"Friedhöfe müssen würdevoll und ansprechend aussehen und individuelle Bestattungsformen ermöglichen", sind sich Gretel Volz, Gerd Wagner und Lena Herget-Umsonst einig. FOTO: PM
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"Friedhöfe müssen würdevoll und ansprechend aussehen und individuelle Bestattungsformen ermöglichen", sind sich Gretel Volz, Gerd Wagner und Lena Herget-Umsonst einig. FOTO: PM

Naturnahe Bestattungen

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). "Stirbt ein Angehöriger oder ein lieber Freund, suchen die Hinterbliebenen am Grab einen Ort der Erinnerung, der Besinnung und Ruhe. Vor allem in unserer schnelllebigen Zeit ist es besonders wichtig, solche Orte zu haben", sagt SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst. Der Wunsch nach gepflegten Friedhöfen treibe viele Menschen um - das habe sie auch bei ihren Haustürbesuchen gespürt. Ein Grab sei ein bewusstes Zeichen gegen das Vergessen und wichtiger Teil unserer Kultur.

Viele Menschen wünschten sich einen schön gestalteten Platz für ihre letzte Ruhestätte, seien sich aber bewusst, dass die Angehörigen teils nicht vor Ort lebten, beruflich eingespannt oder körperlich nicht mehr in der Lage seien, eine Grabpflege zu leisten.

Waldfriedhof prüfen

"Die Weiterentwicklung der bisherigen Bestattungskonzepte bedarf unserer besonderen Aufmerksamkeit. Ich möchte mehr naturnahe Bestattungsformen anbieten und die Einrichtung eines Waldfriedhofes prüfen", sagt Herget-Umsonst. Sie wolle damit das Friedhofskonzept aus 2015 ausbauen.

Mit dem Wölfersheimer Bürgermeister Eike See habe sie den Södeler Waldfriedhof besucht. "Für viele Menschen ist der Wald ein Ort des Friedens, der Entspannung und Ruhe. Der Wunsch nach einer Ruhestätte in freier Natur ist deshalb nachvollziehbar", sagt die Kandidatin. Die Bestattungen fänden in Wölfersheim unter Ahorn-, Eichen- und Buchenbäumen statt. Die Urnengrabstätten im Waldfriedhof benötigten als Teil des natürlichen Waldes keine Pflege.

Zunächst aber nehme sie die vorhandenen Friedhöfe, wie jüngst mit Ehrenbürgermeister Gerd Wagner und Gretel Volz in Reichelsheim, in Augenschein. "Friedhöfe sind Orte der Trauer, der Erinnerung und der Begegnung. Sie müssen würdevoll und ansprechend aussehen und den Hinterbliebenen individuelle Bestattungsformen ermöglichen", waren sie sich einig.

Für die vorhandenen Friedhöfe könnte sich die SPD-Kandidatin die Einrichtung von Urnenstelen vorstellen. Diese etablierten sich als Grabstätte immer mehr auf den Friedhöfen. Dabei handele es sich um eine Stele, meist aus Naturstein, in der eine oder mehrere Urnen beigesetzt werden können. Auch die Baumbestattungen wolle sie ausweiten.

"Sollte ich gewählt werden, werde ich zeitnah eine Begehung aller Friedhöfe vornehmen und mir gemeinsam mit den Bürgern ein Bild vor Ort machen", sagt Herget-Umsonst. Die Wünsche, die an sie herangetragen worden seien, seien nachvollziehbar und umsetzbar: ein barrierefreier Zugang zu den Gräbern, mehr Bänke, mehr Bäume und mehr Pflanzen, teils andere Wasserzapfstellen und in der Kernstadt die Befestigung des Weges bis zum Denkmal.

"In meiner Funktion als Prädikantin der evangelischen Kirche bin ich mit dem Thema Sterben und Abschied nehmen sehr vertraut", sagt Herget-Umsonst. "Ich möchte dafür Sorge tragen, dass alle Friedhöfe sich in einem einwandfreien Zustand befinden und die Vorstellungen der Bürger bei der Gestaltung der Friedhöfe und bei der Anlage neuer Gräber berücksichtigt werden. Den Trauerfamilien möchte ich mit dem Verwaltungsteam freundlich, unbürokratisch und einfühlsam in dieser schwierigen Situation helfen."

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