Die FDP-Politiker Dr. Jörg-Uwe Hahn und Marion Schardt-Sauer informieren sich über das an Corona-Bedingungen angepasste Ausbildungskonzept in der JVA Rockenberg. FOTO: PM
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Die FDP-Politiker Dr. Jörg-Uwe Hahn und Marion Schardt-Sauer informieren sich über das an Corona-Bedingungen angepasste Ausbildungskonzept in der JVA Rockenberg. FOTO: PM

"Wichtig und verantwortungsvoll"

  • vonred Redaktion
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Rockenberg(pm). Auch in Corona-Zeiten muss der Betrieb eines Gefängnisses aufrechterhalten werden - nicht zuletzt die Berufsausbildung und -qualifizierung der Inhaftierten. Über das Wie machten sich kürzlich die justizpolitische Sprecherin der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Marion Schardt-Sauer, und ihr FDP-Fraktionskollege und ehemalige Justizminister Dr. Jörg-Uwe Hahn aus Bad Vilbel in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rockenberg ein Bild. Dort informierte die neue Anstaltsleiterin Stephanie Schmid über aktuelle Entwicklungen rund um die JVA, insbesondere in Corona-Zeiten.

Schmid ist seit Oktober vergangenen Jahres im Amt. Nach ihren Worten bietet die JVA Rockenberg derzeit aufgrund von Umbaumaßnahmen nur Platz für 150 Inhaftierte, 115 Haftplätze sind derzeit belegt. Die JVA ist zuständig für den Vollzug der Jugendstrafe und die Untersuchungshaft bei männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden und beschäftigt derzeit 170 Mitarbeiter. "Der Justizvollzug hat sich in Zeiten der Pandemie deutlich verändert. Um das Risiko eines Ausbruches von Covid-19 in unserer Anstalt zu minimieren, wurde ein strenges Hygienekonzept gestaltet und umgesetzt", erklärte Schmid. Neue Häftlinge müssten beispielsweise in der Jugend-JVA in Wiesbaden zunächst in Quarantäne verweilen, bis die Verlegung nach Rockenberg erfolgen könne.

Berufsausbildung aufrechterhalten

Zudem sei die Berufsausbildung derzeit nur eingeschränkt möglich, während des Lockdowns sei die Ausbildung der Häftlinge sogar eingestellt worden, um das Risiko einer Ansteckung innerhalb des Gefängnisses zu vermeiden. Die Einführung eines Schichtsystems bei den Ausbildungsmaßnahmen sorge nun dafür, dass ein entsprechender Mindestabstand zwischen den Lehrkräften, Ausbildern und Häftlingen gewahrt bleibe.

"Es ist wichtig, dass unsere Bildungsmaßnahmen weitergeführt werden. Dies ist für eine gelungene spätere Resozialisierung ein wichtiger Baustein", machte die Anstaltsleiterin die Wichtigkeit deutlich. Derzeit biete man beispielsweise neben dem Hauptschulabschluss unter anderem Berufsausbildungen als Koch, KFZ-Mechatroniker oder Bäcker an. Außerdem sei die sportliche Betätigung der Inhaftierten gerade jetzt von besonderer Bedeutung.

Schmid berichtete, dass in Zeiten des Lockdowns der Besuch von Angehörigen der Häftlinge nicht mehr zugelassen werden konnte. Derzeit habe man die Besuchsregeln wieder gelockert. Zudem habe man die Möglichkeit einer Videokonferenz eingerichtet. Häftlinge können hier unter strenger Aufsicht in ausgewählten Zeiten per Videochat mit ihren Angehörigen kommunizieren. Aufgrund der aktuellen Situation verzichteten die Anstaltsleitung und die FDP-Politiker darauf, das Gelände und die Einrichtungen gemeinsam zu besichtigen.

"Justizvollzugsanstalten vollbringen wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben zum Wohle des Gemeinwesens, weshalb es für unsere Arbeit enorm wichtig ist, uns direkt vor Ort zu informieren", sagte Schardt-Sauer.

Hahn ergänzte: "Es ist wichtig, dass die Ausbildungsmaßnahmen in der JVA, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, weitergeführt werden, denn eine schulische und berufliche Qualifikation ist wichtig, um eine erneute Straffälligkeit nach der Zeit im Gefängnis zu verringern."

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