Die Kinder vom Rosbacher Verein „Bricks4Kids“ bauen und forschen mit Lego.
+
Die Kinder vom Rosbacher Verein „Bricks4Kids“ bauen und forschen mit Lego.

Vereinsleben

„Bricks4Kids“ aus Rosbach: Mit Lego Lösungen finden

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
    schließen

Probleme gibt es eine Menge. Das Gute dabei: Die meisten lassen sich lösen. Vor allem mit einem guten Team. So ist das auch bei den Kindern des Rosbacher Vereins »Bricks4Kids«. Sie bauen Lego. Doch diese Beschreibung allein würde den Kindern nicht gerecht. Denn Lego ist nur das Werkzeug zum Forschen und um Probleme mithilfe von Naturwissenschaft und Teamgeist zu lösen.

Es gibt die Juniors und die Seniors, die Programmierer und die Bauer. Die Präsentierer und die Organisierer. Und sie alle haben ein gemeinsames Hobby: Lego. Dafür arbeiten die Kinder vom Verein »Bricks4Kids« an Projekten zusammen und stellen ihre Ergebnisse bei Wettbewerben vor.

Veranstaltungen in der Lego-Szene gibt es viele – und auf der ganzen Welt. Die Wettbewerbe haben Namen wie First Lego League (FLL) Explore oder Challenge, und bei allen werden die Teilnehmer herausgefordert, sich mithilfe von Lego mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

Zum Beispiel müssen die Teams bei einem der Wettbewerbe einen Roboter programmieren. In Vorbereitung auf diese Wettbewerbe forschen die Kinder zudem zu einem vorgegebenen Thema. Das Motto ist jedes Jahr ein anderes. Einmal zum Beispiel ging es um das Thema »Mission Mond«, ein andermal um »Wasser«. Dieses Jahr stand das Oberthema »mangelnde Aktivität« an. Das Problem, mit dem sich die Kinder auseinandersetzen mussten, wie der neunjährige Monty aus dem Juniorteam erklärt: »Viele Kinder sind Couch-Potatoes und machen keinen Sport.« Und, sagt der zwölfjährige Sebastian aus dem Senior-Team: »Ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig.«

Problem erkennen und forschen

Am Anfang des Projekts stand die Erforschung. So haben die Kinder mit Experten gesprochen – coronabedingt per Video-Chat. Eine Physiotherapeutin gehörte dazu, eine Ärztin und ein Sportler. In Interviews haben die Kinder sie beispielsweise gefragt, was die Hauptgründe für Krankheiten sind (Antworten: »Übergewicht«, »Wenn Du überhaupt keinen Sport treibst«). Oder wie man ein gesundes Leben führen kann (»Gesund ernähren, viel bewegen«). Aus diesen Infos haben sich die Lego-Kids an die Problemlösung gemacht. So haben sie mit Lego einen Sportpark kombiniert mit einem Spielplatz gebaut. Zudem haben sie eine App entwickelt: die Lightning-App mit Sportuhr. Damit werden Bewegungen aufgezeichnet, wie Schritte und Sprünge. Der Nutzer sammelt Punkte, die er gegen Belohnungen eintauschen kann.

Eines der Lego-Bauwerke des Rosbacher Vereins.

Zu den »Bricks4Kids« gehören 16 Kinder und vier Coaches (Eltern). Gegründet hat sich der Verein 2018. Zumindest formal. Projekte und Treffen gibt es aber bereits seit 2016 – damals noch in den Wohnzimmern der Mitglieder. 2018 dann die Vereinsgründung und eine Kooperation mit der Kapersburgschule (im Rahmen der Initiative des Bundes »Leistung macht Schule«). »Neben unseren beiden Junior-Teams haben wir 2019, erstmalig mit einem dritten Team, an der First Lego League Challenge teilgenommen – dem Wettbewerb für die älteren Kinder«, erzählt Adnan Dangir, Coach und Vorsitzender des Vereins.

Roboter programmieren

Neben dem Lego-Bauen spielt auch das Programmieren eine große Rolle. So muss bei dem Wettbewerb der FLL ein aus Lego gebauter Roboter programmiert werden und auf einem Spielfeld Aufgaben ausführen. Zum Beispiel muss er mit einer Schaufel auf einer Seite des Felds Steine aufsammeln, auf die andere Seite transportieren und abladen.

Das Programmieren ist am kniffeligsten, sagen die Kinder. Aber, und das ist das Tolle an den Lego-Projekten: Man wird mit all den Herausforderungen immer besser. Der Bonus bei Lego: Wenn etwas nicht funktioniert, kann man es noch einmal versuchen, sagt der neunjährige Monty. Und, ergänzt der elfjährige Joel: »Man kann alles ausprobieren.«

Neben den vielen naturwissenschaftlich-technischen Herausforderungen kommt auch eine sprachliche dazu: Dadurch, dass die Wettbewerbe international sind, wird Englisch gesprochen. Das Team von »Bricks4Kids« muss seine Projekte vor einer Jury auf Englisch präsentieren. Schwierig? Für manche schon, andere im Verein haben jedoch das Glück, zweisprachig aufgewachsen zu sein.

So oder so: Im Lego-Verein helfen sich alle gegenseitig. Die einen organisieren, die anderen präsentieren. Die einen bauen und die anderen programmieren. Aber alle haben sie als Team viel Spaß zusammen.

Internationale und nationale Wettbewerbe

Der Rosbacher Verein hat zwei Gruppen: die Juniors (sechs bis zehn Jahre) und die Seniors (10 bis 16 Jahre). Die Teams nehmen regelmäßig an Wettbewerben in der Lego-Szene teil und haben auch schon einige Erfolge erzielt. So hat die Mannschaft 2018 eine Auszeichnung für »unglaublichen Forscherdrang« bekommen. Aktuell haben sich die Kinder für den »FIRST Global Innovation Award 20/21« nominiert und sind damit eines der Top-150-Teams weltweit in der Kategorie »Innovation«.

Am 14. August will sich der Verein beim Rosbacher Kultursommer in der Wasserburg präsentieren: bei einem Familienpicknick mit Kids-Disco (und Lego-Tausch- und Verkaufsbörse). An diesem Tag präsentiert der Ockstädter Jens Müller sein mit Lego gebautes Heimstadion der Eintracht Frankfurt (Deutsche-Bank-Park). In naher Zukunft ist geplant, den Nachbau zeitweise dem Eintracht-Museum zu überlassen bzw. es eventuell zu versteigern. Denn, sagt Vorsitzender Adnan Dangir: Lego sei ein kostspieliges Hobby, zumal die Teilnahme an internationalen Wettbewerben dazugehört. Aktuell gibt es zwar keine Präsenzwettbewerbe, doch irgendwann schon – und die sind oft in den USA. Der Verein ist daher stets auf der Suche nach Sponsoren und Menschen, die die Projekte unterstützen. sda

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare