der Besuch des Eiswagens aus Friedrichsdorf auf dem Spielplatzgelände der Kita, bei dem sich alle Kinder eine Kugel Eis aussuchen durften.

Alle Kinder und Erzieher wurden in der bekannten Brüder-Grimm-Manier aus der Kita »geschaukelt«, begleitet von dem vielfachen Ruf »Schön, dass du da warst. Schade, dass du gehen musst«.

Die Bewohner verließen ihre alte Kita mit vielen Geschenken, ihrem persönlichen Portfolio-Ordnern, Messlatten und liebevoll gestalteten Geschenken und Büchern.

Die viergruppige Kita öffnet am Freitag zum vorerst letzten Mal ihre Türen für die 90 Kinder sowie 13 Erzieherinnen und Erzieher. Viele der Kinder werden nach der Sommerpause in die neue Kita Sang einziehen - begleitet von ihren Erzieherinnen, die ebenfalls zum freien Träger VZF wechseln. Wie zu hören ist, sollen die Kinder dort in ihren bekannten Gruppen mit bekannten Bezugspersonen zusammenbleiben, was den Wechsel erleichtern würde.

Andere Kinder wechseln in andere städtische Kitas, und auch einige Mitarbeiterinnen bleiben bei der Stadt angestellt und werden in anderen Einrichtungen eine neue berufliche Heimat finden. Für die Vorschulkinder hätte die Kindergartenzeit ohnehin geendet. Auch deren großes Abschiedsfest konnte nicht stattfinden.

Die Kita Brüder Grimm bietet seit ihrer Eröffnung 1972 seit nunmehr fast 50 Jahren Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder aus Rosbach. Anfangs nur als Halbtags-Kindergarten gestartet, wurden bis zuletzt, auch unter Corona-Bedingungen, Kinder ab drei Jahre von 7 bis 17 Uhr betreut. Das pädagogische Konzept mit halboffenen Gruppen, die zentrale Lage, überschaubare Größe und die Konstanz in dem Team waren Gründe für die Anmeldung.

In den vergangenen Jahren hatte der mögliche Abriss der Kita für viele Diskussionen und auch für ein Bürgerbegehren gesorgt, bei dem sich viele Bürger für den Erhalt der Kita aussprachen. Die Stadtverordneten beschlossen jedoch, dieses als unzulässig einzustufen; ein Bürgerentscheid blieb aus. Eine Klage vorm Verwaltungsgericht Gießen dagegen endete mit einem Vergleich.

Vielen fällt der Abschied schwer, und so kullerten bei der Feier Tränen. Ute Köppel etwa arbeitete seit 1987 in der Einrichtung und hat in dieser Zeit etliche Kinder beim Großwerden begleitet und dann in die Schule verabschiedet. Auch Jessica Träger, die seit 2001 in der Einrichtung tätig ist und sie seit 2012 leitet, verliert ein berufliches Zuhause. Sie wolle sich künftig voll auf die Kita »Am Kirschenberg« konzentrieren, sagte sie.

Eltern hoffen auf Neueröffnung 2022

Die weitere Zukunft der Einrichtung ist offen. Nach der Sommerpause wollen die Stadtverordneten und der Magistrats die künftige Nutzung planen. Auch das Mietverhältnis in der Kita »Am Kirschenberg« endet 2024.

Viele hoffen, dass sich die Stadtverordneten schnell entscheiden, ob die Kita saniert oder neu gebaut wird, »um die Mietkosten für die Stadt und die Belastung für alle Steuerzahler gering zu halten«, sagt Anna Reimann als Vertreterin des Elternbeirats. Vielleicht könne die Kita dann schon zum 50. Jubiläum 2022 eine Neueröffnung feiern.

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