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Nostalgie im Miniaturformat: Michael Dörr aus Reichelsheim - hier mit einem RhB Triebzug Allegra Arosa Abe8/12 - führt die Familientradition des Modelleisenbahnbaus fort. In einem Raum in Friedberg hat er eine eigene Landschaft erschaffen.

Familientradition

Reise in die Vergangenheit: Für einen Reichelsheimer sind Modelleisenbahnen mehr als nur ein Hobby

Der Reichelsheimer Michael Dörr frönt im Corona-Lockdown seiner »großen Leidenschaft«, der Modelleisenbahn. Die ist für ihn aber mehr als ein spaßiger Zeitvertreib.

Normalerweise trifft sich Michael Dörr aus Reichelsheim regelmäßig mit seinen Freunden, um an seiner Modelleisenbahn zu basteln und sich mit ihnen auszutauschen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Treffen aber aktuell stark eingeschränkt. Dies hindert Dörr jedoch nicht daran, mehrmals pro Woche zu seiner Modellbahn in Spur G, Maßstab 1:22,5 zu fahren, die von den Modellbahnern auch liebevoll »Gartenbahn« genannt wird.

Modelleisenbahn-Welt in einem ungenutzten Raum des TÜV Friedberg

Die Modelleisenbahn steht in einem ungenutzten Raum des TÜV in Friedberg und wurde akribisch und mit viel Liebe zum Detail in einem Zeitraum von mehr als vier Jahren errichtet. Die Bahn fährt sowohl analog als auch digital, wobei Dörr ein großer Fan der traditionellen, also analogen Fahrweise ist. Die Gestaltung der Anlage ist komplett selbstentwickelt, und viele Details sind gar selbst gebaut, wie zum Beispiel Bäume, Schnee oder Bahnsteige. So ist eine wunderbare Landschaft aus Bergen, Wäldern und kleinen Bahnhöfen entstanden.

Wenn man in dem Raum ist, gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass man selbst in einem Zug sitzt und beim Blick aus dem Fenster eine vielfältige Landschaft erleben kann. »Wenn ich nach der Arbeit zu meiner Eisenbahn fahre, tauche ich in eine andere Welt ein und vergesse alle Sorgen des Alltags«, beschreibt Dörr dieses Gefühl.

Sein erstes Modell bekam Michael Dörr von seinem Großvater geschenkt

Wenn er davon berichtet, wie er 1983 noch als Baby sein erstes Modell, eine LGB D 10 Diesellok von seinem Opa geschenkt bekommen hat, wird deutlich, dass Modelleisenbahnen mehr als nur ein Hobby für ihn sind. Es ist ein Stück Familiengeschichte, denn sein Vater und sein Großvater waren schon begeisterte Modelleisenbahner, der Vater arbeitete bei der Deutschen Bahn.

Die Modelleisenbahnsammlung besteht aus verschiedenen alten und neuen Fabrikaten aus Deutschland, der Schweiz und den USA und bildet eine Synthese aus alt und neu.

Da das Hobby recht teuer ist, musste Dörr einige Zeit für sein teuerstes Modell, eine RhB ABe 8/12, einen dreiteiligen elektrischen Triebzug der Rhätischen Bahn (RhB) des Schweizer Herstellers Stadler Rail, sparen. »Mein Traum wäre das Modell einer Dampflok Big Boy 4000 der Union Pacific aus den USA. Das ist ein ganz besonderes, sehr teures Sammlerstück«, erzählt er.

Der größte Traum von Michael Dörr ist das Modell einer Dampflok Big Boy 4000 - ein seltenes Sammlerstück.

Besichtigungen sind nach telefonischer Terminvereinbarung möglich

Noch wichtiger ist ihm aber, dass sich wieder mehr junge Leute für das Hobby Modelleisenbahn begeistern können. Dies sei gar nicht so leicht in Zeiten von WhatsApp und Spielekonsolen, aber gerade über die »digitale Schiene« könne man auch junge Leute für das Hobby interessieren.

Unter Einhaltung der Coronaregeln kann man die Modelleisenbahn von Michael Dörr nach vorheriger Terminabsprache unter Tel. 01 62/9 29 21 10 besichtigen. Dörr freut sich aber auch über die Kontaktaufnahme von Interessenten, die an einer Vereinsgründung zum Thema Modelleisenbahn interessiert sind und vielleicht schon Erfahrungen in diesem Bereich mitbringen. In diesem Fall wäre dann auch ein größerer Raum vonnöten, um die Familientradition der Dörrs aufrechtzuerhalten.

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