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Sind stolz auf ihr neues Werk: Illustratorin Doris Bauer (l.) und Autorin Luise Link.

Spannender Zukunftsroman von Luise Link

»Mondia« erzählt vom Überleben der Schönheit

  • VonChristine Fauerbach
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Mit »Mondia oder Die Verschwörung der Gleichen« legt Autorin Luise Link aus Rockenberg einen spannenden Zukunftsroman vor. Es geht um Politik und Macht, um Schönheit und Liebe.

Autorin Luise Link und Illustratorin Doris Bauer genießen die wärmenden Strahlen der Herbstsonne im Bad Nauheimer Kurpark. Das Duo ist ein eingespieltes Team, das früher an der Friedberger Henry-Benrath-Schule unterrichtete. Beide haben sich die kleine Auszeit vom geschäftigen Alltag verdient.

Gerade ist mit »Mondia oder Die Verschwörung der Gleichen« das zehnte Buch und zugleich der zweite Roman von Luise Link erschienen. In dem Zukunftsroman bilden »utopische Ideen und ihre Geschichte« eine Einheit, wie die Rockenberger Autorin ihr Werk beschreibt.

Intensiv mit Utopien beschäftigt

Link berichtet, dass George Orwells dystopische Fabel »Animal Farm« und sein 1948 erschienener Roman »1984« sie schon ein Leben lang begleiten. In beiden Geschichten entwirft der Autor eine düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaates.

Seit ihrem Englisch- und Politikstudium fürs Lehramt beschäftigt sich Link mit utopischer Literatur, Dystopien und Utopien. Zur Vorbereitung auf ihren aktuellen Roman habe sie sich zwei Jahre lang intensiv mit Utopien beschäftigt. »Das Ergebnis ist ein Roman, der die Sinne anspricht«, resümiert die Autorin.

Link findet die Beschäftigung mit Fragestellungen wie »Wohin entwickelt sich die Gesellschaft?« spannend. Sie interessieren politische Sachverhalte, Ideen und Geschichte. Diese bilden die theoretischen Grundlagen, bevor die Autorin ans Zuordnen ihrer Gedanken geht und diese in Inhalte gießt, wie sie erklärt.

Vorangestellt hat sie ihrem »Zukunftsroman von Ideen, Politik und Macht - vom Überleben der Schönheit und von der Kraft der Liebe« ein Zitat von Hannah Arendt. Außerdem ist vor jedem Kapitel ein Zitat einer weiteren bekannten Persönlichkeit zu finden.

In der Zukunft gibt es keine Grenzen

In »Mondia oder Die Verschwörung der Gleichen« nimmt die Autorin ihre Leser mit in einen grenzenlosen Riesenstaat der Zukunft. In diesem sind Erdteile und Nationen, Regionen und Religionen, Milliarden von Menschen vereint.

Geführt wird das gigantische System von einem sogenannten Primequi als Führer auf Zeit, der aus der »Elite von Gleichen« kommt. Das Motto der Bewegung lautet »Gleichheit und Gerechtigkeit«. Im vier Jahresrhythmus sind die Bürger des Riesenstaates, die Gleichen, zur System-Zustimmung aufgerufen.

Protagonistinnen des Romans sind die Ich-Erzählerin und Verlagsmitarbeiterin Anne, die Pianistin und Autorin Eleonore, genannt Nora, Fichtner und ihr geschiedener Mann und Verlagsleiter Edwin Schneider.

Anne, die wie alle anderen Mitarbeiter in ihrem Verlag nur mit dem Anfangsbuchstaben ihres Vornamens angesprochen wird, ist bei mehreren Eltern aufgewachsen und wurde in der »Allgemein-Akademie« ausgebildet.

Ihre erste Aufgabe im Verlag besteht darin, eine Artikelserie über die ehemals berühmte Pianistin und Autorin Nora Fichtner zu schreiben. Fichtner ist wegen ihrer politischen Überzeugungen vor vielen Jahren in Ungnade gefallen.

Anne rätselt darüber, warum man sich für die ältere Frau interessiert. Sie fragt sich, ob diese noch immer im Untergrund gegen das System arbeitet und ob Verlagsleiter Schneider dessen Agent ist.

Acrylbilder vom Überwachungsstaat

Im Laufe ihrer Recherche wird Anne auch mit ihrem eigenen Leben konfrontiert. Dazu gehört die frühe Trennung von ihren leiblichen Eltern ebenso wie konfliktreichen Liebschaften. Zu kämpfen hat die Protagonistin zudem mit dem Zwiespalt zwischen ihrer beruflichen Verpflichtung und ihrem Gewissen.

Welche Rolle die genannten Personen und ihr Kollege Alessandro in Noras Leben spielen, wie ihr Schicksal im totalitären System verläuft und ob das Riesenreich Mondia Bestand hat, erfahren die Leser im Buch.

Illustratorin Doris Bauer hat das Cover entworfen sowie fünf im Buch veröffentlichte bunte Zeichnungen. Die Assenheimerin malte Acrylbilder, mit denen sie die Leser in alle Orte des Überwachungsstaates einführt, auf denen sie alle Schauplätze der Handlung zeigt und den Plan von Nora enthüllt.

Für die ehemalige Sport- und Musiklehrerin ist »Mondia« das vierte Buch, das sie bisher illustrierte. »Es ist ein spannender Roman«, urteilt die Illustratorin.

»Mondia oder Die Verschwörung der Gleichen« von Luise Link (243 Seiten, 12 Euro) ist im Verlag Twentysix erschienen und im Buchhandel erhältlich.

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