Reichelsheim zeigt Herz für Hunde

  • vonOliver Potengowski
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Reichelsheim (sax). Gleich zwei Anträge der SPD-Fraktion in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatten Hunde zum Thema. Während die ermäßigte Hundesteuer für Assistenz- und Therapiehunde wohl nur wenige Hundehalter betrifft, werden fast alle die Hundewiese, die im Stadtgebiet angelegt werden soll, nutzen können. Beide Anträge wurden einmütig beschlossen.

Der Fraktionsvorsitzende Eckhard Fritsch zog eine Verbindung zwischen der Wiese, auf der Hunde frei laufen und spielen können, und der Hundesteuer. Deren Aufkommen liege 5000 Euro über dem Soll des Haushaltsplans. »Die SPD-Fraktion findet, dass man den Hundehaltern etwas davon zurückgeben kann.« Eine solche Wiese ermögliche in legalem Rahmen, dem Hund die notwendige Bewegung zu geben. Zugleich könne ein solcher Platz auch ein Begegnungsort für Hundehalter sein, der die Kommunikation fördere.

Fritsch verwies auf die Erfahrungen, die Wölfersheim und Ranstadt mit solchen Hundewiesen gemacht hätten. Diese könnten bei der Konzeption der Wiese in Reichelsheim genutzt werden. Für die Benutzung müssten Regeln gelten. Außerdem müssten dort Hundekotbeutel verfügbar sein.

Dr. Erich Sehrt (CDU) betonte, dass am Montag die Brut- und Setzzeit der Vögel begonnen habe. Deshalb müssten Hunde unbedingt an der Leine geführt werden. »Das sind wir unserer Vogel- und Tierwelt schuldig.«

Cenk Gönül (FW) erklärte, beide Nachbarkommunen hätten positive Erfahrungen gemacht. Die Hundehalter kümmerten sich um die Sauberkeit der Wiese. Holger Hachenburger (CDU) bestätigte, dass derzeit in vielen Kommunen solche Hundewiesen angelegt würden. »Wir wollen weder die Katze im Sack noch den Hund auf der Wiese kaufen«, betonte er, dass seine Fraktion eine Einschätzung brauche, was das Anlegen einer solchen Wiese koste. Yvonne Straschek (SPD) erklärte, in Ranstadt habe dies 1700 Euro gekostet.

Ebenso wie der Antrag zur Hundewiese wurde auch der Antrag, die Hundesteuer für Assistenz-, Therapie und Besuchshunde um die Hälfte zu ermäßigen, einstimmig angenommen. Straschek erläuterte, Assistenzhunde seien eine wichtige Hilfe im Alltag für Menschen mit Behinderung. Dafür müssten die Hunde zwei Jahre ausgebildet werden. Unter anderem werde ihnen beigebracht, mindestens drei Aufgaben für ihre späteren Halter zu erfüllen und insbesondere nicht auf andere Menschen oder Hunde zu reagieren.

Im Gegensatz dazu hätten Besuchs- und Therapiehunde keine solche Ausbildung. Letztere würden oft von medizinischem Personal, etwa Ergotherapeuten, in ihrer Praxis zur Unterstützung der Therapie eingesetzt. Besuchshunde würden zum Beispiel in Alten- und Pfleegeheimen eingesetzt.

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