Die "Tuesday Night Band" Bistro tritt oft im "Pastis" in Friedberg auf. Jetzt haben sie sich auf den Weg nach Rosbach gemacht, um vor der Wasserburg aufzutreten. FOTO: LH
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Die "Tuesday Night Band" Bistro tritt oft im "Pastis" in Friedberg auf. Jetzt haben sie sich auf den Weg nach Rosbach gemacht, um vor der Wasserburg aufzutreten. FOTO: LH

Mit Blicken statt Notenblättern

  • vonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach(sky). Es fällt zwar schwer, es auszusprechen, aber es muss ja mal gesagt werden: Corona hat auch seine positiven Seiten - zumindest, wenn man genauer hinhört. Das meinte Christina Simon-Schön am Sonntagvormittag anlässlich der "Kultur an der Wasserburg", als die "Tuesday Night Band" aus Friedberg zum Open-Air-Jazz auf der kleinen Freilichtbühne auf dem Burgvorplatz einlud. "Man entdeckt, dass man unter freiem Himmel auch was Schönes machen kann."

Die drei Herren und eine Dame an Schlagzeug (Martin Kowollik), Kontrabass (Jonas Lohse), Gitarre Vincent Rocher) und Saxofon (Corinna Danzer) - drei von ihnen Lehrer an der Friedberger Musikschule - spielen normalerweise mit Andreas Müller (Klavier) im Bistro "Pastis" in Friedberg auf, aber diesmal hatten sie sich auf den Weg nach Rosbach gemacht und für den zweiten Teil ihres Auftrittes den "Special Guest" Mika Mai mitgebracht, einen gerade einmal elf Jahre alten, blinden Pianisten, der die Johann-Peter-Schäfer-Schule in Friedberg besucht und hier wahrhaft sein Bestes gab. Jeden letzten Dienstagabend im Monat trifft sich die Band im Pastis zur Jam Session, zu der sie regelmäßig Gäste zwischen 8 und 80 Jahren zu Mitmachen einladen. Einer davon ist Mika.

Jazz und Swing von den 30er Jahren mit vielen Improvisationen bis hin zum Bebob der Sechziger mit speziellen Stücken vom Broadway bestimmten am Sonntag das Repertoire der Truppe, und statt Notenblättern kam hier ein feines Gehör zum Einsatz. Während sich nämlich die einen für ihre Soli durch das Austauschen von Blicken verständigten, griff Mika in seine eigene Talentkiste Gehör und gab sich voll und ganz dem Gefühl der Musik hin - etwa beim "Song for my Father" oder "All Things you are".

Die vielen Soli kitzelten immer wieder verdienten Beifall heraus und schufen eine fast herzliche Verbindung zwischen Musikern und Publikum. Stadtrat Norbert Schön, den man bei vielen der abwechslungsreichen Programmpunkte der Reihe "Kultur an der Wasserburg" sehen konnte, war auch diesmal wieder voll Begeisterung und meinte mit einem Augenzwinkern: "Es war wirklich schön, verzaubert in die Welt des Jazz einzutauchen."

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