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Familien-Band: Opa Dave Davies spielt Bass und singt, Enkel André Flachs singt auch und spielt Gitarre und Jamie Delane Wagner spielt Schlagzeug. Die drei Time Diverz haben vergangenes Jahr die Band gegründet. Wenn es wieder mehr Möglichkeiten gibt, wollen sie häufiger auftreten.

Time Diverz

Mit dem Opa auf der Bühne

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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Opa Dave Davies und seine Enkel André Flachs und Jamie Delane Wagner haben die Band Time Diverz gegründet. Das Song-Repertoire ist so groß wie der Altersunterschied der Mitglieder.

Es hat sich schon früh angekündigt. Dave Davies lacht beim Erzählen: »Wenn die Kinder auf die Bühne gekommen sind, war das Publikum ganz entzückt.« Seine zwei Enkel, die Cousins André Flachs und Jamie Delane Wagner, waren damals vier, fünf Jahre alt. Dave Davies spielte Bass in einer Band in Bad Nauheim. Und manchmal, bei den Auftritten, kamen André und Jamie auf die Bühne und ahmten die Klitschko-Brüder nach - wie aus einem der vielen Werbespots, die damals im Fernsehen liefen.

Heute sind die zwei »Kids« groß. Beide studieren an der Uni in Gießen. Mit dem Opa stehen sie dennoch hin und wieder auf der Bühne - und spielen eine breite Palette an Songs: von Prince, von Kool & the Gang, von Ed Sheeran.

Opa Dave Davies und seine zwei Enkel machen schon eine ganze Weile gemeinsam Musik. Aber eher als »loses Zusammenspiel«, zum Beispiel auf Familienfeiern oder im heimischen Proberaum (der eigentlich ein Partyraum ist) in Reichelsheim, erzählt André Flachs.

Vergangenes Jahr dann, durch Corona, haben sie sich häufiger getroffen zum Musikmachen - und schließlich die Idee gehabt, eine Band zu gründen. Time Diverz nennen sie sich. Einerseits wegen der großen Zeitspanne, die ihr Repertoire umfasst. Andererseits wegen des Altersunterschieds: Opa Dave Davies ist 71, die beiden »Jungs«, Jamie und André, sind 20.

Mit dem Bass ins Ungewisse

Es liegt in der Familie. »Wir sind alle musikalisch«, sagt Jamie Delane Wagner. Als er und André noch Kinder waren, haben sie zu Weihnachten gemeinsam ein Schlagzeug und eine Gitarre bekommen. »Ich habe die Gitarre genommen, Jamie das Schlagzeug«, erzählt André. Doch, ergänzt der Opa: »Es war kein Zwang da.«

Dafür aber viel Freude. Mit den Jahren wurden die beiden immer besser. Jamie spielte zwischendurch mehrere Jahre Klavier, André begann zu singen.

Dave Davies ist ohnehin schon sein ganzes Leben Musiker: Der gebürtige Engländer stammt aus Birmingham. Als er 13 war, wollte er in einer Band spielen, konnte aber noch kein Instrument. Ein Musiker riet ihm, Bassist zu werden - »die werden überall gesucht, da kriegst du immer einen Job.«

So war es dann wirklich: Dave Davies war gerade 17, schon in mehreren Clubs in Birmingham aufgetreten, als er eine Annonce in einem Musiker-Magazin las. Ein Bassist für eine deutsche Band wurde gesucht. Der junge Engländer bewarb sich und bekam die Stelle. »Ich bin mit Sack und Pack, einem Verstärker und meinem Bass nach Germany gegangen. Ins Ungewisse.«

Er spielte in den 60ern und 70ern in einer Blues Band, vor allem in amerikanischen Clubs, oft in Kasernen - sowohl in Deutschland als auch in Italien, in Belgien oder in Afrika.

Was ihn besonders freut: Dass seine zwei Enkel viel mit »seiner« Musik anfangen können: Soul, Blues, Funk. »Die Jungs mögen es, ohne dass ich gesagt habe: Das spielen wir.«

Die Time Diverz sind ohnehin ziemlich flexibel, was die Musik angeht. Neben den »alten Sachen« spielen sie auch neuere Popsongs. Zum Beispiel von Bruno Mars. Oder von Andreas Gabalier.

Im Sommer 2020 hatten sie ihren ersten Auftritt in einem Altenheim und das Programm entsprechend gestaltet, erzählt André Flachs: »Wir haben ein paar deutsche Nummern rausgesucht.« »Ein Bett im Kornfeld« war dabei, »Marmor, Stein und Eisen bricht«.

Sie spielten draußen. »Es war ein tolles Erlebnis. Manche haben am Fenster gestanden und getanzt.« Diesen Sommer traten sie dort erneut auf.

Den dritten Auftritt hatten die Time Diverz im Junity in Friedberg. Es gab viele positive Rückmeldung, erzählen sie. In Zukunft möchten sie häufiger auftreten. Auf öffentlichen, aber auch auf privaten Veranstaltungen, bspw. auf Hochzeiten. Da ein anderes Familienmitglied in der Veranstaltungsbranche gearbeitet hat, sind sie gut ausgestattet. »Beschallungsanlage, Beleuchtung, Nebelmaschine. Wir haben alles.«

Bis es wieder losgeht, proben sie eifrig. »Wir spielen keine Lieder, von denen wir nicht überzeugt sind.« Denn, sagt Dave Davies: »Es darf nicht falsch klingen. Ich bin wirklich glücklich, dass wir gute, solide Musik machen.«

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