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Eigentlich soll das Wäldchen für den neuen Kindergarten gerodet werden. Nun wird ein Alternativstandort geprüft: der alte Sportplatz. ARCHIVFOTO: NIC

Reichelsheim

Neue Chance fürs Wäldchen als Kita-Standort

  • vonOliver Potengowski
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Obwohl ein Standort eigentlich schon feststand, kommte noch einmal Bewegung in die Frage, wo ein Neubau der Kita erfolgen soll. Das Parlament votiert einmütig für eine Alternativprüfung.

Obwohl der Standort neben dem Bürgerhaus für den Neubau eines Kindergartens eigentlich feststand, wird jetzt noch eine Alternative geprüft. Eine Bürgerinitiative (BI) und die Freien Wähler (FW) hatten den alten Sportplatz als Bauplatz ins Gespräch gebracht.

Einem Antrag der FW in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten, die Folgen einer Entscheidung für diesen Standort zu prüfen, schlossen sich SPD und CDU mit zusätzlichen Fragen, die erörtert werden sollen, an.

Alte Bäume sollen bleiben

Kern der Auseinandersetzung sind einige rund 50 Jahre alte Bäume, die nach dem Bau des Bürgerhauses auf einer 4200 Quadratmeter großen Fläche daneben gepflanzt wurden. Den Forderungen der BI, diese nicht für einen Kita-Neubau aufzugeben, hatten sich zuerst die FW angeschlossen.

Deshalb hatten sie in einem Antrag für die Parlamentssitzung am Dienstagabend den Magistrat beauftragen wollen, die Kosten für die Vorbereitung des Bauplatzes »Wäldchen« einschließlich der Gründung des Kindergartens bis zur Bodenplatte zu ermitteln.

Dabei sollten insbesondere die Kosten für die Rodung der Bäume und die Wurzelentfernung berücksichtigt werden.

Bodenanalyse beauftragen

Zum Vergleich sollte eine Bodenanalyse für den alten Sportplatz in Auftrag gegeben werden, um zu erfahren, welche Kosten dort für die Gründung der Kita nötig wären.

Außerdem sollte ein spezialisierter Jurist gefragt werden, welche Folgen ein Wechsel des Standorts für die bereits begonnenen Planungen hätte. Bisher ist an den Architekten, der den Wettbewerb gewonnen hat, ein Auftrag für die Planung des Baus vergeben worden. Die Vergabe weiterer Aufträge ist laut Verwaltung zunächst gestoppt worden.

Offen für Vergleich

Holger Hachenburger (CDU) erklärte, dass sowohl seine Fraktion als auch die SPD einem Vergleich zwischen den beiden Standorten »Wäldchen« und »Sportplatz« bezüglich Kosten und Nutzen offen gegenüberstünden. Dabei solle insbesondere auch der Zeitaufwand für eine Realisierung eines Neubaus geprüft werden.

Es sei zu vergleichen, ob die Kosten für eine Erdauffüllung am Sportplatz oder für eine Rodung des Wäldchens höher seien und wo bei einer Bebauung des Sportplatzes der Fußballverein spielen könne.

Ausdrücklich sollten auch mögliche Verzögerungen durch den Standortwechsel berücksichtigt werden. Auch dass durch den Verzicht auf den Bau direkt neben dem Bürgerhaus Synergieeffekte im Zusammenhang mit dessen Sanierung verloren gehen würden, sollte in die Prüfung einbezogen werden.

Hochwasserproblematik prüfen

Die CDU forderte, bei dieser Prüfung auf die Beauftragung von Gutachtern zu verzichte. Weil der Neubau dringend notwendig sei, sollten die bürokratischen Hürden niedrig gehalten werden.

Die SPD brachte zusätzlich die Hochwasserproblematik in die Diskussion ein. Es solle geprüft werden, wie der Standort »Sportplatz« beim jüngsten Hochwasser betroffen war und welche Schutzmaßnahmen für einen Neubau notwendig seien. Auch ob eventuell notwendige Auffüllungen des Sportplatzes Auswirkungen auf die Hochwasserentwicklung an anderen Gebäuden haben, solle Teil der Prüfung sein.

Einstimmig für Änderungen

Dazu wollte die SPD u. a. wissen, welche Folgekosten der FW-Antrag bezüglich der Beauftragung eines Bodengutachtens und eines Vergabejuristen habe. Es sei zu überlegen, ob letztere Aufgabe nicht der Hessische Städte- und Gemeindebund übernehmen könne.

Auch sprach sie Folgekosten an, die entstehen würden, wenn die Kita statt an der Stelle des Wäldchens auf dem Sportplatz entstehen sollte. Dazu zählte sie zusätzliche Erschließungswege wie auch die eventuelle Neuanlage eines Sportplatzes an anderer Stelle.

Hans-Günter Scholz (FW) begrüßte den Antrag der CDU samt ergänzender Punkte der SPD und kündigte an, den eigenen Antrag zurückzuziehen. Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst (SPD) sagte, dies sei nicht sinnvoll. Denn sowohl CDU als auch SPD hätten Änderungsanträge gestellt.

Ohne den FW-Antrag, auf den sich die Änderungen beziehen, seien die Änderungsanträge hinfällig. In der Folge stimmten alle Stadtverordneten den von CDU und SPD beantragten Änderungen zu. Eine Abstimmung über den FW-Antrag war damit nicht mehr nötig.

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