Lediglich ein weiterer Fall im Rathaus

  • David Heßler
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Reichelsheim(hed/prw). Der Corona-Ausbruch im Reichelsheimer Rathaus ist nach einer Mitteilung aus dem Wetterauer Gesundheitsamt aufgeklärt. Lediglich bei einer weiteren Beschäftigten sei das Virus nachgewiesen worden. Für Besucher der Stadtverwaltung in den vergangenen 14 Tagen gebe es keinen Grund zur Besorgnis.

Im Rathaus hatten sich zunächst drei Frauen aus einer Abteilung nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das wurde am Donnerstagnachmittag bekannt. Wer zuletzt engen Kontakt zu den vier infizierten Frauen hatte, soll heute oder morgen einen Anruf aus dem Gesundheitsamt erhalten. Diese Personen müssen für zwei Wochen in Quarantäne.

Infizierte ohne Kundenkontakt

Man habe bereits alle beruflichen Kontaktpersonen ermittelt und informiert, teilt Kreis-Pressesprecher Michael Elsaß mit. Auch die vierte Infizierte habe "im relevanten Zeitraum keine Kundenkontakte" gehabt, es bestehe daher kein Ansteckungsrisiko für Personen, die im Laufe der vergangenen beiden Wochen die Stadtverwaltung aufgesucht hätten. Elsaß: "Es ist nicht erforderlich, sich von sich aus zu melden."

Im Friedberger Gesundheitsamt hätten nach der Veröffentlichung der drei Fälle viele Besucher der Stadtverwaltung angerufen und die Befürchtung geäußert, sich angesteckt zu haben.

Bürgermeister Bertin Bischofberger teilt mit, dass die Stadtverwaltung in der kommenden Woche nur für dingende Angelegenheiten und lediglich nach telefonischer Absprache für den Publikumsverkehr geöffnet ist. Dies geschehe sowohl zum Schutz der Mitarbeiter als auch der Bürger. Noch am Donnerstag waren bei fast 20 Beschäftigten im Rathaus Mund-Nase-Abstriche gemacht und an das Landeslabor in Dillenburg geschickt worden.

Landrat Jan Weckler betont in der Pressemitteilung, dass nur Kontaktpersonen mit einem engen Kontakt ein höheres Infektionsrisiko hätten. Wer nicht angerufen werde, für den bestehe auch kein erhöhtes Infektionsrisiko durch den Besuch in der Reichelsheimer Stadtverwaltung.

Er warnte noch einmal eindringlich davor, die Pandemie "auf die leichte Schulter zu nehmen". Die Lockerungen nach dem Lockdown hätten viele Menschen dazu verleitet die AHA-Regeln zu missachten. "Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmasken tragen - mit diesen Regeln können wir gemeinsam das Coronavirus eindämmen."

Drei neue Fälle aus Wöllstadt

In der täglichen Corona-Statistik ist der vierte Reichelsheimer Fall noch nicht aufgeführt. Laut Mitteilung gab es am Freitag vier Neuinfektionen, drei aus Wöllstadt und eine aus Reichelsheim. 35 "aktive" Corona-Fälle sind dem Gesundheitsamt damit bekannt.

357 Menschen, einer mehr als am Vortag, wurden aus der Quarantäne entlassenen. 13 Wetterauer sind an oder mit Covid-19 verstorben. In stationärer Behandlung befinden sich elf (Vortag: sieben) Menschen. Vier Personen (Vortag: zwei) benötigen intensivmedizinische Behandlung.

Die Inzidenz - Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - liegt aktuell bei sechs. Ab 50 Fällen gibt es Maßnahmen. GRAFIK: PRW

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