Jetzt wird ausgeräumt, dann ist Schluss in der Kläranlage.
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Jetzt wird ausgeräumt, dann ist Schluss in der Kläranlage.

Feuerwehr nicht an die Kläranlage

Rockenberg (en). Zwei Ortsteile hat die Gemeinde, zwei Feuerwehren und demzufolge auch zwei Gerätehäuser – noch. Aber in beiden ist allerhand zu sanieren, und die Zusammenarbeit der Wehren läuft seit Jahren so gut, dass sie künftig "zusammen wohnen" möchten.

Das Burgweg-Areal zwischen den beiden Orten ist als Standort für das neue Domizil auserkoren, doch die SPD wollte am Montagabend im Parlament Alternativen ins Spiel bringen.

Ob man auch auf dem Gelände der Kläranlage für die Feuerwehr bauen könnte, sollte der Gemeindevorstand auf Antrag der SPD prüfen. Der Hintergrund: Mit der Klärung des Rockenberger Abwassers in Butzbach ist die Rockenberger Kläranlage "arbeitslos". Das Hauptpumpwerk ist seit letztem Freitag im Betrieb, in dieser Woche wird die Kläranlage ausgeräumt und danach gereinigt.

Die Kläranlage müsse dann sowieso zurückgebaut werden, heißt es in dem Antrag, und ob am Burgweg gebaut werden könne, sei noch nicht absehbar, geschweige denn, wann das soweit sei. Wenn man sich nun auf den Burgweg als Standort festlege, so SPD-Fraktionschef Tobias Gniza, stehe man, falls das nicht klappe, vielleicht vor dem Problem, zwei Feuerwehrhäuser sanieren zu müssen, die man gar nicht mehr haben wolle.

Keineswegs wolle man, erklärte Gniza weiter, "den Burgweg begraben", doch eine geprüfte Alternative in der Hinterhand könne von Vorteil sein. Zum Beispiel, falls sich für das Burgweg-Areal kein Investor finde.

Die volle Breitseite der anderen Fraktionen bekam Gniza für diesen Vorschlag zu spüren: Für Günter Behr von der Dorfpartei beispielsweise ist der Burgweg weiterhin der klare Favorit, die Kläranlage "höchstens eine Notlösung". Behrs Fraktionskollege Wolfgang Langsdorf sah es ganz ähnlich, und in der CDU war man "verwundert", schließlich koste die Prüfung zusätzliches Geld.

Bernhard Widmuch wollte für die Christdemokraten den Burgweg nicht in Frage gestellt wissen, er regte an, das Gelände der Kläranlage für einen Industriebetrieb bereitzustellen. Als die Feuerwehr für den Burgweg vorgesehen worden sei, habe man sich durchaus Gedanken gemacht. Arnold Peichl, ebenfalls von der CDU, wählte noch drastischere Worte: "Völlig verfehlt" sei der Antrag nach dem "monatelangen Kampf" für den Burgweg.

Selbst von dem Vorschlag, den Antrag in den Ausschuss zu überweisen, hielt Peichl nichts. Die Anregung war von Bürgermeister Manfred Wetz gekommen, der den SPD-Antrag nicht in Bausch und Bogen verdammt und von ersten Gesprächen mit möglichen Burgweg-Investoren gesprochen hatte. Sogar Peichls Fraktionskollege Karl Maria Weckler hatte in dem Antrag "sinnvolle Passagen" und "interessante Details" entdeckt, wenn er auch "zu kurz gegriffen" sei.

In der Abstimmung hielten dann nur die Grünen der SPD die Treue. Achim Mosch fand es richtig, sich jetzt schon um die Zukunft der Kläranlage zu kümmern.

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