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Nehmen die neue Pellet-Anlage in Betrieb (v. l.): Andreas Biermann, Vertriebsleiter Oberhessen-Gas, Eva Reichert, Geschäftsführerin der Behindertenhilfe Wetteraukreis, Bürgermeister Bertin Bischofsberger und Holger Reuss, Geschäftsführer Oberhessen-Gas. FOTO: PM

Pflegezentrum ökologisch beheizt

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Reichelsheim-Weckesheim(pm). Vor wenigen Tagen hat die Oberhessen-Gas eine weitere Pellet-Heizanlage in Betrieb genommen: Diese sorgt für Wärme und Warmwasser im neuen Pflegezentrum "Am heiligen Stein" in Weckesheim.

Angesichts der Herausforderungen in Sachen Klimaschutz spielt die Wahl der Wärmeversorgung eine immer wichtigere Rolle. Speziell dann, wenn es um größere Wärmemengen geht. Für ihr aktuelles Projekt, das Pflegezentrum "Am heiligen Stein" in Weckesheim, entschieden sich die Verantwortlichen bei der Gießener Depant Bauträger GmbH & Co. KG für ein zugleich bewährtes wie zukunftsweisendes Konzept: Nahwärme aus einem effizienten Holzpelletkessel, geplant und betrieben von der Oberhessen-Gas in Friedberg.

Rund 45 Tonnen Pellets jährlich

"Auf dem Nachbargrundstück sammeln wir schon seit etwa sechs Jahren sehr gute Erfahrungen mit einer vergleichbaren Anlage für unseren Kunden, die Behindertenhilfe Wetteraukreis", erklärte Holger Reuss, Geschäftsführer der Oberhessen-Gas, bei der offiziellen Inbetriebnahme. Tatsächlich setzt auch die Behindertenhilfe Wetteraukreis auf ein solches System zur Beheizung ihrer Werkstätten und für die Warmwasserbereitung.

Direkt neben der bestehenden Heizzentrale ließen die Friedberger Energieexperten Ende Juli 2019 eine weitere Anlage für das Pflegezentrum in einem garagengroßen Container errichten. "Wir freuen uns, mit der Verpachtung der Fläche ein Stück weit dazu beizutragen, dass unsere künftigen Nachbarn ebenso klimaschonend heizen können wie wir", sagte Eva Reichert, Geschäftsführerin der Behindertenhilfe.

Durch eine rund 163 Meter lange, bestens gedämmte Leitung gelangt die produzierte Wärme in Form von heißem Wasser von der Zentrale in das Pflegezentrum. Schon im September kamen die ersten Pellets in das für sie vorgesehene Lager - ein weiterer Container mit ähnlichen Abmessungen. "Wir kalkulieren mit einem Pelletverbrauch von rund 45 Tonnen jährlich. Das bedeutet, dass wir den Vorrat - abhängig von der Witterung - circa dreimal pro Jahr nachfüllen müssen", rechnete Andreas Biermann, Vertriebsleiter bei Oberhessen-Gas, vor. Dafür, dass die Holzpresslinge zuverlässig in den Brenner kommen, sorgt ein sogenanntes Maulwurfsystem. Es trägt die Pellets gleichmäßig von oben nach unten ab.

Entscheidender Vorteil der Pelletheizung ist die Klimabilanz: Ihr zertifizierter Primärenergiefaktor liegt bei 0,24. Das bedeutet, dass pro Kilowattstunde Wärme nur 0,24 Kilowattstunden fossile Energieträger eingesetzt werden müssen. Folglich arbeitet das System nicht völlig CO2-neutral. Die Verbrennung der Pellets setzt zwar nur so viel CO2 in die Umwelt frei, wie die für die Presslinge benötigten Bäume zuvor beim Wachsen aus der Atmosphäre gebunden haben. Bei Herstellung und Transport entsteht aber eine gewisse Menge zusätzliches Kohlendioxid. "Weil wir hier nicht auf Erdgas zurückgreifen konnten, war die Pelletheizung die ökologisch wie ökonomisch sinnvollste Lösung", erläuterte Biermann. Auch deshalb, weil der Staat regenerativ arbeitende Systeme fördert.

Seit November im Probebetrieb

"Es ist schön, zu beobachten, dass sich auch auf dem Wärmesektor die erneuerbaren Energien immer mehr durchsetzen und dass die Anlage hier im Pflegeheim das Reichelsheimer CO2-Konto entlastet", freute sich Bürgermeister Bertin Bischofsberger.

Die Heizung läuft schon seit dem 1. November 2019 im Probebetrieb. Inzwischen haben die Experten der Oberhessen-Gas alle Einstellungen justiert und die Anlage funktioniert wie geplant, teilen sie mit. Der aktuell bestehende Wärmeliefervertrag mit der Oberhessen-Gas geht am Tag der Eröffnung des Pflegezentrums von der Depant Bauträger GmbH & Co. KG automatisch an den Betreiber über und wird fortgeführt.

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