Entspannend und den Horizont erweiternd: der Blick über den Reichelsheimer Teich. FOTO: IM
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Entspannend und den Horizont erweiternd: der Blick über den Reichelsheimer Teich. FOTO: IM

Training für die Augen

  • vonInge Schneider
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Reichelsheim(im). Mit einer "Augenwanderung" unter Anleitung der aus den Niederlanden stammenden Augentrainerin, Heil- und Entspannungspädagogin Mieke Verdonck hat die neue Initiative Kultur in Reichelsheim (KiR) ihr erstes Angebot realisiert.

Bereits im Februar traf sich die locker gemischte Gruppe um die Reichelsheimerin Irene Fleischhauer, einst Mitglied der "Frauen mittendrin", zum ersten Mal, um über eine Nachfolge der engagierten und beliebten Frauengruppe nachzudenken.

"Reichelsheim ohne kulturelle und vielseitige sonstige Anregungen ist für uns undenkbar. Wir hatten schon eine kleine Veranstaltungsreihe vor Augen und erste Referentinnen, Künstler und Autoren angesprochen", erläuterte Fleischhauer zu Beginn der Wanderung, die mit interessierten Teilnehmern an der Reichelsheimer Laurentiuskirche startete. "Corona hat unsere Pläne zunächst zunichte gemacht. Bevor es Winter wird, möchten wir nun den Faden wieder aufgreifen und wenigstens noch zwei Termine im Freien anbieten."

Im Anschluss übernahm Mieke Verdonck das Wort und verdeutlichte den Ansatz ihres Entspannungs- und Augentrainings, das vor allem auf eine Reduktion von Stress, auf eine Weitung des Blickes und eine neue Sichtweise scheinbar bekannter Umgebungen abzielt.

Erste Ansätze eines gezielten Augentrainings fänden sich bereits in Goethes Farbenlehre, bei deutschen Augenärzten des 19. Jahrhunderts sowie bei dem amerikanischen Augenarzt William Bates (1860-1931) und in dessen Buch "Rechtes Sehen ohne Brille". "Entspannung und Training für die Augen ist heute wichtiger denn je. Denn während der Mensch früher seinen Blick durch die Natur bis zum Horizont schweifen ließ, schaut er heute wie gebannt auf den Bildschirm, den Monitor, das Smartphone und verliert die Weite", verdeutlichte Verdonck. Entsprechend lud sie die Brillenträger in der Gruppe ein, in diesem geschützten Rahmen nach Wunsch und Möglichkeit für etwa eineinhalb Stunden auf ihre Sehhilfe zu verzichten.

Anschließend begann Verdonck mit sanften Übungen zur Lockerung des Körpers, des Kopfes und schließlich der Augäpfel, zur Vertiefung und bewussten Wahrnehmung des Atems sowie zur Schärfung der Sinne.

Unter ihrer Anleitung und mit der eigenen Lieblingsfarbe im Sinn begab sich die Gruppe nachfolgend auf einen langsamen Spaziergang durch die breiteren Straßen und engen Gassen der Kernstadt, schließlich am Friedhof vorbei ins Grüne und an den Reichelsheimer Teich. Immer wieder forderte Verdonck die Gruppe auf, stehen zu bleiben und zu den leichten Übungen des Anfangs zurückzukehren. Besonders am Reichelsheimer Teich genoss man die Ruhe und den Blick bis hinüber zu den Höhenzügen des Taunus.

Mit einem Sonnenbaden bei geschlossenen Augen endete die gleichermaßen informative wie anregende "Augenwanderung". Abschließend kündigte Fleischhauer im Namen der Initiative Kultur in Reichelsheim eine Vogelwanderung zum Kranichzug mit Udo Seum für Samstag, 17. Oktober, an.

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