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Mann der klaren Worte: Klaus Neubauer will den TuS besser aufstellen.

"Wir sind kein Fitnessstudio"

Rockenberg (fef). Es sah lange nicht gut aus für den Turn- und Sportverein (TuS) Rockenberg. Über neun Monate blieb der Verein ohne Führung. Ehrenvorsitzender Jürgen Edelmann hatte kommissarisch die Leitung inne, warnte vor dem Aus für den Club. Nun ist Schluss mit Bangen.

Seit Freitagabend gibt es wieder einen Vorsitzenden: Klaus Neubauer nahm unter Tränen die große Bürde an. Zuvor stellte er jedoch Bedingungen, forderte unter anderem eine bessere Strukturierung der unterschiedlichen Abteilung.

In der Jahreshauptversammlung wurden zunächst die anderen Vorstandsposten besetzt. "Es muss sichergestellt sein, dass der Vorstand sich auf seine Arbeit konzentrieren kann", sagte Edelmann zum eher ungewöhnlichen Prozedere. Zur Erleichterung der 63 anwesenden Mitglieder standen Pressewart Bernd Sulzbach und Kulturwart Emmerich Neubauer zur Wiederwahl bereit. Anders sieht es bei den Wanderern aus: Winfried Hacker betonte am Abend erneut, er werde nicht noch einmal kandidieren. Ob die vor 30 Jahren gegründete Gruppe, deren Mitgliederstamm sich seit Jahren kaum verändert hat, damit auf der Kippe steht, ist ungewiss.

Unproblematisch war die Wahl der Frauenturnwartin. Die Position war zuletzt unbesetzt, obwohl dem Verein mehr Frauen (494) als Männer (488) angehören. Christine Dietz will sich fortan der Herausforderung stellen. Sylvia Springer übernimmt für Rafael Dietrich die Funktion als Kinderturnwartin. Dietrich ist neue Sportwartin. Claudia Langsdorf prüft ab sofort als Revisorin (zuvor Manuel Barufe) an der Seite von Gudrun Bischoff die Vereinskasse. Neue zweite Besitzerin ist Etta Wetz. Ebenfalls im Vorstand bleibt Adrian Herbert als Schriftführer. Jürgen Schwer und Jürgen Springer wachen über die Vereinskasse, die durch das Jubiläumsfest einen Verlust von rund 3500 Euro verkraften musste. Überdies wurden Edgar Groß, Horst Edelmann, Wolfgang Holaschke und Josef Kraus in den Ältestenrat gewählt.

Als schwierig entpuppte sich die Suche nach einem zweiten Vorsitzenden. Hans Wokittel hatte schon im Juni den Job abgegeben. Wie damals wollte sich auch am Abend kein Mitglied dieser Aufgabe stellen. Für Neubauer aber kein Grund zum Rückzug: "Ich habe es versprochen", sagte er sichtlich gerührt.

Gleichwohl fand der Außendiensttechniker in seiner anschließenden Antrittsrede deutliche Worte: "Wir sind kein Fitnessstudio, wo man bezahlt und wieder heimfährt" Ein Verein brauche Initiative, um das Angebot aufrechthalten zu können.

Neubauer fordert vollen Einsatz von seinen Vorstandskollegen. Das bedeute vor allem, Aufgaben unverzüglich und so auszuführen, wie sie zuvor vereinbart wurden. "Ich bin nicht immer der Ruhigste und wir werden auch mal aneinander geraten", meinte der 48-Jährige. Klare Worte seien sein Ding.

Um den Verein effizienter zu gestalten, schwebe ihm das "Fußballer-Konzept" vor. Wie bei den Kickern üblich, sollte es auch in den übrigen Abteilungen einen Vorsitzenden, Stellvertreter und weitere Verantwortliche geben, die dem Vorstand zuarbeiten.

Für den 48-Jährigen ist die Wahl zunächst auch eine auf Probe. "Ich erinnere daran, dass nächstes Jahr turnusgemäß der Vorsitzende wiedergewählt werden muss." Dennoch: Neubauer machte deutlich, dass der TuS seine sportliche Heimat ist. Seit Jugendalter im Verein, ist er nicht nur aktiver Fußballer und Schiedsrichter. Schon früh engagierte es sich auch als Jugendtrainer und Jugendleiter. "Für so viele Erinnerungen lohnt es sich zu kämpfen."

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