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Vorausschauende Versorgung

  • VonBernd Burkard
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Rockenberg (bu). Auch wenn die Rockenberger Kirmes coronabedingt nicht wie in der Zeit vor der Pandemie stattfinden konnte, hat es dieser Tage einige Anlässe zum Feiern gegeben. Den Auftakt bildete »Zehn Jahre Dorfbrunnen« auf dem Freien Platz. Der Brunnen wird von Rosel Kemmerer mit ihren Helfern immer wieder liebevoll geschmückt und in Szene gesetzt.

Der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins, Manfred Breitmoser, hatte herausgefunden, dass an dieser Stelle einmal der Sandbrunnen Wasser für das ehemalige Gasthaus Zur Gerste lieferte. Bewirtet wurden die Gäste mit Sekt und Leckereien aus der Küche von Conny Wetz.

Im Zelt des Roten Hauses wurde an das 125-jährige Jubiläum der Marienapotheke erinnert. Auf dem Programm standen auch ein Seifenblasen-Workshop für Kinder mit Christina Alles und der Luftballonkünstlerin Manuela Pauli sowie ein Schätzspiel mit attraktiven Preisen.

Bürgermeister Manfred Wetz ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der von Nicola Gerdes geführten Apotheke und das nicht alltägliches Jubiläum ein. Die Gemeinde Rockenberg ist Eigentümerin der Apotheke - eine seltene Konstellation in Hessen. Das Jubiläum steht in Bezug auf einen Vertrag, den die Gemeinde Rockenberg und die Gemeinde Oppershofen am 16. Mai 1895 geschlossen hatten. Mit diesem Vertrag wurde dem jeweiligen Besitzer der Apotheke in Rockenberg eine Einnahme von 3400 Mark jährlich garantiert. Wird diese Einnahme nicht erwirtschaftet, verpflichten sich beide Gemeinden, den fehlenden Betrag jeweils zur Hälfte zu entrichten. Der Vertrag wurde zunächst auf fünf Jahre abgeschlossen.

Mit dieser vorausschauenden Vereinbarung der beiden Nachbarkommunen - heute würde man das als interkommunale Zusammenarbeit bezeichnen - wurde der Bestand der Apotheke letztlich bis heute gesichert.

Jubiläum wegen Corona verschoben

Eigentlich war das Jubiläum im vergangenen Jahr, doch wegen der mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen war eine Veranstaltung damals nicht möglich.

Urkunden zeigen, dass sich in dem ortsbildprägenden, Fachwerkbau am Beginn der Obergasse bereits ab dem Jahr 1837 eine Apotheke befand. Diese hatte die Aufgabe, die Strafanstalt »Marienschloß« und die Ortschaften Rockenberg und Oppershofen mit Medikamenten zu versorgen.

Eine Apotheke in einer relativ kleinen Gemeinde wie Rockenberg sei nicht selbstverständlich, aber eine wichtige Infrastruktureinrichtung. Deshalb seien die Gemeinde und die Pächter der Apotheke immer auf eine gute Zusammenarbeit bedacht gewesen.

»Eine Apotheke hat heute viel mehr als Medikamente im Angebot und bietet zudem eine ganze Reihe von Leistungen und vor allem eine gute fachliche und vertrauensvolle Beratung an. Den Pächtern und den Mitarbeiterinnen der Apotheke sei dafür an dieser Stelle vielen Dank gesagt«, so Bürgermeister Wetz, neben der heutigen Pächterin auch deren Vorgängerin Inge Möhlen begrüßen konnte.

Karussellfahren für die Kinder, Federweißen mit Zwiebelkuchen und musikalische Unterhaltung mit Bardo Langsdorf und Herrmann Witzenberger im Roten Haus rundeten das bunte Kirmesprogramm ab.

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