Jürgen Hutfiels hat den Storch bereits das zweite Mal verletzt auf der Wiese gefunden.
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Jürgen Hutfiels hat den Storch bereits das zweite Mal verletzt auf der Wiese gefunden.

Rockenberg

Schüsse auf Storch - Tier muss eingeschläfert werden

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Schon im Vorjahr hatte der BUND-Vorsitzende Jürgen Hutfiels einen verletzten Storch in den Wetterwiesen gefunden und wieder aufgepeppelt. Nun musste das Tier eingeschläfert werden - jemand hat den Weißstorch angeschossen.

Wie Hutfiels als Ortsbeauftragter für Vogelschutz berichtet, fand er den Storch nach Hinweisen aus der Bevölkerung. Anhand der Ringnummer konnte er feststellen, dass es sich um das selbe Tier handelte, das im vergangenen Jahr verletzt aufgefunden worden war.

Der Storch war nach Tagen des Aufenthalts in der Gießener Tierklinik und der Storchenauffangstation Wabern wieder ins »Gies« zurückgebracht worden. Sein Horst war allerdings von einem anderen Paar besetzt. Es sei zu mehreren Kämpfen gekommen; das neue Paar habe sich durchgesetzt, berichtet Hutfiels. Das »Altpaar« habe danach mehrere Netser auf Strommasten gebaut - die aus Gründen der Netzsicherheit von der Ovag entfernt werden mussten.

Schüsse auf Storch: Bereits sieben Nester gebaut

Hutfiels fand den Storch heuer auf der Wiese westlich des Klärwerks am Ovag-Mast, auf dem das Tier im vergangenen Jahr sein mittlerweile siebtes Nest gebaut hatte. In diesem Jahr ist das Nest seit Anfang Februar von einem neuen Paar besetzt.

Wie Hutfiels berichtet, hatte er beim Anblick des verletzten Storches vermutet, dass er um seinen Nestplatz kämpfen wollte und dabei seine Verletzung in der Stromleitung zugezogen hat.

Das dies nicht der alleinige Grund für den Zustand des Tieres war, stellte sich nach der Untersuchung in der Tierklinik heraus: Der Vogel war beschossen worden - in seinem Körper wurde ein Projektil vorgefunden, berichtet die Polizei. Sie ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz.

Bei dem aufgefundenen Geschoss handelt es sich um ein sogenanntes Diabolo, das aus Luftgewehren und Luftpistolen verschossen wird.

Der Storch wurde aufgrund seiner schweren Verletzungen eingeschläfert. Es stehe jedoch derzeit nicht fest, ob das Tier aufgrund des Beschusses derart schwer verletzt wurde, dass es nicht überlebt hätte.-

Mögliche Zeugen werden gebeten, sich telefonisch mit den Ermittlern der Polizei unter Tel. 0 60 33/7 04 30 in Verbindung zu setzen.

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