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Müllfahrzeuge müssen aktuell schon Slalom fahren. Komme dann noch jemand entgegen, werde es schwierig, befürchten die Anwohner »Am Kirschenberg«.

Anwohner: Einbahnstraße behalten

  • VonEdelgard Halaczinsky
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Rosbach (sky). Seit ihrer Erschließung Anfang der 1960er Jahre ist die Straße »Am Kirschenberg« eine Einbahnstraße und wird eigentlich nur von Anliegern befahren. Jetzt steht die Sanierung der Wasser- und Kanalleitungen an, und im Zuge dessen soll auch die Fahrbahndecke erneuert werden. Daran gäbe es nichts zu kritisieren, würden die Planer nicht die Einbahnregelung aufheben und eine gepflasterte Spielstraße mit Gegenverkehr einrichten wollen.

Außerdem soll es künftig nur noch 19, wechselseitig angeordnete und fest eingezeichnete Parkplätze geben. Bisher ist dort Platz für fast 30 Fahrzeuge bei freier Parkplatzwahl.

Ein Rückblick: Im August 2019, als die Straße in die Prioritätenliste der zu erneuernden Verbindungen aufgenommen worden war, hatten sich mehrere Anwohner mit der Bitte an die Stadt gewandt, rechtzeitig über die Baumaßnahmen informiert zu werden. Erst Anfang März dieses Jahres bekam man jedoch eine Antwort seitens der Stadt, in der die oben erwähnten Pläne bereits vorgestellt wurden. Den Anwohnern wurde eine Frist von nur zwölf Tagen zur Stellungnahme eingeräumt.

Anwohner Georg Berntsen machte seinem Ärger Luft und verfasste daraufhin ein Schreiben, das von sieben seiner näheren Nachbarn mitunterzeichnet worden war, und in dem man arges Befremden gegenüber den Plänen der Stadt zum Ausdruck brachte. Zudem kritisierte man die zeitlichen Abfolgen. Die Stadt lud daraufhin Ende April (pandemiebedingt) zur Video-Infoveranstaltung ein und stellte das Vorhaben noch einmal vor. Die Anwohner wandten sich an den Ortsbeirat, der das Thema in seiner jüngsten Sitzung auf die Tagesordnung setzte.

Wenig Platz für Begegnungsverkehr

»Warum soll die Einbahnstraße, die sich seit über 50 Jahren bestens bewährt hat, nun plötzlich ohne Not für beidseitigen Begegnungsverkehr eingerichtet werden?« fragten die Anwohner, die recht zahlreich zur Ortsbeiratssitzung erschienen waren, sichtlich verärgert. Mit etwa fünf Metern derzeit asphaltierter Breite sei zu wenig Platz für Fahrzeugbegegnungen - vor allem, wenn sich Lkw (z. B: Müllfahrzeuge und ein weiteres Fahrzeug) einander begegneten. Ein Anwohner hatte ein Foto gemacht, wie sich ein Müllwagen mit Mühe an einem parkenden Kleinwagen vorbeizwängt. »Wenn ein Fahrzeuglenker den Begegnungsverkehr wahrnimmt, hat er in der Regel schon die Hälfte der Straße durchfahren und muss dann den ganzen Weg rückwärts wieder hinausfahren, um den anderen vorbeizulassen«, lautete ein Einwand. Ortsbeiratsmitglied Peter Kopp, selbst Berufs-Lkw-Fahrer, bestätigte, dass dies eine Herausforderung sei. »Ohne Einweisungshilfe dürfte das sehr schwierig sein.« Bedenke man dann noch die Reduzierung der Anwohnerparkplätze von rund 30 auf 19, so könne man die Pläne nur mit Kopfschütteln beantworten, meinte ein Anwesender.

Verbundsteine statt Asphalt

Ein weiteres Problem dürfte das Ansinnen mit sich bringen, den Straßenbelag nicht, wie bisher, aus Asphalt zu gestalten, sondern - wie an anderen Stellen im Ortsgebiet auch - aus Verbundsteinen. »Die Steine verrutschen im Laufe der Jahre und fangen an zu klappern«, hieß es. Bestes Beispiel sei die Homburger Straße, über die auch die Buslinie nach Friedberg verläuft.

Bürgermeister Steffen Maar hat Verständnis für die Sorgen der Anwohner. Er verwies jedoch auf die Verkehrsbehörde des Wetteraukreises, bei der die rechtlichen Vorgaben für die Anordnung von Einbahnstraßen liegen. Werde eine Straße erneuert, komme alles noch einmal auf den Prüfstand. »Ich hoffe, wir werden hier mit guten Argumenten zu einer rechtssicheren und praktikablen Lösung kommen«, meinte er. Von dem, was bislang vorgeschlagen wurde, fand allerdings nichts die Zustimmung der Anwohner.

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