Alfried und Anna Teresa Moll, Rouven Kötter und Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst sind sich einig: "Unsere Streuobstwiesen brauchen Schutz und Engagement." FOTO: PM
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Alfried und Anna Teresa Moll, Rouven Kötter und Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst sind sich einig: "Unsere Streuobstwiesen brauchen Schutz und Engagement." FOTO: PM

"Streuobstwiesen brauchen Schutz"

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). Lena Herget-Umsonst, die Bürgermeisterkandidatin der Reichelsheimer SPD, hat sich kürzlich auf einer Streuobstwiese in Beienheim mit Mitgliedern des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins getroffen. "Unsere Streuobstwiesen sind eine ökologisch wichtige Kulturlandschaft. Ich bin froh, dass es in unserer Stadt engagierte Menschen gibt, die dafür sorgen, dass diese auch kommenden Generationen als Identifikationsstifter, Erholungsgebiete und Nahrungslieferant zur Verfügung stehen", sagte Herget-Umsonst. Die Akteure bräuchten aber Unterstützung. "Sollte ich Bürgermeisterin werden, werde ich einen Fonds für Neuanpflanzungen auflegen und auch bei der Koordination unterstützen", versprach die Kandidatin.

Alles naturbelassen

Das hörten Alfried Moll und seine Tochter Anna Teresa gern, die beide im Obst- und Gartenbauverein Beienheim aktiv sind. Alfried Moll hat selbst 20 Obstbäume auf seinem privaten Gelände gepflanzt und dabei Wert auf die besonders wichtigen Hochstämme gelegt. "Ich hatte schon immer eine Faszination für Bäume", erzählte er bei der Begehung. "Hier ist alles naturbelassen. Keine Spritzmittel, keine Behandlung - einfach so, wie die Natur es bestimmt." Der örtliche Obst- und Gartenbauverein pflegt drei Streuobstwiesen mit rund 80 Bäumen und bietet Schnittkurse für jedermann an. Außerdem ist der Verein beim Maibaumaufstellen und beim Weihnachtsmarkt im Ort mit einem eigenen Stand vertreten und bietet einmal jährlich einen Ausflug in die Region an.

"Dieses Engagement ist vorbildlich", lobte Herget-Umsonst. Ihre Online-Bürgerbefragung habe klar gezeigt: "Streuobstwiesen sind den Menschen in Reichelsheim wichtig. Es gibt den mehrfachen Wunsch nach Unterstützung bei Anbau und Pflege von Streuobstwiesen sowie nach gemeinsamen Schnittkursen. Dieser Wunsch kam erfreulicherweise auch von jungen Menschen, die hierbei viel von der langjährigen Erfahrung der zahlreichen Akteure lernen und profitieren können."

Bei dem Termin war auch der Erste Beigeordnete des Regionalverbands Frankfurt/RheinMain, Rouven Kötter aus Wölfersheim, dabei. Kötter hat sich beim Regionalverband dem Erhalt und Schutz der Streuobstwiesen in der Region verschrieben. Unter anderem wurde zum Jahresbeginn die Verantwortung für die Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenrouten übernommen. Deren Magazin "Der Apfelbote" hatte Kötter druckfrisch dabei.

Mehr als Äppler

"Streuobstwiesen liefern nicht nur den Grundstoff für das hessische Kulturgut Apfelwein, sie weisen mit über 5000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten auch eine beeindruckende biologische Vielfalt auf, kommen ohne Pflanzenschutzmittel aus und verbessern das lokale Klima", sagte Kötter. Streuobstwiesen als identitätsstiftendes Element unserer Kulturlandschaft sollten stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden, um ihren Erhalt und ihre Pflege zu fördern. "Außerdem wollen wir die regionale Wertschöpfung durch Hofläden und gastronomische Angebote intensiver bewerben."

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