Bei der bhw: Geschäftsführerin Eva Reichert (l.), Gruppenleiter Florian Schneider, SPD-Kandidatin Lena Herget-Umsonst. FOTO: PV
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Bei der bhw: Geschäftsführerin Eva Reichert (l.), Gruppenleiter Florian Schneider, SPD-Kandidatin Lena Herget-Umsonst. FOTO: PV

Teil der Gesellschaft

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Reichelsheim(pm). "Ich bin davon überzeugt, dass man den Wert einer Gesellschaft daran misst, wie sie mit ihren schwachen und benachteiligten Mitmenschen umgeht", sagt SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst. Sie sei froh, dass es mit den Reichelsheimer Werkstätten der Behindertenhilfe Wetteraukreis ein hervorragendes Beispiel dafür gebe, "dass jeder mit seinen individuellen Stärken und Besonderheiten einen wertschätzenden Platz in unserer Gesellschaft verdient hat".

Herget-Umsonst, als Kreistagsmitglied im Sozialausschuss sowie in der Sozialhilfekommission des Wetteraukreises aktiv, stattete kürzlich den Werkstätten in Weckesheim einen Besuch ab. Beim Rundgang mit Geschäftsführerin Eva Reichert erlebte sie die Mitarbeiter bei deren Arbeit in den unterschiedlichen Bereichen. Sie erfuhr, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf ins gesellschaftliche Leben integriert werden und am Berufsalltag teilhaben können. Herget-Umsonst unterstrich die Bedeutung der Aufgabe der Behindertenhilfe Wetterau (bhw), Menschen mit Unterstützungsbedarf zu fördern und Inklusion vor Ort zu leben.

Die beiden Frauen loteten mögliche Kooperationen zwischen Kommune und bhw aus. "Wir sind ein Dienstleistungspartner mit sozialer Komponente und auch interessant für Kommunen. Wir können verpacken und konfektionieren, montieren, Metall und Holz verarbeiten, Textilien bedrucken und besticken. Wir übersetzen Texte für Broschüren und Internetseiten in die sogenannte Leichte Sprache, die viele Menschen besser lesen und verstehen können", sagte die bhw-Geschäftsführerin. Auch über die Angebote der bhw im Bereich der Akten- und Datenträgervernichtung tauschten sie sich aus.

Einsatz möglich als Wochenendhelfer

Ein weiterer Schwerpunkt war die Integration der "Klienten" in den ersten Arbeitsmarkt. "Wir sind immer wieder auf der Suche nach Praktikumsplätzen. Dabei unterstützen wir sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber ganz individuell", betonte Reichert. Damit Menschen mit einer Lernschwäche oder einer geistigen Einschränkung ohne Umwege beruflich durchstarten können, gebe es bei der bhw die zentrale inklusive Berufsorientierung. Das Angebot sei für alle gedacht, die auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen, ohne zuerst in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Herget-Umsonst versprach, Unternehmen vor Ort zu kontaktieren und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu klären. Werben wolle sie auch dafür, ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Einrichtung zu leisten oder sich als Wochenendhelfer zu engagieren.

"Wir sehen in Weckesheim ein großes Potenzial", sagte Reichert. "Wir möchten den Werkstattbereich und die Tagesförderstätte ausweiten." Weckesheim liege in der Mitte des Wirkungsgebietes und biete nicht nur durch den Bahnanschluss beste Voraussetzungen. Herget-Umsonst hörte gern, dass die 20 Arbeitsplätze vor Ort gehalten werden und sich die 90 Menschen mit Unterstützungsbedarf in Weckesheim wohlfühlen. "Die bhw gehört in unsere Stadt, sowie auch alle Menschen - mit oder ohne Handicap - in die Mitte unserer Gesellschaft gehören."

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