Nadine Wopp singt zusammen mit ihrer Band Pop-Rock-Musik mit deutschen Texten, mit Einflüssen aus Funk, Reggae und Soul. FOTOS: IHM
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Nadine Wopp singt zusammen mit ihrer Band Pop-Rock-Musik mit deutschen Texten, mit Einflüssen aus Funk, Reggae und Soul. FOTOS: IHM

Rhythmus unter den Platanen

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Wenn die Bäume angeleuchtet sind, die Nacht hereinbricht und von der Bühne Musik kommt, klingt das nach einem gelungenen Abend. So war es auch für 160 Gäste, die am Freitag in Bad Nauheim Nadine Wopp mit Band und der Formation Discolicious zuhörten. Den Rahmen bot Teil eins des Dolce-Kultursommer-Finales.

Die Tische im Platanenhof standen mit Abstand beim Dolce-Kultursommer-Finale, das unter dem Motto "Support your local Hero" am Wochenende auf dem Programm stand. Getanzt wurde nicht, denn Corona ist allgegenwärtig. "Hast du den Song wegen Corona geschrieben?" Das fragen viele Menschen Sängerin Nadine Wopp, die mit ihrer Band den ersten Teil des Freitagabends im Platanenhof gestaltete. Die 38-Jährige gab die Antwort: "Nein. Aber wir halten sicherheitshalber den Abstand noch ein." Der Song, den sie darbot, hieß denn auch "Mit Abstand". Mitreißend und schwungvoll waren die Darbietungen von Nadine Wopp, aber auch gefühlvoll, etwa bei "Komm nach Hause". Es war ein Stück, das vom Nachhausekommen handelt. "Aber nicht vom ›Türe aufschließen und sich auf die Couch setzen‹, sondern sich zu Hause fühlen, beispielsweise in einer Stadt wie Bad Nauheim. Ein Mensch kann auch ein Zuhause sein."

Song heißt "Mit Abstand"

Wopp kommt aus der Gesundheitsstadt, sie ist hauptberuflich Sängerin, Sprecherin und Moderatorin. Aber sie ist auch als Netzwerkerin des Künstler-Netzwerks Blum Productions aktiv, welches die Veranstaltung initiierte. Im März stellte sie ihr Debütalbum vor, allerdings macht sie schon immer Musik. "Ich habe mit ungefähr 20 Jahren angefangen, das beruflich zu machen", schildert sie. Lange verdiente sie mit Covermusik ihr Geld, "meine eigene Musik zu machen, ist mein neues Hobby", sagt sie. Sie singt Pop-Rock-Musik mit deutschen Texten, mit Einflüssen aus Funk, Reggae und Soul. Die Musik komponierte sie mit ihrem Mann Julian Blum, die Texte sind von ihr, die Arrangements ein Gemeinschaftswerk der Band.

Ihre Band heißt wie sie, Nadine Wopp, zehn Leute sind es normalerweise. Aufgrund der Abstandsregeln waren es an diesem Abend nur acht, da nicht so viele auf die Bühne passen. Tanzen ging nicht für die Gäste, Mitsingen auch nicht. "Wir haben so schöne Songs zum Mitsingen, aber wir dürfen die Leute nicht animieren", bedauert Wopp. Die Location sei perfekt, das Wetter am Freitagabend ebenfalls. "Die Bad Nauheimer nehme ich als sehr dankbares Publikum wahr, sie sind offen für neue Sachen. Insofern macht es viel Spaß."

Wie Dolce-Vertriebsdirektor Jesse Jansen erläutert, hatte das Hotel von Mai bis August den "Kultursommer" mit zehn Terminen angedacht. "Dann kam Corona dazwischen, und wir mussten die ersten Veranstaltungen absagen." Das Veranstaltungsteam habe sich in den aktuell schwierigen Zeiten aber solidarisch mit den Künstlern zeigen wollen. "Wir haben gesagt, dass wir den Faden wieder aufnehmen, sobald es geht."

Nachdem das Dolce wieder geöffnet hatte, veranstaltete es jeden Freitag Livemusik mit Barbecue im Platanenhof. Blum Productions hätten schließlich auf die Initiative "Bad Nauheim Liebe.de" und den Spruch "Support your local hero" hingewiesen und gefragt, wie es diesbezüglich mit der Künstlerszene aussehe. "Wir haben gesagt, dass das genau unser Anliegen ist", erläutert Jansen. Daher habe das Dolce noch einen Termin draufgesetzt, das "Kultursommer-Finale" mit besonders stilvoller Atmosphäre und erneut der Möglichkeit, ein Barbecue zu genießen.

Nach Nadine Wopp ist "Discolicious" an der Reihe, eine Coverband des Netzwerks Blum Productions, das stets mit wechselnder Besetzung auftritt. An diesem Abend stehen Maria Rathkens und Tofino Schmidt (beide Gesang), sowie Stephen Denbrock (Schlagzeug) und Markus Giegerich (Keyboard) auf der Bühne. Mit Hits wie "I follow rivers", "Get lucky" und "Shape of You" begeisterte das Quartett das Publikum.

Viktoria Reuel aus Butzbach war mit Freundinnen da, ihr gefiel es. Eine 53-jährige Frau aus Reichelsheim sah es ebenso: "Musik, Ambiente und Atmosphäre sind toll."

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