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Reichelsheim hat eine gute Verkehrsanbindung, etwa nach Frankfurt. Das wollen Sabine Tinz und Bertin Bischofsberger nutzen, um mehr Menschen auf Reichelsheim aufmerksam zu machen. Sie können die Stadt zum Beispiel bei einer Tour mit dem E-Bike erkunden. 

Kultur und Tourismus

Sabine Tionz will Reichelsheim bekannter machen

Führungen zur Stadtgeschichte, Lesungen, kulinarische Feste und mehr Übernachtungsmöglichkeiten: All das könnte es in Reichelsheim bald geben - dank Sabine Tinz und dem Touristik- und Kulturbeirat.

Der Ziehbrunnen aus Sandstein in Dorn-Assenheim, die Erinnerungen an den Bergbau in Weckesheim oder das historische Rathaus und die Stadtmauer in der Kernstadt: "Reichelsheim hat viel zu bieten", findet Sabine Tinz. Seit Herbst vergangenen Jahres ist sie bei der Stadt zuständig für Kultur und Tourismus. "Unser Ziel ist es, Reichelsheim bekannter zu machen", sagt sie.

2018 gab es mit Evelyn Fenner die erste Tourismusbeauftragte in Reichelsheim. Die Stelle sei geschaffen worden, nachdem die Stadt Verbänden wie der Tourismus-Region Wetterau und der Wirtschaftsförderung beigetreten sei, sagt Bürgermeister Bertin Bischofsberger. Im November hat Tinz das Amt übernommen. Sie war zuvor für die Flüchtlingsbetreuung zuständig.

Der durch das Dorferneuerungsprogramm entstandene Dorftreff in Heuchelheim soll ein Treffpunkt für Jung und Alt sein.

Man wolle den Tagestourismus fördern, aber auch mehr Angebote für die Reichelsheimer schaffen. Anfang Februar hatte Tinz interessierte Bürger zu einem Treffen eingeladen. Unterstützung kam von Cornelia Dörr, Geschäftsführerin der Tourismus-Region Wetterau. "Gemeinsam haben wir überlegt, wofür Reichelsheim steht und wen wir mit welchen Angeboten ansprechen wollen", sagt Tinz. "Wir haben festgestellt, dass Reichelsheim eine gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur hat." Es gebe viele Naherholungsgebiete, wie die Heuchelheimer Runde, die zum Wandern und Fahrradfahren einladen. "Wir planen deshalb, geführte Ausflüge anzubieten, auch mit dem Fahrrad."

Tourismus in Reichelsheim: Städtetour mit dem Handy

Was zurzeit noch fehle, seien mehr Übernachtungsmöglichkeiten: "Damit die Gäste länger als einen Tag bleiben, brauchen wir Campingplätze, Appartements oder ein Hotel garni", sagt Tinz.

Gleichzeitig soll es neue Unterhaltungsangebote geben. "Dabei wollen wir auch mal die kulinarischen Spezialitäten der Region oder Kunst in den Vordergrund stellen." Sie könne sich auch Lesungen oder einen Kabarett-Abend vorstellen. Am Reichelsheimer Flugplatz könne man schon jetzt Rundflüge machen.

Weiterhin wolle man die Stadtgeschichte erlebbar machen. "Jeder, der hier lebt, ob zugezogen oder gebürtig, soll wissen, was in Reichelsheim und den Stadtteilen los ist und war", sagt Tinz. Der Heimat- und Geschichtsverein bietet bereits eine digitale historische Städtetour via App an. Dem wolle man keine Konkurrenz machen, sondern Ideen gemeinsam erweitern und vertiefen.

Dabei wird Tinz vom Touristik- und Kulturbeirat unterstützt. Er besteht aus Repräsentanten verschiedener Stadtteile, Vereine und Institutionen. "In dieser Gruppe werden Ideen aus dem großen Kreis besprochen und koordiniert, ähnlich wie in einem Vorstand."

Tourismus in Reichelsheim: Vernetzung wichtig

Die Kooperation mit den Vereinen und den Stadtteilen ist Tinz ganz wichtig, wie sie betont. "Die Vereinsarbeit in Reichelsheim ist hervorragend. Daher sollten wir uns gut absprechen und zusammenarbeiten." In den kommenden Wochen will sie mit allen Vertretern Kontakt aufnehmen. "Vieles können weder wir als Stadt noch die Vereine alleine bewältigen. Gemeinsam schaffen wir es." Ein wichtiges Stichwort: Vernetzung. Tinz nennt ein Beispiel: "Einer hat die Idee für eine Veranstaltung, ein anderer kann vielleicht einen passenden Veranstaltungsort stellen. Man muss die Menschen nur zusammenbringen."

Noch stecke man in der "Aufbauphase", sagt Bischofsberger. Im vergangenen Jahr seien bereits Picknickbänke am Bergwerksee aufgestellt worden und Stelen, die die Geschichte des Sees erzählen. In Zukunft soll noch viel mehr passieren, wenn es nach Tinz geht. Und wenn es einem Gast so gut gefällt, dass er Reichelsheim gar nicht mehr verlassen möchte? "Dann darf er auch gerne Reichelsheimer werden."

Wer sich an der Kultur- und Touristikarbeit in Reichelsheim beteiligen möchte, kann sich jederzeit bei Sabine Tinz (Tel. 0 60 35/10 01 43, E-Mail: tinz@stadt- reichelsheim.de) melden.

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