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Eine JVA-Sozialarbeiterin, die wegen sexuellen Missbrauchs eines Strafgefangenen verurteilt worden war, hat Berufung eingelegt - und diese vor Gericht wieder zurückgezogen. 

JVA-Sozialarbeiterin

Es bleibt dabei: Geldstrafe wegen Sex mit Gefangenem

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Es bleibt dabei: Weil sie Sex mit einem Gefangenen hatte, muss eine Sozialarbeiterin der Justizvollzugsanstalt Rockenberg eine Geldstrafe zahlen.

Rockenberg - Die 39-Jährige hatte zunächst Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Friedberg eingelegt, es nun aber doch akzeptiert. Damit ist das Urteil aus dem März 2019 rechtskräftig, wonach die Frau 90 Tagessätze zu je 40 Euro zahlen muss.

Die Sozialarbeiterin hatte sich vor dem Amtsgericht verantworten müssen, weil sie Geschlechtsverkehr mit einem der von ihr betreuten Gefangenen in ihrer Privatwohnung hatte, während des Freigangs des damals 21-Jährigen. Die Frau hatte die ihr vorgeworfenen Handlungen bestritten, die sich 2015 abgespielt hatten. Nur gelegentliche Geschenke wie ein kleines Marmorherz oder einen Rasierapparat hatte sie eingeräumt.

Wohnung genau beschrieben

Doch zu erdrückend waren die Indizien gegen sie. So konnte der Gefangene sich noch genau an den Tag im April 2015 erinnern, als die Sozialarbeiterin ihn in ihre Wohnung in Butzbach geführt hatte. Dort war es dann zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen. "Sie war zwar nicht mein Typ, aber ich wollte mir ihre Vorzugsbehandlung nicht verscherzen", sagte der Strafgefangene im ersten Prozess aus und schilderte auf Nachfrage des Richters die Einrichtung der Wohnung bis ins Detail.

Trotzdem wollte die Angeklagte das Urteil des Amtsgerichts Friedberg nicht akzeptieren. Sie galt zwar nicht als vorbestraft, denn dafür hätte sie zu mehr als 90 Tagessätze verurteilt werden müssen, weshalb ihr keine Entlassung aus dem Dienstverhältnis in der JVA drohte. Doch wollte sie die Verurteilung gänzlich getilgt wissen.

Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafe gefordert

Das wiederum veranlasste die Staatsanwaltschaft dazu, ihrerseits Berufung gegen das Urteil einzulegen. Ihrer Ansicht nach war der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Gefangenen erfüllt, weil die Frau ihre dienstliche Stellung ausgenutzt hatte, um mit dem jungen Mann zu schlafen. Laut Strafgesetzbuch ist hierfür eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vorgesehen. Vor dem Amtsgericht hatte die Staatsanwaltschaft deshalb auch eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten für die Sozialarbeiterin gefordert. Überdies war die Anklage davon ausgegangen, dass die beiden über einen längeren Zeitraum ein intimes Verhältnis unterhielten,

Vor Eintritt in die Berufungsverhandlung vor der 3. Kleinen Strafkammer des Gießener Landgerichts bat der Vorsitzende Richter Dr. Nink beide Parteien zu einem längeren Gespräch in sein Dienstzimmer. Nachdem sich die Angeklagte anschließend noch kurz mit ihrem Anwalt besprochen hatte, ging es ganz schnell. "Wir als Kleine Strafkammer verstehen uns praktisch als verlängerte Dienststelle des Amtsgerichts, als quasi deren Schlichtungsstelle. Ich kann hier also nunmehr feststellen, dass beide Seiten einvernehmlich ihre Berufungen zurückziehen und jede Seite ihre Kosten selbst trägt." Damit war die Berufungsverhandlung noch vor Beginn beendet und das Urteil des Amtsgerichts Friedberg rechtskräftig.

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