Natur und Großstadt: Dieser Blick ist der Lohn für den langen Aufstieg bis zur Aussichtsplattform. 	FOTOS: CF
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Natur und Großstadt: Dieser Blick ist der Lohn für den langen Aufstieg bis zur Aussichtsplattform. FOTOS: CF

Ausblick bis zur Skyline

  • vonChristine Fauerbach
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Rosbach (cf). Der Weg zu seinem Lieblingsplatz »Schöne Aussicht« im Naturpark Hochtaunus führt Horst Pauly auf Waldwegen immer nach oben, der Sonne entgegen. Sein idyllisch im Rosbacher Wald gelegenes Ziel ist eine Aussichtsplattform mit zwei Bänken in 357 Metern Höhe. Vom Naturparkplatz »Die Sang« aus schreitet der Spaziergänger nach der Autobahn-Unterführung auf der gut mit dem »Wildschwein-Symbol« ausgeschilderten Route hinein in den Wald. Der Weg ist in ein Wechselspiel aus Licht und Schatten getaucht. Die Laubbäume spenden bei den sommerlichen Temperaturen angenehme Kühle. Mit jedem Schritt bergauf wird das Rauschen der Autos auf der A 5 leiser. Vögel zwitschern, die Blätter der Laubbäume rascheln leicht im Wind, ab und zu knackt es im Unterholz. Am Wegesrand fließt das Wasser des Fahrenbachs leise durch sein Bett.

Der Weg führt vorbei an gefällten, großen Baumstämmen, die müde Wanderer oder Sportler zur Rast einladen. Beliebt ist die ansteigende Strecke bei Spaziergängern, Wanderern, Joggern, Walkern, Radfahrern und Reitern. »Jeden Donnerstag laufe ich mit den Mitgliedern der Nordic-Walking-Gruppe der TG Ober-Rosbach zu meinem Lieblingsplatz«, sagt der Spaziergänger. Vorbei geht es an einem ausgehöhlten Baumstamm, der als Wassertrog dient. Rechts davon befinden sich ein Rastplatz mit Tisch und Bänken. Dahinter ragen Tipistangen auf einem Platz unter Baumriesen auf.

Kraft tanken, Stille genießen

Wer mit wachen Augen durch den Wald geht, kann links und rechts des Weges immer wieder etwas entdecken. Schnell wird klar: Der Wald lebt trotz vom Sturm oder Borkenkäfern geschlagener Schneisen. Horst Pauly genießt seinen Spaziergang durch den Rosbacher Stadtwald. Hier kann er Abschalten, zur Ruhe kommen, Kraft tanken und die Stille genießen. Er kennt die Strecke bestens, kann viel über den Wald, den ehemaligen Rosbacher Steinbruch am Kellerberg und die Verwendung der Quarzitsteine erzählen. Die festen, witterungsbeständigen Steine finden sich unter anderem in den Fundamenten vieler Fachwerkhäuser, in Ober-Rosbach in der Stadtmauer, dem Wehr- und Wohnturm, auf den Ortsgassen sowie in den Kirchen in Ober- und Nieder-Rosbach.

Auch woher die Bezeichnung »Die Sang« kommt, die nicht nur dem Naturparkplatz, sondern auch einem Neubaugebiet ihren Namen gibt, weiß er. »Die Sang« bezeichnet ein für die Urbarmachung abgesenktes Gebiet in der Heidelandschaft«, informiert Horst Pauly. Er ist zweiter Vorsitzender des Heimatgeschichtsvereins Rosbach und kennt sich mit der Historie der Stadt aus.

Nach einer Dreiviertelstunde ist Pauly am Ziel, der Aussichtsplattform »Schöne Aussicht« auf der Sausteigschneise angekommen. Belohnt wird er für den Aufstieg mit einem tollen Rundumblick. Unter dem Aussichtspunkt erstreckt sich das ehemalige Gelände des Quarzitsteinbruchs.

In der Grube ist ein wertvolles Biotop entstanden, in dem sich viele Tiere und Pflanzen ansiedelten, die in geschlossenen Wäldern nur begrenzte Lebensmöglichkeiten haben.

Wie ein kleines Schwimmbad

Im See gibt es mehrere kleine Inseln und Flachwasserzonen. Ein kleiner Nebenteich, in dem das Wasser sauberer ist als im großen Biotop, wird als Schwimmbad genutzt. Oft wird auf dem Gelände auch gefeiert und gegrillt, obwohl das Betreten, Schwimmen und alles andere verboten ist«, sagt der Ober-Rosbacher. Auch am gegenüberliegenden Rand des ehemaligen Quarzitsteinbruchs befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen ungestörten Blick auf das Biotop ermöglicht.

Von Horst Paulys Lieblingsplatz »Schöne Aussicht« aus, kann man bei klarem Wetter die Frankfurter Skyline sehen oder bis zur Bergstraße und in den Odenwald blicken. Wer will kann anschließend weiter auf einem Weg zur Kapersburg wandern oder sich wieder an den »Abstieg« zum im Tal liegenden Ober-Rosbach machen.

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