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Da wird es die Toilette hinuntergespült, das Trinkwasser. Pro Person ungefähr 32 Liter pro Tag.

Statt Trinkwasser

Wie Klospülen mit Regenwasser funktioniert

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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Im Durchschnitt spült eine Person pro Tag rund 32 Liter Trinkwasser die Toilette hinunter. Doch das muss nicht sein. Die Spülkästen können auch mit Regenwasser betrieben werden.Der Rockenberger Bauamtsleiter MIchael Witzenberger erklärt, wie.

Wofür lässt sich zu Hause Regenwasser statt Trinkwasser benutzen?

Als Erstes kann man für sämtliche Gartenbewässerungen Regenwasser benutzen. Auch für die Toilettenspülung wird oft Regenwasser genutzt, wenn man eine Hauswasseranlage besitzt. Mit einem entsprechenden technischen Equipment - Reinigung und Filter - könnte auch die Waschmaschine mit Regenwasser betrieben werden.

Was kommt auf jemanden zu, der seinen Toilettenspülkasten auf den Betrieb mit Regenwasser umrüsten möchte?

Wenn ein Wohnhaus noch gar keine Zisterne bzw. kein Hauswasserwerk besitzt, ist das kein unwesentlicher Aufwand: Neben Erdarbeiten, Deponiekosten und Materialkosten für die Zisterne kommen die Leitungsverlegung und entsprechende Anschlüsse an das Kanalsystem dazu. Außerdem braucht man eine Zu- und Saugleitung zum Hauswasserwerk und das Hauswasserwerk selbst. Die Leitungen vom Hauswasserwerk zur Toilette müssen verlegt werden und Zwischenzählervorrichtungen installiert werden. Im Zuge einer Gebäudesanierung oder bei einem Neubau lohnt sich das eher.

Was müssen Hausbauer dann beachten?

Es muss bei der Sanitärinstallation mitgeplant werden. Ich brauche zwei Leitungsnetze, da das Regenwasser aus hygienischen Gründen nicht mit dem Trinkwasser vermischt werden darf.

Wieso sollte man seine Toilette mit Regenwasser spülen?

Um Trinkwasser zu sparen. Aus ökologischen Gesichtspunkten und vor allem angesichts der vergangenen trockenen Jahre und dem damit einhergehenden Sinken des Grundwasserspiegels ist das eine sinnvolle Maßnahme. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich 120 Liter Trinkwasser pro Tag für die Toilettenspülung. Das sind über 43 000 Liter im Jahr. Zudem muss für dieses gesparte Trinkwasser keine Gebühr bezahlt werden - also auch ein finanzieller Aspekt. Zu beachten ist allerdings, dass für das als Abwasser ins Kanalnetz eingeleitete Regenwasser die Schmutzwassergebühr anfällt.

Was haben Sie für Erfahrungen mit der Umstellung auf Regenwasser gemacht?

Es wurden bisher gute Erfahrungen gemacht. Und evtl. Verschmutzungen lassen sich leicht mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln beseitigen.

Kommt mit der Umrüstung Extra-Arbeit auf die Besitzer zu?

Nur die Filterreinigung. Das muss regelmäßig, ca. fünf Mal im Jahr, gemacht werden. Aber das ist eine Sache von wenigen Minuten, und mit ein wenig handwerklichem Geschick ist es nicht nötig, hierfür eine Firma zu beauftragen.

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