Wieso es einst schloggerte

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"Beides hat seinen Platz: die Stabilität der Kirche und die Flexibilität im Alltag, mit der Probleme angepackt werden", resümierte Pfarrerin Angela Schwalbe beim Blick auf eine wechselvolle Dorfgeschichte. Gemeinsam mit den katholischen Geistlichen Pfarrer Markus Stabel, Pater Jacob Thanniyil und dem ehemaligen Seelsorger Pfarrer Josef Grimm zelebrierte sie am Sonntag den ökumenischen Festgottesdienst zum 700. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung. "Es ist eine Wegstrecke durch viele politische Zeiten und Epochen, Höhen und Tiefen, Freude und Leid", ergänzte Stabel.

"Beides hat seinen Platz: die Stabilität der Kirche und die Flexibilität im Alltag, mit der Probleme angepackt werden", resümierte Pfarrerin Angela Schwalbe beim Blick auf eine wechselvolle Dorfgeschichte. Gemeinsam mit den katholischen Geistlichen Pfarrer Markus Stabel, Pater Jacob Thanniyil und dem ehemaligen Seelsorger Pfarrer Josef Grimm zelebrierte sie am Sonntag den ökumenischen Festgottesdienst zum 700. Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung. "Es ist eine Wegstrecke durch viele politische Zeiten und Epochen, Höhen und Tiefen, Freude und Leid", ergänzte Stabel.

Zuvor hatte der Musikverein Harmonie die Feier mit dem gleichermaßen lyrischen wie fanfarenartigen Konzertstück "Musica Gloriosa" festlich eröffnet. Mit dem Gesangverein Concordia steuerten die Akteure den musikalischen Part bei, der analog dem Tenor der Predigt von Schwalbe vielschichtig arrangiert war. Hier der inspirierende Pophit "You raise me up", dort das melancholisch tiefsinnige "Halleluja" oder das poetische "Schau auf die Welt".

"Mir gefällt die Polarität zwischen der in den Fels gebauten Kirche und der in die Landschaft gefasste schloggernde Brücke", spielte Schwalbe auf die Entstehung gleich zweier Ortsnamen an. Hier das historische nach dem ersten Siedler benannte "Massinheim", welches sich über die Jahrhunderte hin zu Dorn-Assenheim entwickelte. Dort das eher scherzhaft gemeinte "Schloggebach", welches an eine Brücke über einen Entwässerungsgraben erinnerte, wo es dereinst beim Passieren der Pferdefuhrwerke kräftig schloggerte.

Bis heute religiöse Vielfalt

Mit den Fürsten, Lehensherren, Bistümern oder Klöstern wechselte neben den Ortsnamen auch die Konfession. Der Reformation folgte die Gegenreformation. Für Schwalbe ein Zeichen religiöser Vielfalt, die sich bis heute erhalten hat. Ihr Fazit: "Die Herren kamen und gingen, der Glaube blieb." Und das katholische Gotteshaus biete heute einen Hauch von Internationalität, "wie der konfessionsübergreifende Einschulungsgottesdienst kürzlich unterstrich".

Im Gegensatz zur urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 1318 nahm die Pfarrerin eine deutlich längere Historie an: "Es gibt Vermutungen, dass Bonifatius um 722 herum diesen Ort christianisierte." Viele Siedlungen in dieser Region mit den Endungen "-heim" wurden offensichtlich im achten Jahrhundert gegründet, aber nicht dokumentiert.

Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz sprach für die Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine und der Pfarrei. "Es kam immer auf die Menschen an, die das Dorf mit ihren Ideen entwickelten", erinnerte Weitz an die vielfältigen Möglichkeiten, eine lebendige Gemeinschaft zu gestalten. "Wir können uns nicht in der Hoffnung zurücklehnen, der Staat wird’s schon richten. Der Staat sind auch wir."

Und dass ein Jubiläum nur gelingt, wenn viele anpacken, zeigte sich im Pfarrgarten. Hier stellten Vereine und Kirchengemeinden Bänke und Tische auf, verkauften Getränke, grillten Würstchen oder schenkten Kaffee aus. Musikalischer Begleiter war die Band "Sky Flair", deren Auftritt ein Gast prägnant kommentierte: "Prädikat groovig und facettenreich."

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