Naturschutz fürs »Wäldchen« beantragt

  • VonRedaktion
    schließen

Reichelsheim (pm). Der BUND-Kreisverband und der BUND-Ortsverband Florstadt/Reichelsheim haben bei der Naturschutzbehörde des Wetter-aukreises beantragt, dass das »Wäldchen« in Reichelsheim unter Naturschutz gestellt wird. Das teilte Kreisvorsitzender Dr. Werner Neumann mit.

Das Wäldchen weise alle Merkmale eines »Geschützen Landschaftsbestandteils« auf, wie es im Bundesnaturschutzgesetz gefordert werde, schreibt Neumann in einer Pressemitteilung.

Das Wäldchen habe mit über 20 Baum- und Straucharten eine hohe ökologische Vielfalt, ebenso hinsichtlich der Vogelarten, darunter auch artenschutzrelevante Arten. Gleiches gelte für das Vorkommen der Zwergfledermaus und der Rauhautfledermaus. Der BUND beziehe sich dabei auf Untersuchungen im Auftrag der Stadt Reichelsheim sowie eine Erhebung des NABU.

Das Wäldchen weise neben der hohen biologischen Vielfalt eine wichtige Funktion für die lokale Klimawirkung auf, es binde Wasser, biete im Sommer Abkühlung mit guter reiner Luft und trage zum globalen Klimaschutz bei. Neumann: »Es ist ein sonst kaum anzutreffender Aufbau eines Waldes von Aufwuchs bis hin zu alten Bäumen und Totholz. Das Wäldchen ist damit auch ein Lehrstück, wie sich die Natur selbst entwickeln kann. Es ist ein markanter Landschaftsbestandteil. Es ist ein Luftkurplatz, ein wertvolles Kleinod.« Der BUND hoffe, dass das Wäldchen dauerhaft unter Schutz gestellt wird.

Der BUND-Kreisverband habe sich auch an Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst gewandt. »Denn es ist klar, dass die geplante Kita nicht auf einem naturschutzrechtlich wertvollen und geschützten Wäldchen gebaut werden kann«, sagt Neumann. Andererseits gebe es nach Auffassung des BUND im Umfeld von Bürgerhaus und Wäldchen mehrere Möglichkeiten, die Kita ohne Konflikte mit dem Naturschutz zu realisieren. Dies wolle der BUND nun mit der Stadt erörtern, »um eine Lösung zu finden, mit der der Bau der Kita so schnell wie möglich erfolgen kann und gleichzeitig die Kinder künftig vor der Tür der Kita eine intakte Natur vorfinden können«.

Dr. Monika Rhein vom BUND Florstadt/Reichelsheim ergänzt: »Es geht nicht darum, Kindergartenplätze zu verhindern, sondern sicherzustellen, dass die Kita nicht in Konflikt mit dem Naturschutz gerät.« Gerade im Interesse der Kinder werde sich der BUND weiter für den Erhalt des Wäldchens einsetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare