Wo sogar Opfer dem Täter helfen

  • vonRedaktion
    schließen

Rockenberg (pm). Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Rockenberg ist mit der Sepp-Herberger-Urkunde für den zweiten Platz im Bereich Resozialisierung ausgezeichnet worden. Damit ist auch ein Geldpreis von 3000 Euro verbunden. Die Auszeichnung wurde in Berlin für die gelungene Integration eines jungen Strafgefangenen in einen Fußballverein verliehen. Nicht nur, dass sich die damaligen Opfer des Inhaftierten als Spieler und Sponsor für den TSV Elmshausen engagieren; der Verein unterstützte den jungen Mann auch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Der ehemalige Inhaftierte spielt heute noch bei dem Verein im Odenwald.

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann betonte: »Diese Auszeichnung ist nicht nur ein Zeichen für das besondere Engagement der Mitarbeiter der Rockenberger JVA. Sie steht auch beispielhaft für die vielen unterschiedlichen Projekte, die die Resozialisierungsarbeit in den hessischen Justizvollzugsanstalten unterstützen.« Nur mithilfe von Vereinen wie dem TSV Elmshausen könne eine lebensnahe Resozialisierungsarbeit stattfinden und gelingen. Sie sei deshalb froh, wenn sich Vereine immer wieder auf die Zusammenarbeit mit Justizvollzugsanstalten einließen.

Trikots und Bälle vom Preisgeld

Mit dem Preisgeld soll das Sportangebot in der JVA Rockenberg weiter verbessert werden. So wird der Gefangenensportverein unter anderem neue Trikots und Bälle beschaffen. Sportangebote sind ein wichtiger Baustein der Resozialisierungsarbeit und dienen als zentrales Wertevermittlungssystem im Vollzug.

»Die Inhaftierten lernen nebenbei Dinge wie Rücksichtnahme oder Fairplay. Damit ist Sport nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein Baustein in der Persönlichkeitsentwicklung«, sagte Kühne-Hörmann. Obwohl der Sport eine zentrale Position im Vollzugsalltag einnehme, sei er nicht leicht zu organisieren; es müssten Sicherheitsanforderungen Rechnung getragen und spezielle Bedürfnisse berücksichtigt werden. »Das wird nur durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht, die sich oft besonders für den Sport einsetzen.«

Die Ministerin dankte besonders dem für das Projekt verantwortlichen Sportübungsleiter Christopher Mank. »Er hat großes Engagement gezeigt, um den jungen Menschen in der Justizvollzugsanstalt Rockenberg auf dem Weg zur Resozialisierung zu helfen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare