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Reichelsheim soll möglichst bald mit Glasfaser versorgt werden. Das wünschen sich nicht nur die Stadtverordneten. Schnelles Netz gibt’s bislang nur an der Schule und im Neubaugebiet.

Mit Tempo ins Glasfasernetz

  • vonOliver Potengowski
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Reichelsheim (sax). Geschlossen haben die Stadtverordneten am Donnerstag einem CDU-Antrag zum forcierten Ausbau eines Glasfasernetzes im Stadtgebiet zugestimmt. Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst (SPD) hielt den Antrag zwar für überflüssig, da es bereits eine Arbeitsgruppe der Verwaltung gebe. Die CDU bestand jedoch auf der Abstimmung, da der Antrag dem Thema zusätzlichen Schub gebe.

Demnach soll der Magistrat ein Konzept erarbeiten, wie in allen Stadtteilen mit Unterstützung privater Anbieter bzw. des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main flächendeckend Glasfaseranschlüsse für den Internetzugang angeboten werden können.

Mehrere Anbieter hätten Interesse

In ihrer Begründung verweist die CDU auf die relativ niedrigen Datenübertragungsraten, die aktuell im Stadtgebiet verfügbar seien. Lediglich im Baugebiet Weckesheim und der Grundschule im Ried seien 1 Gbit (1000 MBit) pro Sekunde verfügbar.

Die bisherigen Techniken seien an ihre Leistungsgrenzen gekommen. Durch die rasante Entwicklung der Technik und des Internets seien die relativ langsamen Übertragungsraten ein Wettbewerbsnachteil für den Standort Reichelsheim. Nachbarkommunen hätten bereits mit Breitbandanbietern Projekte zum Ausbau von Glasfasernetzen erfolgreich umgesetzt.

Herget-Umsonst erklärte, sie betrachte den Antrag als »gegenstandslos«. Die Stadt habe schon Gespräche mit Matthias Flor von der Regionalentwicklung des Wetteraukreises und mit dem Ersten Beigeordneten des Regionalverbands, Rouven Kötter, geführt. Es gebe mehrere Anbieter, die interessiert seien, ein Glasfasernetz in Reichelsheim aufzubauen. Sie lud die CDU ein, sich an einer bereits bestehenden Arbeitsgruppe zu beteiligen.

»Es ist ein gutes Zeichen, dass sich zu diesem Thema etwas tut«, erklärte Holger Hachenburger (CDU). Er betonte, dass leistungsfähige Internetanschlüsse inzwischen so wichtig seien wie Lebensmittelgeschäfte. »Für mich ist das Thema Breitbandausbau auch eine Frage der Daseinsvorsorge.« Doch Reichelsheim habe regelmäßig zu langsame Anschlüsse. »Wir laufen mit 16 MBit hinterher, wo die anderen 50 MBit haben, wir laufen mit 100 MBit hinterher, wo die anderen ein Gbit haben.«

Bei der Gründung sei die BIGO (Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen) als Lösung gesehen worden. »Letztendlich ist es gescheitert, und der Beitrag, den wir eingezahlt haben, ist verschwunden.« Nach einer Sitzungsunterbrechung erklärte Hachenburger, dass die CDU ihren Antrag nicht zurückziehen werde.

Herget-Umsonst wies darauf hin, dass es für die Stadt wichtig sei, dass auch der Flugplatz und außenliegende Gehöfte versorgt würden. »Die BIGO-Mittel sind nicht verschwunden, sie sind abgeschmolzen«, erläuterte sie. »Den Rest werden wir verwenden, um außenliegende Gehöfte anzuschließen.«

Aktuelle Technik nahezu ausgereizt

Werner Waschbüsch (SPD) rechnet damit, dass in vier bis fünf Jahren 1-Gbit-Anschlüsse notwendig sein werden. »Deshalb ist es gut, dass die Verwaltung das Thema angepackt hat.« Die aktuelle Technik sei mit 100 MBit weitgehend ausgereizt. Eventuell lasse sich die Übertragungsrate noch geringfügig auf 130 bis 150 MBit erhöhen.

Cenk Gönül (FW) wies darauf hin, dass es schon jetzt in Beienheim nicht möglich sei, einen neuen Internetanschluss zu bekommen, da die Kapazitäten ausgelastet seien.

Der CDU-Antrag wurde einstimmig beschlossen. FOTO: DPA

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