Müllsammel-Aktion

Altes Badezimmer landet bei Rosbach im Wald

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Bei der Aufräumaktion "Sauberhaftes Rosbach" haben die Bürger jede Menge Unrat gefunden. Darunter war auch illegal entsorgter Bauschutt und Sperrmüll.

Das Schmuddelwetter am Samstag passte zu der "Drecksarbeit", die die zahlreichen ehrenamtlichen Müllsammler auf sich genommen hatten. Über drei Stunden lang waren sie einzeln oder (meist) in Gruppen unterwegs gewesen, um alle drei Rosbacher Stadtteile mit einem Großreinemachen fit für den Frühling zu machen.

Häufig waren es achtlos weggeworfene Tüten oder Getränkebehälter, manchmal ein "versehentlich" verlorenes Utensil, aber – und das war für Umweltberater Heinz Sill ganz besonders ärgerlich – wieder einmal viel zu oft die Ergebnisse einer absichtlich illegalen Entsorgung von Sperrmüll oder Bauschutt. Die Beseitigung übernahmen die freiwilligen Helfer bei der Aktion "Sauberhaftes Rosbach". Aber die Kosten für den Sondereinsatz des Bauhofs und die anschließende Entsorgung der eingesammelten "Schätze" bleiben an der Allgemeinheit hängen. Nicht nur in Rosbach.

Eigener Container muss her

Einen besonders krassen Fall hatte Umweltberater Sill an der "Waldbahn" Richtung Munitionsdepot der Bundeswehr ausgemacht. "Hier hat jemand offenbar sein Badezimmer renoviert und alles, was er nicht mehr brauchte, in den Wald gekippt", sagte Sill. Von der Toilettenschüssel über den Hängeschrank und Abwasserrohre bis hin zu Leuchtstoffröhren hatte der Umweltfrevler alles, was er für überflüssig fand, einfach abgeladen. Dass ein Teil davon auch im Graben gelandet war, wo es mühevoll wieder aus dem Wasser herausgefischt werden musste, schien ihn nicht gestört zu haben. Sill: "Das war so viel, dass ich beim Bauhof einen Extra-Container an diesen Platz bestellen musste, um alles abzutransportieren." Nur mit einer blauen Mülltüte in der Hand hätte man hier nichts ausrichten können.

Auch Rainer Schütz vom städtischen Bauhof ärgerte sich, dass die Straftäter zu selten erwischt werden. "Wenn die bei Nacht und Nebel kommen und wir sie nicht auf frischer Tat erwischen, reden sie sich gern heraus." Im dem Fall an der Waldbahn hat Sill Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Deutlich mehr Müll als im Vorjahr

Beim gemeinsamen Mittagessen in der Rodheimer Erich-Kästner-Schule sowie im Bauhof Rosbach verkündete Bürgermeister Thomas Alber als eine seiner letzten Amtshandlungen die traurige "Erfolgsbilanz" der Helfer. Wie immer zählten Autoreifen, Autobatterien und Windeln zu den traurigen Höhepunkten der Ausbeute. Die Gruppe vom BUND entdeckte Reste eines Rehkadavers, von dem unklar war, ob er auf natürliche Weise dort hingekommen oder von Menschenhand abgelegt worden war. Auch ausrangierte Möbel bis hin zu scharfen Klingen eines Teppichmessers hatten den geheimnisvollen Weg in die freie Natur gefunden.

Rund 8,5 Tonnen Müll – das entspricht 20 Kubikmeter – hatten die 200 Helfer am Ende des Vormittags zusammengetragen. Das war gegenüber dem Vorjahr (6 Tonnen) eine deutliche Steigerung. (Fotos: sky)

Kein Kavaliersdelikt

Illegale Müllentsorgung gilt als Straftat und kann in Hessen mit bis zu 50 000 Euro Bußgeld belegt werden. Die Höchststrafe gilt für Bauschutt über fünf Kubikmeter bei sogenannter schädlicher Verunreinigung. Aber auch die übrigen Strafen für ordnungswidrige Entsorgungen sind saftig, hier ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog: Sperrmüll bis ein Kubikmeter oder 100 Kilogramm: 50 bis 400 Euro; bis zu fünf Altreifen: 75 bis 200 Euro; Fahrrad: 20 bis 100 Euro; Altöl bis 20 Liter: 25 bis 250 Euro. Da ist die ordnungsgemäße Entsorgung bei den Recyclinghöfen deutlich günstiger – und umweltfreundlicher. (sky/dab)

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