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Offiziell verabschiedeten sich Kirchengemeinden und Kommune von Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak (vorn Mitte), der aus der Pfarrgruppe Rockenberg nach Darmstadt wechselt.

Aus Verwaltungseinheit Gemeinschaft entwickelt

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Rockenberg/Münzenberg (pm). Ein Hauch Wehmut statt Weihrauch lag in der Luft. Die vier katholischen Kirchengemeinden der Pfarrgruppe Rockenberg haben sich an diesem Wochenende von ihrem Pfarrer verabschiedet. Dem Ruf seines Bischofs folgend, wechselt Pfarrer Dr. Gregor Waclawiak nach Südhessen und betreut als Pfarradministrator ab sofort die Pfarrgruppe Heilig Kreuz und Liebfrauen im Pfarrverbund Darmstadt-Innenstadt.

Gab es zum Amtsantritt von Pfarrer Waclawiak vor sechs Jahren in Rockenberg noch einen großen Einführungsgottesdienst mit all den katholischen Traditionen, die einem solchen Anlass angemessen sind, so fiel die Verabschiedung coronabedingt, eingebettet in die normalen Gemeindegottesdienste, eher minimalistisch aus.

Seinen allerletzten Gottesdienst in der Pfarrgruppe Rockenberg feierte Waclawiak gemeinsam mit den beiden Münzenberger Gemeinden St. Nikolaus und Mariä Himmelfahrt in der katholischen Kirche Gambach. Heike Mühlenbruch, die Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates (GPGR) der Pfarrgruppe Rockenberg dankte dem Pfarrer für die seelsorgerische Begleitung während seiner Zeit in der Wetterau. Das Leitmotiv seiner Arbeit sei das Thema Gemeinschaft gewesen. »Sie haben es geschafft, aus der Verwaltungseinheit Pfarrgruppe eine lebendige Gemeinschaft zu entwickeln«, so Mühlenbruch. Ohne gelegentliche Misstöne, Differenzen und Dissonanzen sei es zwar nicht abgegangen, doch das »ist normal wo unterschiedliche Menschen und Meinungen aufeinandertreffen. Letztlich überwiegen die positiven Erfahrungen«, unterstrich Mühlenbruch. Pfarrer Waclawiak war es ein Anliegen, die Gläubigen zu eigenverantwortlichem Handeln zu ermuntern. Dies, verbunden mit der inzwischen deutlich ausgebauten Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrgruppe, führe dazu, dass die vier Gemeinden der Gruppe gerüstet seien für die Anforderungen der anstehenden Veränderungen im Rahmen des Bistumsreformprozesses »Pastoraler Weg«.

Bis spätestens 2030 wird es in der nördlichen Wetterau nur noch eine Pfarrei mit dann insgesamt acht Gemeinden geben. Die gute Vorbereitung der Pfarrgruppe auf diesen Prozess lasse sich unter anderem daran ablesen, dass zwei der drei Teams, die die Grundlagen für die Ausrichtung der künftigen »Pfarrei Nord« erarbeiten, in Person von Norbert Nagel (St. Laurentius Oppershofen) und Heike Mühlenbruch (Mariä Himmelfahrt Gambach) von Vertretern der Pfarrgruppe Rockenberg geleitet werden. Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer dankte dem scheidenden Geistlichen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Waclawiaks evangelische Amtsbrüder Pfarrer Jörg Liebig (Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Gambach) und Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe (Evangelisch-Lutherische Gemeinde Münzenberg) zogen den Hut vor seiner enormen Leistung bei der pastoralen Arbeit in, mit und für vier Gemeinden.

Vom großen Zuspruch und den vielen guten Wünschen zeigte sich Pfarrer Waclawiak überwältigt: »Ich freue mich, dass ich ganz offensichtlich den Weg zu den Herzen meiner Gemeindemitglieder gefunden habe«, sagte er. Ganz herzlich lud er Interessierte ein, ihn in seiner neuen Heimat Darmstadt zu besuchen.

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