Eiskunstlauf

Reichelsheimer Eisprinzessin bei "Holiday on Ice"

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Als Lena Sommer vier Jahre alt war, bekam sie ihre ersten Schlittschuhe geschenkt. Mit sechs Jahren gewann sie ihren ersten Wettkampf in Bad Nauheim. Seitdem hat die Reichelsheimerin zahlreiche Preise geholt. Jetzt geht für sie ein großer Traum in Erfüllung: Am 9. Januar tritt Lena bei "Holiday on Ice" auf. Doch die 13-Jährige hat noch größere Pläne.

Lena Sommer ist ehrgeizig, selbstbewusst und weiß, was sie will. Die Schülerin aus Reichelsheim ist Eiskunstläuferin – und sehr erfolgreich. Dafür muss die 13-Jährige hart trainieren. Bis zu fünfmal in der Woche steht sie im Colonel-Knight-Stadion in Bad Nauheim auf dem Eis.

Gerade trainiert Lena für einen besonderen Auftritt. Am Mittwoch, 9. Januar, läuft sie bei "Holiday on Ice" in Frankfurt mit. "Ich habe mir schon immer gewünscht, einmal in der Show auftreten zu dürfen", sagt Lena. Das bezeugt ein Wunschzettel aus Kindheitstagen an den Weihnachtsmann.

Der hat ihr auch die ersten Schlittschuhe gebracht. Damals war Lena vier Jahre alt. Ihr Vorbild war die Schwester einer Freundin, die sie zum ersten Mal mit aufs Eis genommen hat. "Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gar nicht mehr runter wollte".

Seitdem läuft Lena für den LSC Bad Nauheim. Die Ferien und die langen Wochenenden verbringt sie regelmäßig im Eissportzentrum in Oberstdorf. Am Olympiastützpunkt im Allgäu lernt sie neue Elemente und feilt an ihrer Technik. Dabei wird Lena von der ganzen Familie unterstützt. Mal fährt ihr Opa mit ins 450 Kilometer entfernte Trainingslager, mal begleitet sie ihre Mutter zu Wettkämpfen.

Trainieren mit den Olympiasiegern

Mit einem Foto und einem Video hat sich Lena auf die Ausschreibung von "Holiday on Ice" beworben: "Ich habe mir keine allzu großen Hoffnungen gemacht." Umso größer war die Freude, als die Einladung zur Show kam. "Ich habe Lena die E-Mail vorgelesen, und wir konnten beide kaum glauben, dass sie es geschafft hat", sagt Mama Severine Sommer.

Lena gewann nicht nur das Engagement in der Show, sie durfte auch als eines der fünf besten Nachwuchstalente aus Deutschland mit den Olympiasiegern und Weltmeistern Aljona Savchenko und Bruno Massot trainieren. Die beiden sind Lenas große Vorbilder. "Sie einmal persönlich zu treffen war etwas ganz Besonderes", sagt sie. "Wir haben trainiert wie die großen, und ich habe eine Unterschrift von Aljona auf meinen Schlittschuh bekommen."

Die Kür, die Lena bei "Holiday on Ice" laufen wird, hat sie sich ganz alleine ausgedacht. Sie enthält viele Drehungen und Sprünge – Lenas Lieblingselemente. "Man hat dabei ein Gefühl von Schwerelosigkeit." Ob Flip, Doppelflip oder Rittberger – "auf die Sprünge bekommt sie immer die meisten Punkte", sagt Oma Rita Ketelaer stolz.

Wenn Lena über das Eiskunstlaufen spricht, leuchten ihre Augen. In einem Buch hat sie Fotos von Wettkämpfen und Auftritten gesammelt. Zu jedem kann sie eine Geschichte erzählen. Als sie in Bremerhaven einmal ihre Kür vergessen und trotzdem gewonnen hat. Oder wie sie bei ihrem ersten Wettkampf in Kassel einen Plüschhund gewonnen hat, den sie bis heute aufgehoben hat.

Jede freie minute auf dem Eis

Gerne würde Lena ihr Hobby später zum Beruf machen, zum Beispiel mit einem festen Engagement bei "Holiday on Ice". Zuerst will sie aber ihren Schulabschluss machen. An Wettkämpfen wird sie weiterhin teilnehmen. Ein weiteres großes Ziel ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften.

"Beim Eiskunstlaufen fühle ich mich frei", beschreibt Lena ihre Faszination. "Ich kann mich selbst auf dem Eis zeigen und alles miteinander kombinieren – Tanzschritte, Akrobatik, Sprünge und Drehungen. Auf dem Eis ist das alles möglich."

Doch nicht jedes Element klappt beim ersten Versuch. Tausendmal ist Lena schon hingefallen. Das gehöre zum Sport dazu, sagt sie. Doch sie habe sich noch nie ernsthaft verletzt. "Ich bin schon öfter vom Pferd gefallen, als ich mir etwas auf dem Eis getan habe." Das Reiten ist Lenas zweites Hobby.

Zurzeit müssen die Pferde aber hinten anstehen. Lena verbringt jede freie Minute auf dem Eis, um ihre Kür für die Show perfekt einzustudieren. Manchmal wünsche sie sich mehr Freizeit, sagt Lena. "Aber das viele Training lohnt sich. An einem Wettkampf teilzunehmen ist ein tolles Erlebnis, besonders wenn man am Ende ganz oben auf dem Treppchen steht."

Kette als Glücksbringer

Das Kleid, das Lena bei ihrem Auftritt in Frankfurt tragen wird (Foto) hat eine Schneiderin extra für sie angefertigt. Ausgesucht hat sie es gemeinsam mit ihrer Trainerin aus Oberstdorf. Darunter trägt Lena eine Kette mit einer Eisprinzessin als Anhänger. "Die hat mir meine Mama vor ein paar Jahren geschenkt. Seitdem ist sie mein Glücksbringer und bei jedem Auftritt dabei."

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