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Mit einem erweiterten Rahmen, in dem Investoren Projekte planen können, unternimmt Reichelsheim einen neuen Anlauf für die Vermarktung des Raiffeisengeländes.

Geänderter Bebauungsplan

Neuer Anlauf für Vermarktung des Raiffeisen-Areals in Reichelsheim

  • VonOliver Potengowski
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Schon einmal war eine Vermarktung des Raiffeisengeländes in Reichelsheim an unterschiedlichen Vorstellungen von Parlament und Investor gescheitert. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf.

Durch die Anpassung des Bebauungsplans (B-Plan) und ein Angebotsverfahren möchte die Stadt in der Vermarktung des ehemaligen Raiffeisengeländes voran kommen. Der bestehende B-Plan gebe möglichen Investoren zu wenig Spielraum, um auf den Freiflächen am Bahnhof rentable Projekte zu entwickeln. Das Thema stand dieser Tage wieder im Parlament auf der Tagesordnung.

Vor rund drei Jahren war der Investor Depant mit seinem Konzept zur Nutzung des Geländes am Widerspruch der Stadtverordneten gescheitert. Zu hoch waren diesen die Häuser, der Kleinstadt Reichelsheim und der benachbarten Bebauung nicht angepasst.

Vorschläge, bei den vierstöckigen und bis zu zwölf Meter hohen Häusern, die Depant bauen wollte, auf Stockwerke zu verzichten, lehnte der Vertreter des Unternehmens als unrentabel ab. So blieb der Neubau einer Arztpraxis außer dem vorhandenen Netto-Markt bis heute die einzige Nutzung des Geländes.

Traufhöhe als Haupthindernis

»Wir haben in der Mitte unserer Stadt ein sehr großes Entwicklungspotenzial stellte Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst in der letzten Stadtverordnetensitzung fest. Allerdings ließen sich die verbliebenen Flächen des ehemaligen Raiffeisengeländes mit den Auflagen des derzeitigen B-Plans nicht vermarkten.

Ein Haupthindernis sei dabei die maximale Traufhöhe von fünf Metern für das Gelände hinter dem Netto-Markt. Damit sei nur eine eingeschossige Bebauung zulässig. Die starke Höhenbeschränkung geht auf Überlegungen, dort einen zweiten Markt zu bauen zurück. Doch dafür ist die verfügbare Grundstücksfläche zu gering.

Auch die übrigen Trauf- und Firsthöhen müssten erhöht werden, damit Investoren Interesse an den Grundstücken entwickeln. Es habe immer wieder Investorenanfragen gegeben, doch wegen der zu geringen Nutzbarkeit sei es nicht zu einem Verkauf gekommen, berichtet der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Horst Wenisch.

Zulässige Firsthöhe soll steigen

An die Investorenwünsche angepasste Änderungen des B-Plans seien von den Stadtverordneten abgelehnt worden. »Ich blicke tagtäglich darauf und hoffe, dass wir heute die richtigen Entscheidungen treffen, um diese Flächen einer Vermarktung zuzuführen«, erklärte Herget-Umsonst.

Um möglichen Investoren Sicherheit zu geben, dass ihre Vorstellungen und Planungen in einen rechtskräftigen B-Plan und schließlich ein realisiertes Projekt münden können, hatte der Magistrat die Planungsgruppe Darmstadt beauftragt, städtebauliche Entwürfe für eine mögliche Bebauung zu erarbeiten.

Danach soll die zulässige Traufhöhe für das Grundstück neben dem Netto-Markt von fünf auf 6,75 Meter angehoben werden. Damit wäre eine zweigeschossige Bebauung mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss möglich. Die zulässige Firsthöhe soll von 9,5 auf zwölf Meter steigen. Der Entwurf weist darauf hin, dass die umliegenden Gebäude Firsthöhen zwischen zwölf und 14,3 Metern haben. Das Rathaus ist 11,8 Meter hoch. Wie dieses sollen auch die neu zu errichtenden Gebäude Satteldächer mit Dachneigungen zwischen 35 und 45 Grad (Rathaus: 40 Grad) haben.

Vorbehalte von CDU und FWG

Für das Grundstück neben der Gemeinschaftspraxis gelten im Prinzip die gleichen Vorgaben. Wenn ein Investor das Erdgeschoss statt für Gewerbeflächen ausschließlich für Wohnungen nutzen möchte, so ist auf dieser Fläche nur eine Traufhöhe von 6,5 Metern zulässig.

Während die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetensitzung signalisierte, dass sie dem Vermarktungsansatz der Verwaltung zustimmen werde, äußerte die CDU Vorbehalte. Dennis Palmer erinnerte nochmals an die Depant-Planungen und den damals zu erzielenden Quadratmeterpreis. Dabei seien 42 Wohneinheiten im Gespräch gewesen, während aktuell nur noch 14 Wohnungen möglich seien.

Hans-Günter Scholz lobte für die Freien Wähler (FWG) zwar die Ausarbeitung der Verwaltung zur Vergabe der Flächen. Doch auch er kritisierte einen zu geringen Quadratmeterpreis und dass zu wenig Wohneinheiten entstünden. Das sei eher im Einfamilienhausbereich.

Der Antrag von CDU und FWG den Beschlussvorschlag zur Vergabe der Flächen nochmals im Haupt- und Finanzausschuss zu diskutieren wurde durch die SPD-Mehrheit der Stadtverordneten abgelehnt. Diese beschloss gegen die Stimmen von CDU und FWG anschließend den ursprünglichen Antrag.

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