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Voller Hangar am Flughafen

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Von: red Redaktion

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Im Hangar können die Gäste das größte Flottenmitglied der Johanniter-Luftrettung, den Intensivtransporthubschrauber vom Typ H 155, sowie Einsatzmotorräder der Staffeln aus den Regionalverbänden Bergstraße-Pfalz und Mittelhessen besichtigen. © pv

Reichelsheim (pm). Am Sonntag schauten sich bei einem Tag der offenen Tür auf dem Flugplatz Hunderte Gäste Hubschrauber, Einsatzmotorräder und Quads, einen Rettungswagen sowie ein Feuerwehrauto ganz aus der Nähe an. Tags zuvor hatte hier das 5. Luftrettungssymposium der Johanniter-Luftrettung und des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) für Fachpublikum aus der Notfallrettung stattgefunden.

Das Symposium war mit 250 Anmeldungen ausgebucht. Die Fortbildungsveranstaltung inklusive Industrieausstellung bot unterschiedliche Einblicke in die Bereiche in und hinter der Luftrettung. Dazu zählten unter anderem spezielle Behandlungsmethoden für Notfallpatienten oder Besonderheiten bei Transporten von Kindern. Aber auch ein geschichtlicher Exkurs zum Beginn der Luftrettung in Deutschland mit dem 87-jährigen Arzt und Luftrettungspionier Hans-Werner Feder stand auf dem Programm.

Dieser hatte im Sommer 1967 einen dreiwöchigen Feldversuch gestartet und sich als Notarzt per Hubschrauber an Unfallstellen bringen lassen, um damit den Zeitvorteil und die höhere Überlebenschance von Unfallopfern zu belegen. Der Feldversuch war erfolgreich - und begründete die zivile Luftrettung in Deutschland. Feder führte den Versuch vom Flugplatz Neu-Anspach aus durch. Den Hubschrauber dafür stellte der Flugplatz Reichelsheim - wo die Johanniter-Luftrettung heute für ihren Intensivtransporthubschrauber »Christoph Mittelhessen« eine Luftrettungsstation betreibt.

Am sehr gut besuchten Tag der offenen Tür fand eine besondere Einsatzübung statt: Erstmals vor Publikum führten die Johanniter ein Windenmanöver durch, bei dem der Notarzt aus großer Höhe vom Hubschrauber gewinscht (abgeseilt) wird.

Die Übung fand mit Unterstützung von rund 20 Einsatzkräften der Reichelsheimer Feuerwehr sowie einer Rettungswagenbesatzung des Johanniter-Regionalverbands statt. Durchgeführt wurde die Übung mit dem neuesten Hubschrauber der Johanniter-Luftrettung, dem H 145 D3 mit Fünfblattrotor von Airbus Helicopters.

Das ansässige Unternehmen Heli-Flight hatte den brandneuen Hangar zur Verfügung gestellt und bot Rundflüge an, die so beliebt waren, dass sich teils lange Warteschlangen bildeten. Viele wollten einmal das besondere Gefühl eines Hubschrauberflugs erleben.

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