Heidrun Schneider lässt sich von Michael Mariaschk aus Friedberg für eine Holzschale begeistern.
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Heidrun Schneider lässt sich von Michael Mariaschk aus Friedberg für eine Holzschale begeistern.

Unikate kommen nicht an

  • vonOliver Potengowski
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Reichelsheim (sax). Gut besucht zeigte sich der Ostermarkt in Heuchelheim, der jährlich im Wechsel in Reichelsheim und Echzell vom Freundeskreis des Christkindl-Marktes ausgerichtet wird. An 25 Ständen wurde eine breite Palette von Kleidung, Schmuck und Dekorationsartikeln angeboten. Billig hergestellte Konsumartikel, teilweise von Strukturvertrieben fallen dazwischen negativ auf. Es lassen sich aber auch viele in Handarbeit hergestellte Unikate entdecken.

Teilweise kann man sogar zusehen, wie hier mit viel Geschick Schmuckstücke für die Wohnung entstehen. Die 85-jährige Gertrud Mogk hat schon seit vielen Jahren einen Stand. Besucher können beobachten, wie sie mit ruhiger Hand Ostereier mit Wachs bemalt und beschriftet. Zum Teil finden sich echte Lebensweisheiten darunter. »Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit«, ist in feiner Schreibschrift auf einem Ei zu lesen.

»Wir verkaufen so schlecht, da kriege ich gerade mein Standgeld raus«, berichtet die Rentnerin. Obwohl zu wenige ihre Eier kaufen, lässt sie sich die gute Laune nicht verderben. »Ich finde so ein Ei von Ihnen echt preiswert für die Arbeit, die Sie sich machen«, lobt Inge Delp Donath. Schon im Vorjahr hat sie in Echzell bei Gertrud Mogk eingekauft.

Dass die Besucher seine Ware zwar bewundern, aber nicht kaufen, erlebt auch Michael Mariaschk aus Friedberg an diesem Sonntag. »Das ist nicht der Markt, wo die Leute so etwas kaufen«, hat er erkannt.

Heidrun Schneider bestaunt eine der Holzschalen. »Wir kommen aus Hüttenberg extra hierher«, erklärt sie. »Das muss man unterstützen, wenn die Leute so kreativ sind.« Zu sagen, dass der ehemalige Lehrer »Drechselarbeiten« anbietet, würde seine Stücke nur unzureichend beschreiben. Denn die Schalen, Dosen und Kelche, die er auf der Drechselbank und durch sorgfältige Oberflächenbehandlung herstellt, lassen den Charakter des ursprünglichen Holzes mit Maserung und Spuren des Lebens hervortreten. »Das Objekt ist in dem Holz schon drin, man muss es nur rausarbeiten«, erläutert Mariaschk.

Sattlermeister Stefan Grönke kann man auf anderen Märkten bei der Arbeit zusehen. In Heuchelheim jedoch passt er nur Gürtel nach der Größe der Käufer an. »Normalerweise nähe ich, aber das ist zu eng«, erläutert er. Grönke ist wegen des stürmischen Wetters froh, dass er diesmal seinen Stand nicht vor dem Dorfgemeinschaftshaus aufgestellt hat.

Wenig Platz

Früher habe man den Ostermarkt im Bürgerhaus Reichelsheim ausgerichtet, erläutert Regine Weber, die im Foyer einen Stand des Tierheims Elisabethenhof betreibt und zum Freundeskreis der Organisatoren gehört. Doch weil dieses geschlossen ist, musste der Ostermarkt nach Heuchelheim umziehen. Entsprechend beengt sind die Platzverhältnisse in den deutlich kleineren Räumlichkeiten. Das wird vor allem zur Mittagszeit, als viele Besucher kommen, um bei den Landfrauen Grüne Soße mit Eiern und Kartoffeln zu essen, deutlich. Schon vor dem Nachmittag ist das warme Essen restlos ausverkauft.

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