Coronabedingt ist der ursprüngliche Termin für die Bürgermeisterwahl am 13. September verschoben worden. Nun entscheiden die Reichelsheimer am 8. November darüber, wer die Stadtverwaltung ab Januar 2021 leiten soll.	FOTO: SAX
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Coronabedingt ist der ursprüngliche Termin für die Bürgermeisterwahl am 13. September verschoben worden. Nun entscheiden die Reichelsheimer am 8. November darüber, wer die Stadtverwaltung ab Januar 2021 leiten soll. FOTO: SAX

Bürgermeisterwahl

Am 8. November wird in Reichelsheim gewählt

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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Bis zur Kommunalwahl im März 2021 wollten die meisten Stadtverordneten nicht warten: Sie haben den 8. November als neuen Termin für die Bürgermeisterwahl festgelegt.

Eigentlich sollten die rund 5350 Wahlberechtigten der 6760 Einwohner von Reichelsheim schon am 13. September ihr Kreuzchen setzen. Doch das Innenministerium hatte Ende März mitgeteilt, hessenweit alle anstehenden Bürgermeisterwahlen wegen der Corona-Pandemie auf frühestens 1. November zu verschieben.

CDU wollte Tag der Kommunalwahl

Der Magistrat hatte nun den 8. November als neuen Termin vorgeschlagen; falls eine Stichwahl nötig würde, solle diese am 22. November durchgeführt werden. Dem schlossen sich die Fraktionen von SPD und Freien Wählern am Donnerstagabend bei der Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Weckesheim an.

Die CDU hatte als neuen Wahltag den 14. März 2021 angeregt - dann finden auch die Kommunalwahlen statt. Zum einen, so trug Dr. Erich Sehrt für seine Fraktion vor, berge ein Termin im November und damit in der Vorweihnachtszeit das Risiko, von den Bürgern nicht genügend wahrgenommen zu werden. Zum anderen hätte die Stadt dann zwei Wahlen zu organisieren, was zu vermeidbaren Kosten im fünfstelligen Bereiche führen würde.

Ob diese Zahl realistisch ist, wie SPD-Fraktionssprecher Rainer Schauermann wissen wollte, konnte an diesem Abend nicht geklärt werden. Die Kosten für das kommunale IT-Dienstleistungsunternehmen ekom21 und die Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Wahlhelfer wurden zusammen auf etwa 3000 Euro geschätzt; hinzu käme mindestens noch das Verschicken der Wahlkarten.

Schauermann plädierte für den Terminvorschlag des Magistrats. Der erste Advent sei erst am 29. November; selbst eine mögliche Stichwahl fiele also nicht in die Vorweihnachtszeit. Zum anderen laufe die Amtszeit des Bürgermeisters am 31. Dezember 2020 ab; danach fehle ihm die Legitimation durch die Bürger. Laut Hessischer Gemeindeordnung wäre eine Verlängerung der Amtszeit zwar möglich; in Paragraf 41 heißt es: »Um die geordnete Fortführung der Verwaltung zu sichern, können Bürgermeister und Beigeordnete nach Ablauf ihrer Amtszeit die Amtsgeschäfte weiterführen, bis ihre Nachfolger das Amt antreten.« SPD und FWG votierten aber gegen den CDU-Änderungantrag und für die Magistratsvorlage.

Die bislang feststehenden Bürgermeisterkandidaten, Lena Herget-Umsonst (SPD) und Cenk Gönül (FWG), gehören beide der Stadtverordnetenversammlung an. Sie hatten wegen eines sogenannten Widerstreits der Interessen vor der Beratung zu dem Tagesordnungpunkt den Saal verlassen.

Wer kandidiert

Es wird mindestens drei Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl am 8. November geben. Denn alle im Stadtparlament vertretenen Parteien - CDU, SPD und Freie Wähler - hatten angekündigt, einen zu stellen. Die Sozialdemokraten haben als erste ihre Bewerberin präsentiert: Lena Herget-Umsonst. Die Freien Wähler haben nachgezogen und Cenk Gönül nominiert. Wen die CDU ins Rennen schicken wird, ist noch nicht bekannt. Die Amtszeit des derzeitigen Bürgermeisters, Bertin Bischofsberger (CDU), endet am 31. Dezember 2020. Er bekleidet das Amt seit elf Jahren. Bischofsberger hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er sich zur Wiederwahl stellen wird. dab

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