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Der Gerätewagen Logistik ist vollgepackt mit Gerät. Es dient der Feuerwehr Mayschoß nun als Basis für den Neuanfang.

Unkomplizierte Hilfe

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Reichelsheim (pm). Die Feuerwehr der Stadt Reichelsheim hat in einer gemeinschaftlichen Spendenaktion sowohl Feuerwehrgeräte als auch die stolze Summe von 16 500 Euro für die Feuerwehr Mayschoß im Ahrtal gesammelt. Die Reichelsheimer helfen damit bei einem Neuanfang nach der Flutkatastrophe.

»Wir wussten, dass es das Ahrtal hart getroffen hat. Aber wenn man nun selbst sieht, mit welcher Wucht das Wasser hier alles zerstört hat - es ist erschütternd«, sagt Markus Ritter, Vize-Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Reichelsheim. Er ist zusammen mit Stadtbrandinspektor Nicklas Pipperek und dem ersten Vorsitzenden der Kernstadtfeuerwehr, Alexander Hitz, nach Mayschoß gekommen, um der dortigen Feuerwehr bei einem Neuanfang zu helfen. Mit dem Gerätewagen Logistik haben sie Feuerwehrgeräte in die 900 Einwohner große Winzergemeinde Mayschoß gebracht.

»Wir erhalten demnächst ein gebrauchtes Löschfahrzeug vom Typ LF16 als Ersatz, es ist allerdings nicht beladen«, berichtet Wehrführer Berthold Ulrich von den Zukunftsplänen der Wehr. Hier kommen die Feuerwehrgeräte aus Reichelsheim gerade recht. Sie sind auf dem LF16 als Grundausstattung vorgesehen.

Die Idee zu einer Spendenaktion wurde in der Arbeitsgruppe Presse- und Medienarbeit der Reichelsheimer Feuerwehr geboren. Auf Mayschoß aufmerksam geworden sind die Reichelsheimer durch intensive Recherchen in den Medien. »Wir wollten einer kleineren Feuerwehr direkt und unkompliziert Hilfe leisten«, erklärt Pipperek die Motivation der Gruppe.

Die daraufhin innerhalb kürzester Zeit organisierte Spendenaktion hatte riesigen Erfolg. Zentrale Veranstaltung war am 7. August ein von den Stadtteilfeuerwehren gemeinsam organisierter Verkaufsstand am Reichelsheimer Rewe-Markt. Über 500 Bratwürstchen wurden in sechs Stunden verkauft, rund 3500 Euro landeten in der Spendenbox.

Für die Abwicklung der Spendenaktion zeichnete der Förderverein der Feuerwehr Reichelsheim verantwortlich. »Alleine in den ersten zwei Tagen nach Bekanntgabe unserer Spendenaktion gingen rund 6000 Euro auf unserem Spendenkonto ein«, sagt Hitz. Neben vielen Bürgern haben auch örtliche Vereine und Firmen große Summen gespendet. Die Fördervereine der Reichelsheimer Stadtteilfeuerwehren haben sich mit 2700 Euro beteiligt.

Bereits 14 Tage nach der Veröffentlichung des Spendenaufrufs stand das Material bereit. Schläuche in verschiedenen Größen mit Tragekörben, Strahlrohre, Armaturen, Scheinwerfer mit Stativen, eine Tragkraftspritze, ein Stromerzeuger, Leitern und vieles mehr wurden in den Gerätewagen verladen. Das Material kam aus den sechs Reichelsheimer Stadtteilfeuerwehren zusammen. Aus den Nachbarfeuerwehren Echzell und Ranstadt kamen weitere Feuerwehrschläuche hinzu.

Vor Ort in Mayschoß freute sich Wehrführer Berthold Ulrich freut sich über die Geräte: »Damit können wir das Löschfahrzeug erstmal gut ausstatten«. Sprachlos wird er, als die Reichelsheimer zusätzlich den symbolischen Spendenscheck über 16 500 Euro übergeben. »Mit einer solchen Summe hätte ich nicht gerechnet, das Geld können wir wirklich gut gebrauchen«, sagt Ulrich dankbar. Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst steht hinter der Spendenaktion der Feuerwehr: »Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr und dankbar für ihr Engagement. Sie haben mit dieser Aktion bewiesen, dass sie nicht nur Verantwortung für die Menschen in unserer Stadt übernehmen wollen, sondern sich auch Menschen annehmen, die sich in Krisen außerhalb unser Stadt- und Kreisgrenzen befinden und Hilfe brauchen. Das ist unbezahlbar und verdient unsere Wertschätzung.«

Mit vielen Eindrücken verließen die Reichelsheimer gegen Abend Mayschoß. »Ich hätte nicht gedacht, dass wir innerhalb von 14 Tagen eine solche Summe zusammenbekommen«, resümiert Stadtbrandinspektor Pipperek. »Die Reichelsheimer Bürger haben mit ihren teils großzügigen Spenden gezeigt, dass sie uns und unserer Aktion Vertrauen schenken. Dafür sind wir sehr dankbar«, ergänzt Hitz.

Stadtbrandinspektor Nicklas Pipperek (Mitte) und Vorsitzender Alexander Hitz übergeben eine Spendensumme in Höhe von 16 500 Euro an Wehrführer Berthold Ulrich in Mayschoß.

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