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Die Gäste aus Rockenberg lauschen den Ausführungen.

Begeistert von »Leuchtturm-Projekt«

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Rockenberg (pm). Interesse und Bewunderung weckt das Energieprojekt, das die Gemeinden Neuerkirch und Külz im Hunsrück beispielgebend für regionale Energieversorgung auf den Weg gebracht haben: die derzeit größte solarthermisch unterstützte Nahwärmeversorgung in Rheinland-Pfalz. Dies war der Grund für 16 Rockenberger Bürger und Kommunalpolitiker aller Fraktionen an einer Exkursion der Rockenberger Grünen teilzunehmen.

Fasziniert lauschten die Teilnehmenden der Erfolgsgeschichte dieses »Leuchtturm-Projekts zum Klimaschutz«, wie die Grünen mitteilen. Begeisterung sei spürbar gewesen, als Bürgermeister Volker Wichter und Planer Ulrich Schäfer über ihre »Vor-Denker«-Initiative erzählt hätten. Die Idee eines Nahwärmenetzes war das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Thema einer zukunftsgewandten Dorfentwicklung in beiden Gemeinden. Hier wird die ganze Bandbreite von Wärme, Wind und Fotovoltaik für die Energiewende eingesetzt. 144 Haushalte werden unabhängig von fossilen Brennstoffen über sechs Kilometer Leitungslänge versorgt. Zwei Holzhackschnitzel-Kessel mit insgesamt 1200 Kilowatt Leistung und die solarthermische Anlage mit einer Solarkollektorfläche von über 1400 Quadratmetern erzeugen die Wärme. Dabei werden 25 Prozent des Wärmebedarfs durch diese Vakuum-Röhrenkollektoren erzeugt. Pro Jahr werden dadurch über 400 000 Liter Heizöl ersetzt und mehr als 1200 Tonnen CO2-Emissionen eingespart, erfuhren die Teilnehmenden.

»Man sieht«, resümierte der Energieplaner, »was alles entstehen kann, wenn man einmal etwas anstößt.« »Das Schlüsselwort ist Wertschöpfung«, sagte Ulrich Schäfer. »Wenn jeder seinen individuellen Vorteil erkennt, ziehen die Menschen zukunftsorientiert mit. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 circa 250 Millionen Euro jährliche Energieimport-Kosten regional zu binden. Durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien wollen wir sie in regionale Arbeitsplätze und Wertschöpfung umwandeln.« Ausgezeichnet wurden die beiden Orte dafür mit dem Europäischen Solarpreis. Im Januar 2017 waren sie bundesweit Energiekommune des Monats. FOTO: PM

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