"Der Haushalt birgt große Risiken in sich", prognostiziert Holger Hachenburger (r.) bei der CDU-Mitgliederversammlung, an der 2. Kreisbeigeordneter Matthias Walther teilnimmt. FOTO: PM
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"Der Haushalt birgt große Risiken in sich", prognostiziert Holger Hachenburger (r.) bei der CDU-Mitgliederversammlung, an der 2. Kreisbeigeordneter Matthias Walther teilnimmt. FOTO: PM

Für den Standort werben

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). "In den nächsten Jahren wird es finanziell eng", prognostiziert CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger und ergänzt: "Signifikante Mindereinnahmen werden den Haushalt deutlich ins Minus drücken und die Rücklagen von derzeit 700 000 Euro quasi im Nu pulverisieren." Dies gehöre angesichts der Kreativität umlaufender Wahlprogramme auch zur Realität. Während der CDU-Mitgliederversammlung streifte der Bürgermeisterkandidat zudem die weitere Entwicklung der Neuen Mitte und seinen Plan, Gewerbeansiedlungen zu forcieren.

Zuvor wählten die Mitglieder unter der Versammlungsleitung des 2. Kreisbeigeordneten Matthias Walter die Delegierten für die Parteitage zur Vorbereitung der Bundestagswahl. Die Liste wird angeführt von Leon-Clemens Sehrt, Dennis Palmer und Dr. Erich Sehrt.

Verärgert über Entscheidung

"Ich gehe davon aus, dass wir die anstehenden Projekte wie die Sanierung der Hauptstraße Heuchelheim oder die Maßnahmen Kita und Bürgerhaus Reichelsheim, in welcher Variante auch immer, stemmen können", rückte Hachenburger den Fokus auf die Investitionsplanung, "wenn auch nur durch Darlehensaufnahmen." Nicht nur die Pandemie reiße tiefe Löcher in die Kassen, zumal den Kommunen lediglich Gewerbesteuerausfälle kompensiert würden. "Die Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer schlagen, Stand heute, voll zu Buche."

Ohne zusätzliche Hilfen, Förderprogramme oder Einsparungen werde es schwer, "das wieder geradezubiegen, geschweige denn, neue Projekte zu initiieren". Zudem müssten auslaufende Darlehen refinanziert und Personalkostensteigerungen aufgefangen werden. Neue Einnahmequellen durch die Entwicklung des Gewerbegebiets in Weckesheim sehe er nur mittelfristig. Vor der Vermarktung der Grundstücke müsse die Straße gebaut werden. Es werde keine Genehmigung geben, wenn die Zuführung über die Dorn-Assenheimer Straße erfolge.

Dennoch werde das Thema "Entwicklung der Gewerbeinfrastruktur" bei ihm Priorität besitzen. Das Werben für den Standort Reichelsheim werde ihn vom ersten Tag an motivieren, verspricht der Kandidat für den Fall seiner Wahl.

Das Thema Neue Mitte wolle er schnellstmöglich abhaken. "Der Murks ist nun mal da, die verbleibenden zwei Grundstücke müssen bestmöglich vermarktet werden." Dabei werde er sich weiter für eine Wohnbebauung mit integrierten Läden einsetzen. Kritisch sehe er die Parkplatzsituation; das Ärztehaus passe auch zu keinem nachhaltig positiven Bauensemble. Vor einem Brunnen in schönem Ambiente zu sitzen, das sei durch eine für ihn nicht nachvollziehbare politische Entscheidung passé. Jetzt gelte es, pragmatisch zu denken "und den kleinen Rest an verbliebener Kreativität zu nutzen". Eine kostendeckende Veräußerung sei ohnehin Fiktion. "Der Zug ist mit einem Millionenverlust abgefahren".

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