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»Ich möchte erreichen, dass die Wahlbeteiligung steigt«, sagt Theo Ziegelhöffer. Bei der Kommunalwahl im März kandidiert er für einen Sitz im Rockenberger Gemeindeparlament. Bis dahin möchte er sich dafür einsetzen, dass junge Leute ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Kommunalwahl

Der erste Schritt in die Politik

  • Sabrina Dämon
    vonSabrina Dämon
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»Wenn man vor der eigenen Haustür nichts verändert, wo dann?«, sagt der 18-jährige Theo Ziegelhöffer. Bei der Kommunalwahl im März tritt er als Kandidat für das Rockenberger Gemeindeparlament an.

Es ist seine erste Wahl. Im doppelten Sinne. Bei der Kommunalwahl im März wird Theo Ziegelhöffer zum ersten Mal seine Stimme abgeben. Und: Er wird zum ersten Mal selbst zur Wahl stehen. Der 18-Jährige aus Oppershofen hat sich für einen Sitz in der Gemeindevertretung aufstellen lassen - er steht auf Platz 13 der örtlichen CDU-Liste.

Es ist eher untypisch; das Durchschnittsalter von Kommunalpolitikern liegt weit über dem von Theo Ziegelhöffer. Dennoch will er es versuchen. »Kommunalpolitik ist der erste Schritt«, sagt er. Die Entscheidung, für einen Listenplatz zu kandidieren, ist ihm deswegen nicht sehr schwer gefallen. Klar, das weiß er: Sollte er einen Sitz im Rockenberger Gemeindeparlament bekommen, erwartet ihn eine Menge Arbeit. Beschlussvorlagen durcharbeiten, abwägen, Entscheidungen treffen. Doch er ist vorbereitet, zumal er sich schon länger mit den politischen Themen im Ort beschäftigt. Er spricht von dem Burgweg-Projekt, der neuen Rockenberger Mitte, davon, dass das Thema Digitalisierung für ihn eine große Rolle spielt. Und er erzählt, dass er sich für Finanzpolitik interessiert. Selbst wenn es als Gemeindevertreter einmal kompliziert werden sollte, habe er Parteikollegen, die er fragen könne.

Dass er in die Partei eingetreten sei, sei vor allem durch einen Kollegen vom Eishockey gekommen - Ziegelhöffer spielt in der U20-Mannschaft des EC Bad Nauheim. Der Mitspieler ist im Vorstand der Jungen Union und hat Theo Ziegelhöffer überzeugt, auch mal bei einer Sitzung vorbeizuschauen. Er ist beigetreten und seit vergangenem Jahr Vorstandsmitglied der JU Bad Nauheim. Sein Interesse für Politik habe aber schon früher begonnen - ziemlich weit weg von zu Hause. Denn vor knapp drei Jahren hat Ziegelhöffer beim Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm des Bundestags mitgemacht.

Für zehn Monate hat er in den USA gelebt, im Bundesstaat Michigan. Ziel des Programms ist es, dass junge Menschen aus ganz Deutschland die Chance bekommen, als Junior-Botschafter in den USA die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu vertiefen. Dazu konnten sich die Stipendiaten zum Beispiel den US-Kongress in der Hauptstadt Washington D.C. anschauen. »Es war eine klasse Zeit, die mich persönlich sehr weitergebracht hat«, sagt der 18-Jährige.

In diesem Jahr stehen für ihn die Abiturprüfungen an der Sankt-Lioba-Schule an. Danach will er Jura studieren, vielleicht später im Finanzbereich arbeiten. Wo er studieren wird, weiß er noch nicht. Gut möglich aber, dass es nicht in der Nähe der Heimat sein wird. Doch, sagt Ziegelhöffer: Das soll keinen Einfluss auf die politische Arbeit haben. Digitalisierung sei ihm als politisches Thema ohnehin sehr wichtig. Es sei daher vorstellbar, bei Fraktionssitzungen per Videochat zugeschaltet zu werden.

Eine Sache, für die er sich einsetzen möchte, ist die Wahlbeteiligung - gerade bei jungen Menschen. »Ich möchte erreichen, dass viele ihr Stimmrecht wahrnehmen. Wählen ist die einzige Möglichkeit, etwas zu entscheiden.« Deswegen hat er in Rockenberg schon einen ersten Einsatz gehabt: Gemeinsam mit Parteikollegen hat er den Erstwähler-Brief verfasst - »und darin erklärt, wie wichtig es ist, die Gelegenheit wahrzunehmen.«

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