Die Übungsstunden der "Harmonie" Dorn-Assenheim finden derzeit vor der Sport- und Festhalle statt.	FOTO: HH
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Die Übungsstunden der »Harmonie« Dorn-Assenheim finden derzeit vor der Sport- und Festhalle statt. FOTO: HH

Proben auf dem Parkplatz

  • vonHolger Hachenburger
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Reichelsheim (hh). »Wir wollen zusammenkommen und Musik machen«, begrüßte Harmonie-Vorsitzender Helmut Weit seine Musiker an einem ungewöhnlichen Ort. Erstmals seit Anfang März trafen sich die Aktiven des Vereins am Freitag zur Probe und zwar auf dem Parkplatz vor der Sport- und Festhalle.

In Corona-Zeiten ist Kreativität gefragt, und so waren die Stühle im Radius von rund zehn Metern nicht nur schnell aufgestellt, sondern auch schnell besetzt. Denn die Musiker waren motiviert, freuten sich auf die erste gemeinsame Übungsstunde seit fast vier Monaten. »Wir spielen heute nur schöne Sachen«, kommentierte eine Klarinettistin, denn gezielte Vorbereitungen auf einen Auftritt gibt es derzeit nicht.

Ein Ständchen an jedem Sonntag

Veranstaltungen sind bis Ende des Jahres tabu, das Jahreskonzert und der Nachmittag mit den Jugendgruppen wurden bereits abgesagt, gleiches ist aus heutiger Sicht für das Adventskonzert zu erwarten. Weitz ist Realist: Der Verein könne zwar wieder die Sport- und Festhalle nutzen oder in der Kirche spielen, Doch die Anzahl der Plätze ist limitiert, zumal die Musiker bei der Belegung mitzählen. »Wo sollen hier unter Wahrung der Abstandsregeln und Hygienekonzepte Stimmung und Atmosphäre aufkommen?«, fragt sich nicht nur der Vorsitzende.

Der Kontakt unter den Musikern war seit März auf wenige Aktionen beschränkt. Der Verein warb für den Vorschlag des Hessischen Musikverbands, sonntags um 18 Uhr vom Balkon, im Hof oder vor dem Fenster zu spielen. Auch Nichtmusiker freuten sich, wenn abends die Erkennungsmelodie »Freude schöner Götterfunken« für ein kurzes Ständchen erklang. »Ich mach’s bis heute«, bekennt der Hornist Weitz. Zudem stellte er Noten für die Musiker zum Download ins Internet. So kamen besonders die Rhythmusregister in den Genuss, Melodien zu spielen. Auf virtuelle Proben über Videokonferenzen verzichtete der Verein hingegen. Die Begeisterung war überschaubar und eine synchrone Übertragung bei unterschiedlicher Netzqualität fraglich.

Seit Freitag wird jetzt wieder wöchentlich von 20 bis 21.30 Uhr geprobt - je nach Witterung im Freien. Die Sport- und Festhalle stehe den Musikern offen, doch deren Belegungsplan und die damit verbundenen Hygienekonzepte beinhalten weitere Hürden: »Aerosole verabschieden sich nicht durch die Eingangstür.« Zwar halte man sich die Hallenoption offen, doch im Freien sei die Sache einfacher.

Wieder Unterricht für Kinder

Auch der Blockflötenunterricht geht seit Ende Mai mit bis zu 14 Kindern weiter. Denn das Üben diene nicht nur dem gemeinsamen Musizieren, es ist für den Verein unentbehrlich für die Nachwuchsarbeit. Zumal sich derzeit auch einige der Jungen und Mädchen im Übergang zur Ausbildung am Instrument befinden.

Für die Musiker sind die nun wieder aufgenommenen Proben nur die halbe Miete, denn Auftritte der »Harmonie« sind derzeit nicht in Sicht. »Vielleicht ziehen wir mit unseren Instrumenten mal wieder durchs Dorf und spielen Stücke auf markanten Plätzen«, regt der Vorsitzende an, während die Musiker passend zum Schluss die »Feierabendpolka« auflegen. Ein Vorschlag, der auch wieder ein Stück Normalität darstelle, denn seit März steht in Dorn-Assenheim wie anderswo das öffentliche Leben still.

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